WEC-Test: Der erste Tag im Überblick

Audi Sport Team Joest, Audi R18 e-tron quattro #9 in Le Mans (2015) © AUDI AG

Gestern rollten knapp sechs Wochen nach dem Saisonhöhepunkt in Le Mans endlich wieder die WEC-Boliden über Strecke und gingen am ersten von zwei Testtagen am Nürburgring auf Zeitenjagd. Anfangs als exklusiven Test für Toyota geplant, wuchs das Feld über die Zeit auf 20 Fahrzeuge an, die sich in vier LMP1-, sechs LMP2-, fünf  LMGTE Pro- und
fünf LMGTE Am-Fahrzeuge aufteilen. Das Wetter war durchwachsen, doch dieser Umstand hielt viele Fans nicht davon ab sich die Fahrzeuge der FIA WEC genauer anzuschauen. Schließlich war der Eintritt frei.

Nachfolgend eine kurze Analyse des ersten Testtages am Nürburgring:

LMP1

In der LMP1-Klasse führt das Porsche Team mit dem Porsche 919 Hybrid das Feld an. Dahinter reiht sich das Audi Sport Team Joest mit dem Audi R18 e-tron quattro, TOYOTA GAZOO Racing mit dem Toyota TS040 Hybrid und der CLM P1/01 vom ByKolles-Team ein. Porsche war mit einer Rundenzeit von 1:39.129 Minuten ganze 1,481 Sekunden schneller als die Konkurrenz aus Ingolstadt (1:40.610 Min.) und 1,790 Sekunden vor Toyota (1:40.919 Min.). Vor allem im zweiten Sektor war der Porsche 919 Hybrid schneller als die Konkurrenz (Toyota +0,703 Sek., Audi +0,848 Sek.). Im ersten Sektor betrug der Unterschied zu Audi 0,424 Sekunden, zu Toyota 0,800 Sekunden. Im dritten Sektor war Porsche mit 16,103 Sekunden ebenfalls das Maß aller Dinge (Audi +0,185 Sek., Toyota +0,391 Sek.). Auch bei den absolvierten lag Porsche mit 126 Runden vor Toyota (80) und Audi (55). Da Rebellion Racing nicht am Test teilnimmt, ist das ByKolles Team das einzige private LMP1-Team welches am Test teilnimmt. Die schnellste Rundenzeit lag bei 1:46.108 Minuten.

1. Porsche Team / T. Bernhard / 1:39.129 (47.269/35.535/16.103) / 126 R.
2. Audi Sport Team Joest / A. Lotterer / 1:40.610 (47.693/36.383/16.288) / 55 R.
3. TOYOTA GAZOO Racing / A. Davidson / 1:40.919 (48.069/36.238/16.494) / 80 R.
4. Team ByKolles / k.A. /1:46.108 (50.147/38.559/17.277) / 70 R.

LMP2

In der LMP2-Klasse führte überraschenderweise das Team Strakka Racing das Feld an.
Erst kürzlich entschied man sich den in Silverstone, Spa-Francorchamps und Le Mans eingesetzten Dome S103 als Testträger für den geplanten privaten LMP1-Einsatz ab 2017 zu verwenden. Um an den restlichen Saisonrennen teilnehmen zu können, kaufte man einen gebrauchten Gibson 015S von Greaves Motorsport. Der Gibson lag mit einer Rundenzeit von 1:46.841 Minuten ganze 1,873 Sekunden vor dem Zweitplatzierten Oreca 05 von KCMG (1:48.714 Min.) und dominierte alle drei Sektoren. Mit +0,071 Sekunden knapp dahinter lag der Morgan Evo vom Team SARD-Morand. Nachfolgend kamen die beiden Ligiers JS P2 von Extreme Speed Motorsports (1:49.501 Minuten bzw. 1:49.831 Minuten) und der Ligier von G-Drive Racing mit einer Zeit von 1:51.112 Minuten.

1. Strakka Racing / N. Leventis / 1:46.841 (50.466/38.866/17.447) / 77 R.
2. KCMG / M. Howson / 1:48.714 (51.399/39.392/17.777) / 82 R.
3. Team SARD-Morand / k.A. / 1:48.785 (51.367/39.558/17.769) / 87 R.
4. Extreme Speed Motorsports (#30) / S. Sharp / 1:49.501 (51.900/39.747/17.854) / 92 R.
5. Extreme Speed Motorsports (#31) / E. Brown / 1:49.831 (51.831/39.929/17.920) / 76 R.
6. G-Drive Racing (#26) / R. Rusinov / 1:51.112 (52.416/40.175/18.521) / 71 R.

