Austin: Porsche feiert weiteren Sieg in der WEC

Porsche 919 Hybrid #17 & #18, Austin 2015 © Porsche

Beim fünften WEC-Lauf, der heute Nacht in Austin stattfand, fuhr Porsche einen souveränen Start-Ziel-Sieg ein. Timo Bernhard, Mark Webber und Brendon Hartley sicherten sich, nach ihrem Erfolg am Nürburgring, den zweiten Sieg in der FIA WEC. Die beiden Audi R18 e-tron quattro vom Audi Sport Team Joest komplettierten das Podium. Das Rennen wurde leider von sehr vielen Strafen geprägt, die größtenteils auf Verstöße beim Boxenstopp zurückgehen.
Im Vorfeld des Rennens wurde der neue Kalender für das kommende Jahr veröffentlicht.
Neu dabei: Mexiko Stadt.

Nachfolgend eine kurze Analyse des Rennens und aller Klasse.

LMP1

Bei den Werksteams dominierte Porsche das Geschehen. Der auf dem zweiten Platz gestartete Mark Webber im Wagen mit der Nummer #17 konnte sich in der ersten Kurve die Führung schnappen und eilte davon. Neel Jani hatte anfangs etwas Probleme das Tempo mitzugehen, aber insgesamt konnten sich die beiden Porsche 919 Hybrid relativ schnell absetzen.
Brendon Hartley übernahm das Steuer von Webber und konnte die Führung weiter ausbauen. Nach einem Boxenstopp gab es eine 1-minütige Stop&Go-Strafe, da zu viele Mechaniker am Auto arbeiteten. Dadurch übernahm wieder das Schwesterfahrzeug mit der Nummer #18 die Führung. Als es dunkler wurde, sorgte Webber für eine kuriose Szene. Als er die Box zu einem Stopp ansteuern wollte, verpasste er diese und fuhr einfach weiter. Relativ schnell merkte er jedoch den Fehler und hielt an. Die Mechaniker schoben den Wagen zurück und gingen an die Arbeit. Außer einem unnötigen Zeitverlust hatte dieser Fehler jedoch keine Folgen. Eine halbe Stunde vor Schluss wurde die in Führung liegende Nummer #18 in die Garage geschoben. Elektronikprobleme machten eine Weiterfahrt vorerst unmöglich. Einige Minuten vor Schluss war die Reparatur abgeschlossen und der Wagen wurde wieder ins Rennen geschickt um die Punkte für die Herstellerwertung zu bekommen. Audi hatte nicht wirklich eine Chance die Führung ansichzureißen. Der in der Weltmeisterschaft führende Wagen mit der Nummer #7 und den Fahrern Lotterer/Fässler/Tréluyer landete am Ende durch die lange Reparatur vom Porsche auf der zweiten Position. Ungewöhnlich schwach waren Marcel Fässler und Benoit Tréluyer, die das Tempo zeitweise nur schwer mitgehen konnte. Einzig allein André Lotterer war mal wieder sehr schnell unterwegs. Die schnellste Runde fuhr Brendon Hartley mit einer Zeit von 1:47.412 Minuten. Lotterer war mit seiner Bestzeit von 1:47.540 Minuten nah dran. Auch das Fahrzeug mit der Nummer #8 musste eine 1-minütige Stop&Go-Strafe absolvieren, nachdem sich der Schlauch des Schlagschraubers um einen Reifen wickelte der von einem Mechaniker in der Hand gehalten wurde. Der Mechaniker ließ den Reifen kurz fallen.
Dieser Vorfall wurde als Gefährdung in der Boxengasse eingestuft und bestraft. Die beiden Toyota konnten, wie auch in allen anderen bisherigen Rennen, das Tempo nicht mitgehen. Anthony Davidson fuhr im Wagen mit der Nummer #8 mit einer zu hohen Geschwindigkeit in die Box und konnte einen möglichen Aufprall nur mit einer Lenkbewegung in Richtung Strecke verhindern. Das Fahrzeug musste eine weitere Runde absolvieren und erreichte letztendlich im Notprogramm die Box. Für diesen Vorfall gab es ebenfalls eine Stop&Go-Strafe, Grund war „gefährliche Fahrweise am Boxeneingang“. Der Wagen von Wurz/Sarrazin/Conway schlug durch einen Fehler von Mike Conway nach gut drei Stunden in die Streckenbegrenzung ein konnte nicht mehr am Rennen teilnehmen. Dieser Vorfall sorgte für die zweite Gelbphase des Rennens. Bei den Privatteams konnte das Team ByKolles den zweiten Sieg in Folge einfahren. Beide Rebellion R-One hatten Probleme mit den Zündkerzen, die mehrmals gewechselt werden musste. Am Ende nur Platz sieben und acht für das Team aus der Schweiz.

