Kein WEC-Comeback: Nissan beendet LMP1-Programm

Nissan GT-R LM Nismo #23, 24 Stunden von Le Mans 2015 © Nigel Barrett

Nissan hat am heutigen Dienstag das Aus für den LMP1-Prototypen Nissan GT-R LM Nismo und dem damit verbundenen WEC-Engagement bekanntgegeben. Das ungewöhnliche Konzept des Prototypen konnten die Fans nur bei der diesjährigen Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans bewundern. Der Wagen mit Frontmotor und Frontantrieb hatte beim ersten und einzigen Einsatz auf der Rennstrecke keinerlei Chancen gegen Audi, Porsche und Toyota. Die schnellste Rennrunde stammt vom Audi R18 e-tron quattro mit der Nummer #7 und lag bei 3:17.475 Minuten, die des schnellsten Nissan (#22) bei 3:35.888 Minuten. Das zu schwere und zu wenig konkurrenzfähige Hybridsystem musste man vor dem Rennen ausbauen und so tuckerten die drei Nissan GT-R LM Nismo auf dem Geschwindigkeitsniveau der LMP2-Prototypen über den Traditionskurs in Frankreich. Letztlich fielen zwei Wagen aus, der dritte wurde nicht gewertet, da man nur 242 Runden fuhr und so nicht 70% der zurückgelegten Distanz (395 Runden) des Gesamtsiegers absolvierte.

Bereits bei der Präsentation des LMP1-Programms im Mai 2014 in London spuckte man große Töne und man war sich sicher, dass man Le Mans 2016 mit einem sehr innovativen Konzept gewinnen werde. Im Februar 2015 wurde der Wagen im Rahmen eines Werbespots beim Super Bowl der Öffentlichkeit vorgestellt und sorgte bei dem ein oder anderen Teamchef und auch Fan für Schmunzeln. Die Kosten für den Film waren enorm. Im Schnitt gaben die Unternehmen in diesem Jahr 133.000 Dollar pro Sekunde aus um ihren Werbespot zeigen zu dürfen.
Nicht umsonst gilt die Werbepause beim Super Bowl als teuerste Werbepause der Welt.

Nach dem Desaster in Le Mans absolvierte man im September einen Test in Austin und Anfang Dezember einen weiteren Test im NOLA Motorsports Park in der Nähe von New Orleans. Nissan verzeichnete zwar Fortschritte und plante ein WEC-Programm mit zwei überarbeiteten Fahrzeugen für 2016, doch die Entwicklungen haben die Firmenzentrale nicht überzeugt. „Nissan ist in der Saison 2015 mit einem innovativem, gewagten Konzept und dem Ziel, vorne mitzumischen, in die LMP1-Klasse eingestiegen. Die Teams haben sorgsam gearbeitet, um den Fahrzeugen zum erhofften Performance-Level zu verhelfen. Das Unternehmen hat jedoch entschieden, dass das Programm nicht in der Lage ist seine Ziele zu erreichen und hat sich dazu entschieden, sich auf seine längerfristigen Motorsport-Strategien zu konzentrieren“, heißt es in der Pressemitteilung.

Nissan wird weiterhin in der japanischen Super GT, den V8 Supercars Australia und in einigen GT3-Serien vertreten sein. Dazu stattet man die Mehrheit der LMP2-Prototypen mit Motoren aus und liefert für die LMP3-Prototypen den Einheitsmotor.

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