Porsche gewinnt in Shanghai und sichert sich Herstellertitel

Porsche Team, Porsche 919 Hybrid #17 und #18, 6 Stunden von Shanghai 2015 © Porsche

Das Porsche Team gewinnt das siebte Saisonrennen der WEC in Shanghai und hat nun fünf Siege auf dem Konto. Darüber hinaus sicherte sich das Team aus Weissach den Herstellertitel, den Porsche als eigentliches Hauptziel in der FIA WEC ansieht. Porsche hat nach dem WEC-Lauf in Shanghai 308 Punkte auf dem Konto. Auf dem zweiten Platz liegt Audi (238), gefolgt von Toyota (137). Für Porsche ist es der 13. Langstrecken-WM-Titel und der erste Titel seit 1986. Zwischen 1964 und 1986 gewann der Autobauer insgesamt zwölfmal die damalige Sportwagen-Weltmeisterschaft. Der Fahrertitel gilt ebenso als so gut wie sicher, denn Audi hat beim Saisonfinale in Bahrain nur noch geringe Chancen den Fahrertitel für sich zu beanspruchen.

Auch das 6-Stunden-Rennen von Shanghai wurde vom Regen bestimmt und wurde hinter dem Safety Car gestartet, da die drei Trainingssitzungen und das Qualifying auf trockener Strecke stattfanden. Anders als in Fuji wurde das Rennen jedoch schnell freigegeben und nach gut zehn Minuten fuhren die 31 Fahrzeuge erstmals im Renntempo über die Strecke.
Das Rennen war von vielen Drehern, vier FCY-Phasen und falschen Reifenstrategien geprägt.

Die beiden Porsche 919 Hybrid zogen, nachdem das Safety Car von der Strecke fuhr, schnell davon. Dahinter ging die Nummer #1 (Davidson) von Toyota an der Nummer #8 (Jarvis) von Audi vorbei. André Lotterer griff unterdessen die beiden Porsche an und berührte die Nummer #18 von Marc Lieb, dessen Fahrzeug sich dann drehte und nur knapp von den heran-
rauschenden Fahrzeugen verfehlt wird. Einige Kurven später drehte sich der Oreca 05 von KCMG und rutschte ins Kiesbett. Der Oreca kommt dort ohne Hilfe nicht mehr hinaus.
Durch die Bergung des Fahrzeugs wurde viel Kies auf die Strecke geschleudert und die Rennleitung schickt das Safety Car auf die Strecke. Nachdem das Renntempo wieder aufgenommen wurde, führte Brendon Hartley im Porsche 919 Hybrid mit der Nummer #17 vor den beiden Audi e-tron quattro und den beiden Toyota TS040 – Hybrid. In der Zwischenzeit pflügte sich Marc Lieb nach dem Dreher in der Anfangsphase durch das Feld und lag bereits wieder hinter den beiden Toyota, die er wenig später überholte.
Nach gut 90 Minuten drehte sich Danny Watts und versenkte den Gibson 015S im Kies.
Die Rennleitung entschied sich für die erste FCY-Phase, die etwa zehn Minuten andauerte. Keine zehn Minuten später gab es eine zweite FCY-Phase, da Dominik Kraihamer sein Fahrzeug ebenfalls im Kies versenkte. Audi nutzte die Chance und holte beide Fahrzeuge in der etwa zehn Minuten andauernden FCY-Phase in die Box. Keine fünf Minuten später gab es die dritte FCY-Phase, da Kazuki Nakajima und Khaled Al-Qubaisi ihre Fahrzeuge ebenfalls ins Kiesbett beförderten. Nun nutzte Porsche die Chance und holte beide Fahrzeuge in der etwa fünf Minuten andauernden FCY-Phase in die Box. Lucas Di Grassi übernahm dadurch die Führung in der LMP1-Wertung. Wenig später gab es an der Spitze eine Audi-Doppelführung, nachdem Benoit Treluyer an Timo Bernhard vorbeiging. Die beiden Audi wechselten die Position, damit die in der Weltmeisterschaft besser platzierte Nummer #7 vorne liegt. Wenig später gingen die beiden Porsche 919 Hybrid jedoch an der Nummer #8 vorbei und lagen so auf dem zweiten und dritten Rang. In Runde 73 übernahm Neel Jani die Führung. Kurz danach wechselten die beiden Porsche ebenfalls die Position, Audi zog derweil Intermediate-Reifen auf.
Romain Dumas drehte sich später bei einem Überrundungsvorgang und verlor den zweiten Platz an Marcel Fässler im Audi mit der Nummer #7. Fässler erhielt wenig später eine Verwarnung, weil er beim Überholvorgang einen Porsche vom Porsche Team Manthey leicht berührte. Kurz vor Schluss gab es noch eine vierte FCY-Phase, da ein Rebellion in die Leitplanke einschlug. Die Geschwindigkeitsbegrenzung wurde fünf Minuten vor Schluss wieder aufgehoben. Der Wagen konnte schnell wieder repariert werden, blieb jedoch kurz darauf liegen. Toyota konnte das Tempo am Anfang relativ gut mitgehen, verzockte sich jedoch mehrmals mit den Reifen, als sie u.a. beim ersten Stopp keine Reifen wechselten und im späteren Verlauf zu früf auf Intermediate-Reifen wechselten. In der privaten LMP1-Wertung siegt die Nummer #12 von Rebellion Racing vor dem Team ByKolles. Der andere Rebellion R-One wird nicht gewertet. Die beiden Rebellion dominierten das Rennen, leisteten sich jedoch viele Fehler und Dreher.

