Porsche: Rätsel um Tankstopps, Heck nicht regelkonform?

Porsche 919 Hybrid #18, Nürburgring 2015 © Porsche

Im Qualifying gut eine Sekunde vor dem stärksten Konkurrenten Audi, die schnellste Rundenzeit am Wochenende, den höchsten Topspeed und als Krönung Doppelsiege in der LMP1- sowie LMGTE Pro-Klasse. Ist da noch mehr möglich? Wohl kaum. Für Porsche lief das Debüt der FIA WEC in Deutschland perfekt.

Nun könnte das Bild allerdings etwas getrübt werden. Vergleicht man die Standzeiten in der Box, fällt auf, dass Porsche teilweise mehr als sechs Sekunden pro Stopp weniger in der Boxengasse verbracht hat als die Konkurrenten Audi und Toyota. Nach dem Rennen in der Eifel musste Porsche, vor den Augen von FIA-Vertretern, einen Porsche 919 Hybrid zerlegen. Danach durfte Toyota einen ihrer Toyota TS040 – Hybrid mit der Porsche-Tankanlage betanken und wieder war man sechs Sekunden langsamer als Porsche. Die Tankanlage war somit einwandfrei. Das Ursache liegt damit also vermutlich innerhalb des Porsche 919 Hybrid. Warum Porsche wesentlich schneller tanken kann, ist derzeit nicht bekannt.
Die Gerüchte gehen über eine Vakuumpumpe bis hin zu einer beim Tankvorgang nicht erlaubten Kraftstoffpumpe. Vergleicht man die Gesamtzeit in der Box vom ebenfalls mit Benzin befeuerten Toyota TS040 – Hybrid mit der Nummer #1 und Porsches Nummer #17, verbrachte der Porsche in etwa 19 Sekunden weniger Zeit in der Box. Hätte man beim ersten Boxenstopp nicht den Schaden an der Front repariert und man orientiert sich an den anderen fünf Stopps, würde der Unterschied wohl sogar bei etwa 33 Sekunden liegen.

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Übersicht der Boxenstopps Audi/Porsche/Toyota, Nürburgring 2015 © FIA WEC

Des Weiteren gibt es um die erstmals am Nürburgring verwendete hintere (Motor-) Haube ebenfalls Gesprächsbedarf. Porsche hat neben den hinteren Radkästen auf jeder Seite ein Flügelprofil installiert, durch das die Abgase hindurchströmt, der Luftstrom beschleunigt wird und so der am Heck befindliche Diffusor positiv beeinflusst wird.
Da es seitens der Verantwortlichen aus Frankreich vor dem Rennen kein Protest kam, fuhr man mit der aktuellen Konfiguration. Ob Porsche das Reglement zu weit ausgereizt hat und ob man im Nachhinein nachbessern muss, ist derzeit noch nicht absehbar.

 

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