Nissan: Vorerst keine weiteren WEC-Rennen

Nissan Motorsports #23, Le Mans 2015 © Nigel Barrett

Nissan Motorsport wird am 30. August nicht mit zwei Fahrzeugen vom Typ Nissan GT-R LM am 6-Stunden-Rennen am Nürburgring teilnehmen. Die getroffene Entscheidung hat noch weitreichendere Konsequenzen als nur die Absage für das Rennen in Deutschland, denn die Verantwortlichen entschieden sich dazu die noch kommenden Rennen der WEC auf unbestimmte Zeit auslassen, bis man die technischen Probleme in den Griff bekommen hat. Wann man auf die Rennstrecke zurückkehrt ist derzeit völlig offen.

In Le Mans fuhr Nissan nur mit dem Verbrennungsmotor, da es Probleme mit dem Energierückgewinnungs-System (ERS) gab. Ohne dieses System hatte man keine Chancen in der LMP1-Klasse. Im Qualifying schaffte man nicht einmal die 110% Regel und aus diesem Grund wurde man an das Ende des LMP2-Feldes strafversetzt. Zwei Nissan GT-R LM schieden während des Rennens aus, der dritte Wagen hatte am Ende 150 Runden Rückstand auf den siegreichen Porsche 919 Hybrid.
Ende Juli blieb das Team dem WEC-Test am Nürburgring fern und testete stattdessen auf dem Circuit of The Americas (COTA) in Austin (USA). Im Fokus stand neben einem neuen High-Downforce-Paket, vor allem ein neues Bremssystem sowie eine überarbeitete Fahrwerksabstimmung. Außerdem testete man erstmals ein vernetztes Fahrwerk (FRIC), welches bereits von Audi und Porsche eingesetzt wird. Ein FRIC-System verbindet alle im Fahrzeug verbauten Stoßdämpfer miteinander, verteilt die Radlasten und hält das Fahrzeug so immer in der aerodynamisch optimalen Position. Zukünftige Testfahrten des in Indianapolis beheimateten Teams sollen nicht ausschließlich in den USA stattfinden.

„Wir wissen, dass viele Leute enttäuscht sein werden, aber niemand ist mehr enttäuscht als wir“, sagte Shoichi Miyatani (Präsident NISMO). „Wir sind Racer und wollen uns konkurrieren, aber wir wollen auch konkurrenzfähig sein. Deshalb haben wir beschlossen, unser Test-
programm zu verlängern, um den GT-R LM auf den harten Wettbewerb in der FIA WEC vorzubereiten. Wenn man Neuerungen einführt, gibt man nicht bei der ersten Hürde auf.
Wir sind entschlossen diese Herausforderung zu überwinden.“

Das Teilnehmerfeld für die „6 Stunden am Nürburgring“ schrumpft dadurch auf nur noch 31 Fahrzeuge. Zuletzt zog OAK Racing die Nennung zurück.

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