LMP2-Reglement ab 2017: Chassisbauer stehen fest

Extreme Speed Motorsports #30, Le Mans 2015 © Nigel Barrett

FIA, ACO und IMSA haben die vier Chassishersteller bekanntgegeben, die ab 2017 die LMP2-Prototypen für die jeweiligen Meisterschaften bauen werden. Die Vertreter der Verbände haben sich für Onroak Automotive (Frankreich), Oreca (Frankreich/USA), Dallara (Italien/USA) und Riley Tech/Multimatic (USA/Kanada/Großbritannien) entschieden.
Die Prototypen werden ab 2017 in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC), der European-Le-Mans-Series (ELMS), der United-SportsCar-Championship (USCC), der Asian-Le-Mans-Series (AsLMS) sowie in Le Mans eingesetzt.

Die Chassis von Onroak und Oreca haben in den letzten Jahren eine sehr gute Basis für Erfolge geboten und die beiden Hersteller genießen einen ausgesprochen guten Ruf in der Szene. Beide Hersteller aus Frankreich bieten derzeit schon Fahrzeuge nach dem neuen LMP2-Reglement an, welches ab 2017 gelten wird. Onroaks Ligier JS P2 fuhr erstmals im letzten Jahr in Le Mans und holte den zweiten Platz in der LMP2-Klasse. Der Oreca 05 von Oreca ist der Nachfolger des sehr erfolgreichen Oreca 03 und wird seit 2015 in der WEC und ELMS eingesetzt. Das KCMG-Team holte vor einigen Wochen in Le Mans gleich im ersten Anlauf mit dem neuen Modell den Klassensieg in der LMP2-Klasse.
Dallara setzte sich als dritter Chassisbauer gegenüber anderen Konkurrenten wie BR Engineering und Ginetta durch. Das Joint Venture zwischen Riley Tech/Multimatic nimmt die Position des nordamerikanischen Herstellers ein. HPD und Coyote Cars erwogen eine Bewerbung, entschieden sich aber letztendlich dagegen. Im Fall HPD war das Problem,
dass Honda ein Hersteller ist und diese nicht in der Ausschreibung erlaubt sind.

Die Hersteller wurden nach folgenden Kriterien ausgewählt:
– Erfahrung und Ansehen
– Produktions- und Entiwcklungskapazitäten, Supply-Chain-Management
– Finanzielle Situation
– Für das LMP2-Programm investierte Kapital
– Qualität der Kundenbetreuung
– Hersteller aus Europa und den USA: Weltweite Sicherstellung der Qualität
– Qualität des Projekts und des Fahrzeugs
– Maßnahmen des Projekts um die laufenden und jährlichen Kosten der Käufer zu senken

Die vier Chassisbauer werden nun gemeinsam mit dem ACO, der FIA und der IMSA das Reglement finalisieren. Das endgültige Reglement wird im Dezember auf der Sitzung des FIA-Weltrats bekanntgegeben. Der danach folgende Zeitplan unterteilt sich in fünf Schritte:
01. Januar 2016: Validierung der Sicherheitsstrukturen und des Monocoques
01. April 2016: Validierung der Karosserie und der mechanischen Komponenten
01. Juni 2016: Validierung des Crashtests
01. September 2016: Vorstellung eines Entwurfs für die Homologation der Fahrzeuge
01.-15. Dezember 2016: Inspektion und finale Validierung des Fahrzeugs

Die Fahrzeuge müssen für einen Start bei den „24 Stunden von Daytona“ im Januar 2017 homologiert und verfügbar sein.

Wer den Antrieb für die Prototypen liefert ist noch unklar. In der WEC, der ELMS und der AsLMS soll es nur einen Lieferanten für alle Teams geben. Derzeit fährt die Mehrheit in diesen Serien mit einem Nissan-Motor. Desweiteren gibt es Fahrzeuge, die mit Triebwerken von Judd oder HPD ausgerüstet sind. Nissan liefert bereits die Einheitsmotoren für die LMP3- Klasse und somit ist es fraglich, ob sie auch das Rennen für sich in der LMP2-Klasse machen werden.
Die Entscheidung dazu soll im September getroffen werden. Die Leistung soll in allen vier Serien bei etwa 600 PS liegen. FIA, ACO und IMSA wollen außerdem im September einen Einheitslieferanten für elektronische Kompenenten bekanntgeben.

Sonderfall United SportsCar Championship (USCC)

In der USCC wird es mehrere Motorlieferanten sowie herstellerspezifische Bodywork-Elemente geben. Der Dieselmotor von Mazda hat in der USCC keine Zukunft, denn ab 2017 soll es einen Einheitstreibstoff (Benzin) geben. USCC-Teilnehmern wird es möglich sein die gleichen Motoren und Chassis in Le Mans und der ELMS einzusetzen, die sie auch im Rahmen der USCC benutzen. Vorausgesetzt sie nutzen das herstellerspzifische Bodywork das in allen anderen Serien außerhalb von Nordamerika genutzt wird. LMP2-Teams aus anderen Meisterschaften, wie der ELMS und der AsLMS, können, vorausgesetzt sie nutzen die gleiche Motor- und Chassiskonfiguration wie in ihrer Meisterschaft, auch in der USCC antreten. Eine Leistungsanpassung soll es ebenfalls geben, um die mit unterschiedlichen Motoren angetrieben Fahrzeuge auf ein Niveau zu bringen.

 

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