ByKolles: Nachträglich disqualifiziert

Team ByKolles, CLM P1/01 #4, Le Mans 2015 © Nigel Barrett

Für das LMP1-Team ByKolles lief das Rennen in Le Mans mal wieder alles andere als gut. Nachdem man nach dem Qualifying mit dem CLM P1/01 in etwa 10 Sekunden langsamer als der schnellste Rebellion R-One von Rebellion Racing war, wurde man kurz darauf aufgrund er 110%-Regel an das Ende des LMP-Feldes d.h. hinter die LMP2 strafversetzt.
Dort war man nicht alleine, denn alle drei Nissan wurden ebenfalls aufgrund der Regel zurückversetzt. Nur Ibanez Racing stand hinter Kolles, da das Team die 110%-Grenze in der eigenen LMP2-Klasse nicht schaffte. Die 110%-Regel besagt, dass ein Fahrer zur Qualifikation für das Rennen für seine schnellste Runde im Qualifying nicht mehr als 110 Prozent der Pole-Zeit seiner Klasse benötigen darf.

Im Rennen wurden solide Zeiten gefahren doch schon bald schlug wieder das Pech zu.
Man musste sage und schreibe zehnmal (!) die Benzinpumpe während des Langstreckenklassikers an der Sarthe wechseln. Insgesamt stand man rund sieben Stunden in der Box. Am Ende verbuchte man 135 Runden Rückstand auf das Siegerfahrzeug von Hülkenberg/Bamber/Tandy und 70 Runden Rückstand auf den, ebenfalls ohne Hybrid und in der privaten LMP1-Klasse fahrenden, Rebellion R-One von Prost/Heidfeld/Beche.
Nach dem Rennen wurde man als „nicht klassifiziert“ gewertet, d.h. man hat zwar
die 24 Stunden durchgehalten, aber nicht 70% der Distanz des Führungsfahrzeugs absolviert.

Kurz nach dem Rennen wurde man jedoch disqualifiziert. Aber warum?


Seit dem Jahr 2015 gibt es eine neue Regel in der LMP1-Klasse:

Die LMP1-Teams müssen das Minimalgewicht (ganzzahlige Zahl) eines jeden Fahrers bekanntgeben. Das angegebene Gewicht muss zu jeder Zeit des Events das Minimalgewicht sein, d.h. Flüssigkeitsverlust muss miteingrechnet werden.
Das Gewicht eines Fahrers besteht aus dem Körpergewicht, Helm, HANS, Rennanzug, Unterwäsche, Schuhe und Handschuhe. Spezielle Sitzschalen für Fahrer werden nicht miteingerechnet. Die offiziellen Vertreter dürfen einen Fahrer zu jeder Zeit zum Wiegen auffordern. Wenn ein Fahrer aufgefordert wird sich zum Wiegen zu begeben, muss er dem Folge leisten, darf nicht essen oder trinken und muss sicherstellen, dass er die oben genannte Ausrüstung mitführt.
Das Durchschnittsgewicht aller Fahrer eines Fahrzeugs wird auf die nächste ganzzahlige Zahl abgerundet. Liegt das Durchschnittsgewicht der zwei/drei Fahrer bei 80kg oder darüber besteht kein Handlungsbedarf. Liegt das Durchschnittsgewicht der zwei/drei Fahrer allerdings unter 80kg, muss das Fahrzeuggewicht um die Differenz zu 80 Kilogramm per Ballast aufgestockt werden.

Anforderungen an das Zusatzgewicht:
– Träge, homogene metallische Masse
– Übereinstimmung mit Absatz 4.2 der Technischen Regularien der LMP1-Klasse
– Keine Funktion bis auf die Gewichtserhöhung des Fahrzeugs
– Keine Überschreitung von 20kg

Strafen bei Regelverstößen:
– Im Qualifying: Zeiten werden gestrichen
– Im Rennen: Disqualifikation


Das Team ByKolles hatte schlichtweg zu wenig Ballast im Fahrzeug, da Simon Trummer ein geringeres Gewicht aufwies als das vorher angegebene Minimalgewicht.

Nach zwei Ausfällen in Silverstone und Spa sowie dem sehr ärgerlichen Ausgangs
der 24 Stunden von Le Mans, wird das Kolles-Team am Nürburgring sicher wieder voll angreifen. In Bezug auf die Performance hat das Team im Verlauf der Le-Mans-Woche große Schritte machen können.

 

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