Stewards treffen finale Entscheidung im Fall Bradley/Yacaman

KCMG, Oreca 05 #47, 6 Stunden vom Nürburgring 2015 © WEC-Aktuell.de

Es war wohl einer der umstrittensten Szenen des 6-Stunden-Rennens in Fuji vor gut drei Wochen. Kurz vor dem Ende des Rennens kommt es zu einem heftigen Zwischenfall in der LMP2-Klasse. In einem hart umkämpften Kampf um den zweiten Platz, kommt es zu einer Kollision zwischen dem in der Meisterschaft führenden KCMG-Team und einem Fahrzeuge von G-Drive Racing. Für das KCMG-Team ist das Rennen danach beendet. Schaut man sich die Wiederholungen an, sieht es auf den ersten Blick danach aus, als würde der Fahrer von Ligier JS P2 mit der Nummer #28 von G-Drive Racing den Oreca 05 mit der Nummer #47 von KCMG abschießen. Doch es kam anders. Die Stewards bestraften Richard Bradley von KCMG, da er zu früh bremste und so den Unfall provozierte. Kurz danach reichte KCMG weitere Daten ein und die Entscheidung wurde wieder zurückgezogen und vertagt. Die endgültige Entscheidung der Stewards in dem Fall sollte erst beim nächsten Rennen in Shanghai getroffen werden und heute gaben die Verantwortlichen nach vielen Spekulationen und Diskussionen die endgültige Stellungnahme zu dem Fall ab.

Nachdem man Hinweisen genauer nachging und die Telemetriedaten von beiden Fahrzeugen analysierte, kam man zu folgendem Ergebnis:

  • Bevor es zu dem Unfall kam, hatte Gustavo Yacaman eine höhere Geschwindigkeit am Ausgang der letzten Kurve. Richard Bradley ließ keinen Platz für ein Überholmanöver.
  • Yacaman bremste auf der Geraden vor der Kurve in dem der Unfall passierte zweimal um einen Kontakt zwischen den Fahrzeugen zu vermeiden
  • Anders als in den zehn Runden davor, schaltete Bradley im Bereich des Unfalls in den sechsten Gang und verlangsamte somit den Wagen, was zu einem Kontakt mit Yacaman geführt haben könnte.
  • Bradley begann den Bremsvorgang 40 Meter früher als in den Runden davor und verlängerte die Bremszone von 150 auf 190 Meter.

Die Stewards sind nach der Durchsicht der Beweise der Auffassung, dass das Verhalten von Bradley gefährlich für ihn selbst und für das folgende Fahrzeug war“, heißt es in der Stellungnahme. Bradley und KCMG kamen mit einem scharfen Verweis davon. Die Stewards werden jedoch zukünftig eine Durchfahrtsstrafe für Zwischenfälle dieser Art verhängen.
Bevor die endgültige Entscheidung getroffen wurde, trafen sich Gustavo Yacaman, Richard Bradley, Mitglieder der Teams von KCMG und G-Drive Racing, sowie Offiziellen der FIA WEC,
bei denen auch Rennleiter Eduardo Freitas und WEC-Boss Gérard Neveu dabei waren.
Beim kommenden Rennen in Shanghai und auch beim letzten Saisonlauf in Bahrain wird es einen harten Kampf um den Team- und Fahrertitel in der LMP2-Klasse geben.
Durch den Ausfall von KCMG in Fuji verlor man die Tabellenführung an die Nummer #26 (Rusinov/Canal/Bird) von G-Drive Racing und rutschte auf den zweiten Rang ab. Mit nur drei Punkten Abstand folgt die Nummer #28 (Yacaman/Derani/Gonzalez) von G-Drive Racing.

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