LMGTE Pro

In der LMGTE Pro-Klasse lag das Feld wesentlich enger zusammen als in den Prototypen-Klassen. Am Ende des Tages war Ferrari vor Porsche und Aston Martin. Gianmaria Bruni fuhr mit einer Zeit von 1:55.755 Minuten die Tagesbestzeit. Knapp dahinter war der Porsche 911 RSR mit Nummer #92 des Porsche Team Manthey und Michael Christensen am Steuer (+ 0,088 Sek.) sowie Nicki Thiim im Aston Martin Vantage V8 (+ 0,277 Sek.). Auf Platz vier folgte mit Richard Lietz der zweite Porsche vom Porsche Team Manthey. Letzter in der Klasse wurde der Ferrari 458 Italia mit der Nummer #71 von AF Corse. Mehrere Sektoren konnte kein Team dominieren. Im ersten Sektor lag der Ferrari von Bruni vorne, im zweiten der Aston Martin von Thiim und im dritten Sektor der Porsche von Christensen.

1. AF Corse (#51) / G. Bruni / 1:55.755 (54.072/42.768/18.879) / 40 R.
2. Porsche Team Manthey (#92)/ M. Christensen / 1:55.843 (54.456/42.636/18.631) / 33 R.
3. Aston Martin Racing / N. Thiim / 1:56.032 (54.487/42.570/18.909) / 66 R.
4. Porsche Team Manthey (#91) / R. Lietz / 1:56.415 (54.672/42.698/18.814) / 28 R.
5. AF Corse (#71) / D. Rigon / 1:57.069 (54.827/42.944/19.066) / 51 R.

LMGTE Am

In der LMGTE Am-Klasse führte Aston Martin Racing das Feld an. Paul Dalla Lana fuhr mit 1:57.572 Minuten die schnellste Runde. Dahinter folgte François Perrodo im Ferrari 458 Italia von AF Corse (+ 0,909 Sek.). Klaus Bachler im Porsche 911 RSR von Abu Dhabi Proton Racing hatte auf Dalla Lana einen Rückstand von 0,923 Sekunden. Auf Platz vier fuhr Viktor Shaitar seinen Ferrari mit der Nummer #72 und einer Zeit von 1:59.816 Minuten. Letzter im Test wurde der Porsche von Dempsey Racing – Proton rund um US-Schauspieler Patrick Dempsey, der die 2-Minuten-Marke nicht knacken konnte.

1. Aston Martin Racing / P. Dalla Lana / 1:57.572 (55.063/43.107/19.245) / 38 R.
2. AF Corse / F. Perrodo / 1:58.481 (55.775/43.261/19.286) / 69 R.
3. Abu Dhabi Proton Racing / K. Bachler / 1:58.495 (55.447/43.697/19.268) / 79 R.
4. SMP Racing / V. Shaitar / 1:59.816 (56.007/43.823/19.548) / 51 R.
5. Dempsey Racing – Proton / P. Dempsey / 2:00.669 (56.852/44.143/19.664) / 64 R.

 

Abschließend lässt sich sagen, dass es ein Test ist und man nicht zu viel in diese Zeiten hineininterpretieren sollte. Eines steht fest – kein Team hat alles gezeigt.
Wie schnell die LMP1-Werksteams wirklich sind, wird wohl erst die Pole-Zeit im Rennen
am 30. August zeigen. Die Pole-Zeit beim letzten Rennen mit LMP-Beteiligung lag übrigens bei 1:41.944 Minuten (Aston Martin Racing #007, Lola-Aston Martin B09/60) und wurde im Rahmen der Le Mans Series beim 1000km-Rennen am Nürburgring im Jahr 2009 gefahren.
Wie rasant die Entwicklung voranschreitet, zeigten die letzten drei Rennen der WEC, in denen die Rundenzeiten im Vergleich zu 2014 teilweise um einige Sekunden schneller waren
(Beispiel: Schnellste Runde in Silverstone im Jahr 2015 um fast 3 Sekunden schneller als 2014). Dementsprechend wird die Pole-Zeit in diesem Jahr sicherlich deutlich schneller sein als die gestern von Porsche gefahrene Bestzeit. Darüber hinaus waren die Bedingungen gestern äußerst schlecht, da zum größten Teil Regen und Wind die wenigen Teststunden beherrschten und nicht immer ganz klar ist wann die Zeiten genau gefahren wurden.
Für heute wird besseres Wetter erwartet.

Für alle Fans die heute den zweiten Testtag anschauen möchte, gibt es nachfolgend die wichtigsten Informationen zum WEC-Test:
WEC-Test: Alle wichtigen Informationen in der Übersicht

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