In der LMP2-Klasse gewann Signatech Alpine, vor dem Wagen mit der Nummer #26 von G-Drive Racing und KCMG. LMP2-Debütant Tom Dillmann zeigte im Signatech Alpine eine starke Vorstellung. Lange Zeit führte der Gaststarter Pegasus Racing. Der eingesetzte Morgan-Prototyp ist im Gegensatz zum Morgan Evo vom Team SARD-Morand noch mit dem alten Aerodynamikpaket unterwegs. Desweiteren nutzt Pegasus Racing als einziges LMP2-Team Michelin-Reifen. In Runde 108 musste sich das Team allerdings Signatech Alpine geschlagen geben. Nachdem ein drehender Porsche 919 Hybrid in den Wagen von Pegasus Racing einschlug, legte man vorsichtshalber einen Stopp ein um den Wagen zu kontrollieren und verlor weiter an Boden. Am Ende wurde man Fünfter. In der Anfangsphase drehte sich Nick Tandy im Oreca 05 von KCMG, steckte im Kies fest und verlor eine Runde. Später verzockte man sich bei den Reifen. Die beiden Fahrzeuge von G-Drive Racing handelten sich über das Rennen verteilt mehrere Strafen ein. Dennoch belegte ein Fahrzeug den zweiten Platz, der andere Wagen wurde nicht gewertet.

Porsche Team Manthey, Porsche 911 RSR #91, 6 Stunden von Shanghai 2015 © Porsche
Porsche Team Manthey, Porsche 911 RSR #91, 6 Stunden von Shanghai 2015 © Porsche

In der LMGTE Pro-Klasse gewannen Richard Lietz und Michael Christensen im Porsche 911 RSR mit der Nummer #91 vom Porsche Team Manthey das Rennen. Auf Platz zwei folgen Bruni/Vilander von AF Corse. Der dritte Platz wird vom zweiten Wagen vom Porsche Team Manthey beansprucht. Die beiden Teams über das gesamte Rennen verteilt einen harten Kampf um die Führung. Das Team aus Meuspath verlor kurz vor Schluss die Doppelführung,
da Marcel Fässler den Wagen von Frederik Makowiecki berührt und der Franzose danach zur Reparatur in die Box fährt. Gianmaria Bruni nutzt die Chance und fährt auf den zweiten Platz vor. Die beiden Aston Martin hatten mit dem Podium absolut nichts zu tun und landeten mit jeweils zwei Runden Rückstand auf dem fünften und sechsten Platz.
Anders sieht es in der LMGTE Am-Klasse aus. Hier gab es lange Zeit eine Doppelführung durch Aston Martin. Die Nummer #96 rollt jedoch 45 Minuten vor Ende aus, kann sich jedoch noch in die Box retten und wird letztlich Sechster. Am Ende gewann AF Corse vor Aston Martin Racing (#96) und SMP Racing. Zwischen den beiden Aston Martin Vantage V8 und beiden Ferrari 458 Italia gab es spannende Kämpfe und Positionswechsel. Die beiden Porsche im LMGTE Am-Feld hatten mit dem Sieg nicht viel zu tun. Dempsey – Proton übernahm anfangs die Führung, jedoch leistete man sich über das Rennen verteilt einige Fehler und landete auf dem vierten Platz. Patrick Dempsey hatte, wie auch schon in Fuji, Probleme mit der nassen Strecke.
Abu Dhabi – Proton Racing leistete sich einige Dreher, hatte einen schleichenden Plattfuß und wurde vom sich drehenden Rebellion R-One von Imperatori abgeräumt.

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