Rückblick auf den Rookie-Test der WEC in Bahrain

LMP1-Prototypen von Audi, Porsche und Toyota beim offizielle Rookie-Test der FIA WEC in Bahrain (2015) © Porsche

Am Sonntag fand der offizielle Rookie-Test der FIA WEC in Bahrain statt. Einige Teams blieben nach dem Saisonfinale am Samstag vor Ort um jungen Nachwuchsfahrern die Chance zu geben eines ihrer Fahrzeuge zu testen. Auch einige sehr erfahrene Fahrer wie Juan Pablo Montoya und Memo Rojas waren vor Ort um ein WEC-Fahrzeug zu testen. Im Vorfeld teilten die Verantwortlichen der WEC drei Fahrer den großen LMP1-Werksteams zu. Richie Stanaway durfte einen Audi R18 e-tron quattro testen, Mitch Evans den Porsche 919 Hybrid und Sam Bird den Toyota TS040 – Hybrid. Die drei Fahrer zeigten in diesem Jahr besonders gute Leistungen und als Belohnung dafür gab die WEC ihnen die Chance einen der LMP1-Wagen zu testen.
Alle Teams konnten außerdem weitere Testfahrer bestimmen. Besonders Aston Martin nahm die Chance wahr und war mit mehr als zehn Fahrern vertreten. Der Test war in zwei Teile aufgeteilt und dauerte insgesamt fünf Stunden.

Nachfolgend einer Übersicht über die Leistungen der einzelnen Fahrer.

Audi Sport Team Joest (LMP1)

Im Rookie-Test bekam der Neuseeländer Richie Stanaway die Chance den LMP1-Prototypen von Audi zu testen. „Eine sagenhafte Gelegenheit, die mir unglaublich Spaß gemacht hat“, freute sich Stanaway nach dem Test. „Ein riesiges Dankeschön an Audi und an die FIA WEC für diese wunderbare Chance.“ Stanaway fährt normalerweise für Aston Martin in der WEC und beendete die Saison in der Wertung der besten GT-Fahrer auf dem neunten Platz. Am Steuer des Audi R18 e-tron quattro absolvierte er 63 Runden. Seine Bestzeit lag bei 1:42.134 Minuten. Stammfahrer Benoit Tréluyer nahm ebenfalls am Test teil.

TOYOTA GAZOO Racing (LMP1)

Für Toyota testeten Sam Bird und Alex Lynn. Sam Bird fuhr 2015 für das LMP2-Team G-Drive Racing und gewann am Samstag zusammen mit Roman Rusinov und Julien Canal die Fahrer- und Teamwertung in der LMP2-Klasse. Alex Lynn hat 2013 mit Alexander Wurz einen sehr prominenten Unterstützer für sich gewinnen können und fährt in der GP2-Serie. Die schnellste Zeit von Bird lag bei 1:45.318 Minuten, die von Lynn bei 1:46.025 Minuten. Nachdem Alexander Wurz seine Karriere beendet hat, hat neben Ersatzpilot Kamui Kobayashi auch Sam Bird gute Chancen auf das freigewordene Cockpit im brandneuen Toyota TS050 – Hybrid. Bird fuhr im Test 52 Runden, Lynn 54 Runden. Außerdem nahmen Stammfahrer Anthony Davidson und Mike Conway am Test teil.

Porsche Team (LMP1)

Für das Porsche Team testeten IndyCar-Fahrer Juan Pablo Montoya und GP2-Pilot Mitch Evans den Porsche 919 Hybrid. Evans, der am Sonntag noch das GP2-Rennen in Bahrain gewann, fuhr 54 Runden auf dem Bahrain International Circuit. Während der Rennsimulation lag seine Zeit bei 1:43,60 Minuten und war nur 1,71 Sekunden langsamer als der Bestwert von Neel Jani am Tag davor. Die absolute Bestzeit von Evans lag bei 1:42.946 Minuten. Der zweimalige Indy500-Gewinner Montoya absolvierte 55 Runden. Seine Bestzeit lag in der Rennsimulation bei 1:44,46 Minuten Minuten, in der Qualifying-Konfiguration bei beeindruckenden 1:40.861 Minuten. Die Zeit von Timo Bernhard, die mit zur Pole Position für die 6 Stunden von Bahrain beitrug, lag am Freitag bei 1.39,67 Minuten.

