Toyota: Frühestens ab 2017 mit drittem Prototypen in Le Mans

TOYOTA GAZOO Racing, Toyota TS040 #2, 6 Stunden vom Nürburgring 2015 © WEC-Aktuell.de

Schaut man sich die letzten Ausgaben der 24 Stunden von Le Mans genauer an, wird klar,
dass man als Werksteam unbedingt ein drittes Fahrzeug braucht. Hätte Audi im Jahr 2011 keinen dritten Wagen gehabt, wäre für den deutschen Autobauer aus Ingolstadt das Rennen bereits vor Mitternacht zu Ende gewesen. Nach den schweren Unfällen von Allan McNish und Mike Rockenfeller fuhr der dritte Wagen den Gesamtsieg ein. Hätte Toyota im letzten Jahr einen dritten Wagen gehabt, wäre womöglich ebenfalls ein Gesamtsieg möglich gewesen.
Die Japaner dominierten die ersten beiden Saisonrennen und waren die haushohen Favoriten in Le Mans. Nachdem die Nummer #8 bei einem Unfall im Regen schwer beschädigt wurde und viel Zeit in der Box verlor, war das Schwesterfahrzeug auf Siegeskurs. Am Morgen jedoch blieb der Wagen mit einem Kabelbrand im Antriebsstrang liegen. Auch hier hätte ein drittes Fahrzeug möglicherweise den Gesamtsieg erreichen können. Seit der Rückkehr der Japaner nach Le Mans im Jahr 2012 wurden jedoch immer nur zwei Wagen an der Sarthe eingesetzt,
da das Team nur begrenzte Mittel zur Verfügung hat. Das könnte sich jedoch bald ändern.

Was Rob Leupen, Vizepräsident von Toyota, über die Zukunftspläne der Japaner gegenüber Motorsport.com äußerte, dürfte viele Toyota-Fans freuen.
Das Budget wurde für das nächste Jahr zwar erhöht, aber dennoch wird es keinen dritten Wagen in Le Mans geben. Es wird im kommenden Jahr ein vollkommen neuen Wagen geben und außerdem gibt es einen zusätzlichen finanziellen Druck durch das neunte Saisonrennen in Mexiko. Für 2017 ist der zusätzliche Wagen allerdings eine „realistische Option“.

Der auf den Namen TS050 getaufte neue LMP1-Prototyp wird einen kleinvolumigen Turbomotor und ein neues Hybridsystem erhalten. Toyota wird die Superkondensatoren durch Batterien ersetzen und von der 6MJ- in die 8MJ-Klasse wechseln. Der neue Motor läuft bereits seit Oktober auf dem Prüfstand von TMG in Köln. Das neue Hybridsystem wurde ebenfalls schon getestet. Insgesamt wird man laut Leupen mit einer besseren Vorbereitung in die neue Saison geben. „Wir werden im nächsten Jahr ein komplett neues Chassis haben“, sagte Leupen. „Einige Teile werden übernommen, aber aufgrund des Druckes Gewicht zu sparen, wird jedes Teil genau angeschaut. Es ist eine teure Angelegenheit, aber wir müssen nichts unversucht lassen, um in der nächsten Saison auf dem gleichen Niveau wie unsere Wettbewerber zu sein.“

Fahrerkader wird im Februar bekanntgegeben

Der Fahrerkader für die kommende Saison wird im Februar in Japan bekanntgegeben.
Zuletzt gab es Spekulationen wonach Alexander Wurz das Team verlassen könnte und durch Entwicklungs- und Ersatzfahrer Kamui Kobyyashi ersetzt werden könnte. Neuesten Gerüchten zufolge wird Wurz mit dem GTE-Programm von Ford in Verbindung gebracht. „Wir werden den neuen Fahrerkader im Februar in Japan bekanntgeben“, sagte Leupen. „Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass Kobayashi eine unserer ersten Optionen ist. Er ist seit einiger Zeit bei uns und es ist ein gutes Verhältnis.“

Leupen bestätigte außerdem, dass beim Rookie-Test am 22. November 2015 in Bahrain der Brite Sam Bird als einziger Neuzugang für Toyota testen wird. Die Verantwortlichen der FIA teilten zuletzt Sam Bird, der zuletzt gute Leistungen beim LMP2-Team G-Drive Racing zeigte, dem Team aus Japan zu. Mike Conway wird für Bird die Installationsrunden übernehmen.

Quelle

3 Trackbacks / Pingbacks

  1. GP2-Pilot Alex Lynn testet für Toyota in Bahrain › WEC-Aktuell
  2. Rookie-Test: Überarbeitete Teilnehmerliste veröffentlicht › WEC-Aktuell
  3. Spa & Le Mans 2017: Audi wohl erneut mit kleinerem Aufgebot › WEC-Aktuell

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.