  1. #17 Porsche Team – Porsche 919 Hybrid – Bernhard/Webber/Hartley
  2. #7 Audi Sport Team Joest – Audi R18 e-tron quattro – Fässler/Lotterer/Tréluyer
  3. #8 Audi Sport Team Joest – Audi R18 e-tron quattro – Di Grassi/Duval/Jarvis
  4. #1 TOYOTA GAZOO Racing – Toyota TS040 – Hybrid – Davidson/Buemi/Nakajima
  5. #4 Team ByKolles – CLM P1/01 – Trummer/Kaffer
  6. #18 Porsche Team – Porsche 919 Hybrid – Dumas/Jani/Lieb
  7. #12 Rebellion Racing – Rebellion R-One – Prost/Beche/Heidfeld
  8. #13 Rebellion Racing – Rebellion R-One – Imperatori/Kraihamer/Abt

Nicht klassifiziert:
#2 TOYOTA GAZOO Racing – Toyota TS040 – Hybrid – Wurz/Sarrazin/Conway

LMP2

In der LMP2-Klasse triumphierte das Team G-Drive Racing mit den Fahrern Rusinov/Canal/Bird. Dahinter rangiert der Oreca 05 von KCMG, der vom letzten Platz starten musste, aber sich bereits nach wenigen Runde an die Spitze des LMP2-Feldes setzen konnte und sich dort auch lange festsetzen konnte. Später brummte der Rennleiter dem Team eine Strafe aufgrund durchdrehender Reifen beim Verlassen der Parkposition in der Box auf. Auf Platz drei folgte das zweite Fahrzeug von G-Drive Racing.
Das Podium knappt verfehlt hat die Nummer #30 vom US-Team Extreme Speed Motorsports. Das Schwesterfahrzeug von ESM sorgte nach etwa zwei Stunden für eine länge Gelbphase. US-Fahrer Ed Brown hatte mit seinem Ligier JS P2 einen heftigen Abflug, Schuld waren Bremsprobleme. Auf Platz fünf, sechs und sieben folgen die noch offenen Prototypen vom Team SARD-Morand, Signatech Alpine und Strakka Racing. Die schnellste Runde fuhr Nicolas Lapierre mit einer Zeit von 1:56.735 Minuten im Oreca 05 von KCMG.

  1. #26 G-Drive Racing – Ligier JS P2 – Rusinov/Canal/Bird
  2. #47 KCMG – Oreca 05 – Howson/Bradley/Lapierre
  3. #28 G-Drive Racing – Ligier JS P2 – Yacaman/Derani/Gonzalez
  4. #30 Extreme Speed Motorsports – Ligier JS P2 – Sharp/Dalziel/Heinemeier-Hansson
  5. #43 Team SARD-Morand – Morgan Evo – Ragues/Webb/Hamilton
  6. #36 Signatech Alpine – Alpine A450b – Panciatici/Chatin/Capillaire
  7. #42 Strakka Racing – Gibson 015S – Leventin/Watts/Kane

Nicht klassifiziert:
#31 Extreme Speed Motorsports – Ligier JS P2 – Brown/van Overbreek/Fogarty