Stimmen nach dem Test:
Juan Pablo Montoya: „Das Auto ist fantastisch – ein sensationelles Gerät und der derzeit am höchsten entwickelte Rennwagen auf dem Planeten. Ich bin alle möglichen Rennwagen gefahren, dieser macht wirklich Spaß. Der 919 hat viel Leistung und liegt sehr, sehr stabil. Gerade weil er sich so sicher und berechenbar anfühlt, lädt er dazu ein, es zu übertreiben.
Das Auto ist so gut, dass die hohen Geschwindigkeiten kaum auffallen. Im Vorfeld habe ich mich etwas erschreckt, als ich die 30-seitige Bedienungsanleitung sah, aber dann war es gar nicht so schwierig. Die Strecke ist schön, ich habe die Tage hier sehr genossen. Ich bin früh angereist, um zu sehen, wie das Team arbeitet. Ich kannte Fritz Enzinger und Andreas Seidl noch aus Formel-1-Tagen und fand es natürlich großartig, als sie mich einluden, den 919 Hybrid zu fahren. Wir haben keine Zukunftspläne, darüber haben wir noch nicht einmal gesprochen. Ich bin nach Bahrain gekommen, um Spaß zu haben und mit dem Auto richtig
Gas zu geben, das war klasse.“

Mitch Evans: „Großartig, nach meinem ersten Testeinsatz in Barcelona erneut am Steuer des Porsche 919 Hybrid zu sitzen und diese aufregende Technologie genießen zu dürfen. Das Auto lässt sich wirklich fantastisch fahren und vermittelt viel Vertrauen. Mit jeder Runde lerne ich dazu. Der Allradantrieb wirkt sich stark auf das Bremsen und natürlich das Beschleunigen aus. Hinzu kommen die Hybridsysteme. Er besitzt sehr viel aerodynamischen Abtrieb und geht schonender mit den Reifen um als mein GP2-Rennwagen. Der 919 Hybrid macht rundherum einen ausgereiften Eindruck, ein toller Job des Teams. Danke an Porsche und die FIA, dass sie mir diesen Rookie-Test ermöglicht haben.“

Team ByKolles (LMP1)

Das private LMP1-Team gab dem Österreicher René Binder die Chance den Wagen zu testen. Binder fährt aktuell in der GP2-Serie und absolvierte in diesem Jahr auch ein Rennen der Renault 3.5. Er fuhr 66 Runden, seine Bestzeit lag bei 1:50.262 Minuten.

Signatech Alpine (LMP2)

Für Signatech Alpine testete Matthew Rao den Alpine A450b in Bahrain. Rao fuhr in diesem Jahr für Fortec Motorsports in der europäischen Formel-3-Meisterschaft. Seine Bestzeit von 1:52.026 Minuten war auch gleichzeitig die Bestzeit in der LMP2-Klasse.

Strakka Racing (LMP2)

Strakka Racing lud Lewis Williamson und Tio Ellinas zum Test ein. Williamson fuhr zwischen 2011 und 2013 in der GP3-Serie, Ellinas fuhr in diesem Jahr in der Formula Renault 3.5.
Ihre Bestzeit lag bei 1:54.613 bzw. 1:54.048 Minuten, doch ein Motorproblem verhinderte die Weiterfahrt.

AF Racing (LMP2)

Für AF Racing testeten der dreifache Gewinner der 24 Stunden von Daytona Memo Rojas (1:53.139 Minuten) und GP2-Pilot Julian Leal Covelli (1:52.081 Minuten) den BR01. Stammfahrer Nicolas Minassian fuhr ebenfalls vier Runden.

Porsche Team Manthey (LMGTE Pro)

Für das Porsche Team Manthey testeten Philipp Eng, Nick Catsburg und David Heinemeier Hansson. Eng, Sieger des Porsche-Carrera-Cup 2014 und 2015, fuhr mit einer Zeit von 2:00.349 Minuten die Bestzeit in der LMGTE Pro-Klasse. Catsburg gewann in diesem Jahr die 24 Stunden von Spa-Francorchamps und war 0,232 Sekunden langsamer als Eng. David Heinemeier Hansson durfte ebenfalls an das Steuer des Porsche 911 RSR. Sein Rückstand auf Eng betrug 1,136 Sekunden. In der abgelaufenen Saison fuhr er für das LMP2-Team Extreme Speed Motorsports in der WEC.

Aston Martin Racing / Aston Martin Racing V8 (LMGTE Pro/LMGTE Am)

Der britische Hersteller nutzte die Chance und lud Ross Gunn, Jamie Chadwick, Matt Bell, Jody Fanin, Devon Modell und Daniel Lloyd stammen aus den Aston Martin Academy Programm zum Test ein. Des Weiteren testeten Darren Turner, Archie Hamilton, Fabian Hamprecht and Salman Rashid Al Khalifa den Aston Martin Vantage V8. Jonathan Adam und Marco Sörensen waren auch gemeldet, doch sie kamen nicht zum Einsatz.
Aston Martin schickte auch erstmals die für das kommende Jahr überarbeitete GTE-Version des Aston Martin Vantage V8 auf die Strecke.

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