LMGTE Pro

In der LMGTE Pro-Klasse feierte, wie auch schon am Nürburgring, das Porsche Team Manthey einen Doppelsieg. Der Erfolg war zu keinem Zeitpunkt wirklich in Gefahr und die Mannschaft von Olaf Manthey lieferte eine fehlerfreie Vorstellung ab. Die Nummer #71 von AF Corse wurde Dritter, das Schwesterfahrzeug hatte mit vielen Problemen zu kämpfen. Höhepunkt war sicherlich die defekte Fahrertür, durch die man viel Zeit in der Box verlor. Am Ende wurde man nur Letzter. Aston Martin lieferte einen ähnlich schwachen Auftritt wie im Training ab und hätte ohne das Problem der Nummer #51 von AF Corse die letzten drei Plätze in der Klasse belegt. Auch die Nummer #99 von Aston Martin hatte eine Strafe aufgrund eines Verstoßes beim Boxenstopp kassiert. Die schnellste Zeit in der Pro-Klasse fuhr Michael Christensen in der Nummer #91 und einer Zeit von 2:05.867 Minuten.

  1. #91 Porsche Team Manthey – Porsche 911 RSR – Lietz/Christensen
  2. #92 Porsche Team Manthey – Porsche 911 RSR – Pilet/Makowiecki
  3. #71 AF Corse – Ferrari 458 Italia – Rigon/Calado
  4. #99 Aston Martin Racing V8 – Aston Martin Vantage V8 – MacDowall/Rees/Stanaway
  5. #95 Aston Martin Racing – Aston Martin Vantage V8 – Nygaard/Sörensen
  6. #97 Aston Martin Racing – Aston Martin Vantage V8 – Turner/Adam
  7. #51 AF Corse – Ferrari 458 Italia – Bruni/Vilander
Doppelsieg für das Porsche Team Manthey in der LMGTE Pro-Klasse, Austin 2015 © Porsche
Doppelsieg für das Porsche Team Manthey in der LMGTE Pro-Klasse, Austin 2015 © Porsche

LMGTE Am

In der LMGTE Am-Klasse sah es lange Zeit nach einem Doppelsieg für die beiden Fahrzeuge (Dempsey-Proton Racing #77, Abu Dhabi-Proton Racing #88) von Proton Competition aus.
Die Klasse bot wohl die spannendsten Kämpfe des gesamten Rennens. Vor allem der spätere Kampf um die Führung zwischen der Nummer #88 von Abu Dhabi-Proton Racing und der Nummer #72 von SMP Racing bot viele spannende Momente. Earl Bamber, einer der Fahrer der Nummer #88, fuhr mit einer Zeit von 2:06.227 Minuten auch die schnellste Runde im Rennen. Letztlich gewann SMP Racing mit 40,854 Sekunden Vorsprung auf den Porsche 911 RSR von Abu Dhabi-Proton Racing. Das Team kann durch den Sieg in Texas seine Führung im Kampf um das beste LMGTE Am-Team deutlich ausbauen. Dritter wurde der Ferrari 458 Italia mit der Nummer #83 von AF Corse. Mit 4,935 Sekunden Abstand auf den dritten Platz verpasst Patrick Dempsey bei seinem Heimrennen nur knapp das Podest. Dahinter folgen die beiden Wagen von Aston Martin Racing und die Chevrolet Corvette C7.R von Larbre Competition. Benny Simonsen wurde auch wie bei seinem ersten WEC-Rennen 2012 in Bahrain Sechster.

  1. #72 SMP Racing – Ferrari 458 Italia – Shaitar/Bertolini/Basov
  2. #88 Abu Dhabi – Proton Racing – Porsche 911 RSR – Ried/Al Qubaisi/Bamber
  3. #83 AF Corse – Ferrari 458 Italia – Perrodo/Collard/Aguas
  4. #77 Dempsey – Proton Racing – Porsche 911 RSR – Dempsey/Long/Seefried
  5. #98 Aston Martin Racing – Aston Martin Vantage V8 – Dalla Lana/Lamy/Lauda
  6. #96 Aston Martin Racing – Aston Martin Vantage V8 – Castellacci/Simonsen/Hall
  7. #50 Larbre Competition – Chevrolet Corvette C7.R – Roda/Ruberti/Poulsen

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