WEC-Prolog 2016: Zusammenfassung des ersten Tages

Porsche 919 Hybrid #2 WEC-Prolog 2016; Photo © AdrenalMedia.com

Endlich geht die WEC wieder los! Nachdem in den letzten Tagen viele Teams ihre fertigen Fahrzeuge der Presse und den Fans präsentierten, ging es heute das erste Mal auf die Rennstrecke. Der jährliche WEC-Prolog auf dem Circuit Paul Ricard im südfranzösischen Le Castellet, dient den Teams als zweitägiger Test für die Saison, bei dem man sich hauptsächlich jedoch den Fans präsentiert. Ein echtes Kräftemessen findet für gewöhnlich nicht statt und auch in die Rundenzeiten sollte man nicht zu viele hineininterpretieren, da kein Team jetzt schon alle Karten auf den Tisch legen wird. Larbre-Fahrer Yamagishi sorgte in der ersten Sitzung durch einen kurzen Abflug ins Kiesbett für eine rote Flagge, doch danach gab es bis zum Abend hin keine weiteren Zwischenfälle und die Teams konnten ihre Testprogramme umsetzen. Die Bestzeit, die es aus dem vergangenen Jahr zu schlagen galt, lag bei 1:37.220 Minuten.

Leider gibt es zum WEC-Prolog keinen Livestream und man ist auf Liveticker und die Postings der Teams auf Facebook und Twitter angewiesen. Als Liveticker empfiehlt sich die folgende Seite der FIA WEC, mit der jedoch einige Fans heute technische Probleme hatten: Link
Zeitplan für den morgigen zweiten Tag: 09-13 Uhr (Session 4), 14-17 Uhr (Session 5).

Erste Testsession (09:00-13:00 Uhr)

Beim ersten Aufeinandertreffen der neuen LMP1-Prototypen sicherte sich das Porsche Team die Bestzeit (1:38.264 Minuten). Mit einem Abstand von über zwei Sekunden folgten Toyota und Audi, die vor der Saison ein komplett neues Auto entwickelten und teilweise erhebliche Konzeptumstellungen vollzogen. Porsche ist zwar mit zwei Fahrzeugen angereist, lässt jedoch nicht beide auf die Strecke um wertvolle Testtage zu sparen. Heute fährt der Wagen mit der Nummer #2, morgen die Nummer #1. Die Ingolstädter drehten zusammen mit Porsche 74 Runden, Toyota nur 50. In der privaten Klasse liegen die beiden Rebellion R-One vor dem überarbeiteten CLM P1/01 von ByKolles. Baxi DC Racing Alpine lag mit 1:47.340 Minuten in der LMP2-Klasse in Front – vor Signatech Alpine (+ 0,204 Sekunden) und Strakka Racing (+ 0,581 Sekunden). WEC-Neuzugang Manor lag auf dem vorletzten Platz, doch eine hintere Position ist für ein Team ohne Langstreckenerfahrung nicht unüblich. Die beiden Ferrari 488 GTE von AF Corse setzten in der LMGTE Pro-Klasse Maßstäbe und lagen vor den beiden Ford GT vom Ford Chip Ganassi Team UK in Front. Dahinter folgt Aston Martin Racing. In der LMGTE Am-Klasse lag Larbre Competition in Führung. Mit einer Zeit von 1:58.268 Minuten war man fast eine Sekunde schneller als der Porsche 911 RSR von Gulf Racing und 1,6 Sekunden schneller als der Jahreswagen von AF Corse.

Zweite Testsession (14:00-18:00 Uhr)

Zu Beginn der zweiten Sitzung brennt Neel Jani eine Zeit von 1:37.960 Minuten in den Asphalt und ist noch einmal knapp 0,3 Sekunden schneller als am Vormittag. Auch die Konkurrenz von Audi und Toyota wird schneller und verkürzt den Abstand von 2,25 bzw. 2,35 Sekunden auf 1,4 bzw. 1,6 Sekunden. Toyota knackt gleichzeitig erstmals die Grenze von 340 km/h am Ende der langen Geraden. Audi ging erst kurz vor 17 Uhr auf die Strecke, da man in der Mittagszeit ein mechanisches Problem fand und die lange Reparatur ein neues Setup zur Folge hatte. Bei den Privatteams liegt Rebellion Racing wieder vor Kolles, doch der Abstand von Oliver Webb beträgt nur noch 0,204 bzw. 0,193 Sekunden. Der Neuzugang verrichtet an diesem Wochenende die Testarbeit alleine, da Simon Trummer nächste Woche operiert wird und Pierre Kaffer bei Audi-Testfahrten in Japan ist. Kurz vor Ende der ersten Stunden beginnt es für eine gute halbe Stunde an zu regnen. In der LMP2-Klasse liegt überraschenderweise der letzte offene Prototyp von Strakka Racing an der Spitze des Feldes (1:46.976 Minuten). Mit einem Abstand von + 0,593 bzw. 0,970 Sekunden folgen RGR Sport by Morand und Signatech Alpine. In der LMGTE Pro-Klasse liegt erneut Ferrari in Front – dieses Mal jedoch die #71 von Davide Rigon und Sam Bird. Dahinter folgen die beiden Ford GT und der Aston Martin. Ford konnte den Abstand zu Ferrari auf 0,218 bzw. 0,302 Sekunden verkürzen. Die #51 von AF Corse nahm nicht an der zweiten Sitzung teil. In der Amateur-Klasse lag erneut Larbre Competition in Front. Bis auf AF Corse (+ 0,156 Sekunden) und Gulf Racing (+ 0,617 Sekunden) war die Konkurrenz mit Abständen zwischen 1,8 und 4,0 Sekunden auch rechte weit entfernt von der Bestzeit entfernt.

Dritte Testsession (19:00-21:00 Uhr)

Im dritten Teil traten folgende Teams nichts mehr an und bereiten sich stattdessen auf den zweiten Testtag vor: G-Drive Racing #26, Baxi DC Racing Alpine #35, Strakka Racing #42, AF Corse #71, Dempsey – Proton Racing #77, KCMG #78, Larbre Competition #50, AF Corse #83 und Abu Dhabi Proton Racing #88. Andere Teams wie zum Beispiel Aston Martin Racing warteten ab und gingen erst bei einsetzender Dunkelheit auf die Strecke um einen Nachttest zu simulieren. Die schnellste Zeit und gleichzeitig Tagesbestzeit markierte wieder einmal Porsche mit 1:37.487 Minuten. Mit +0,860 Sekunden Abstand folgt TOYOTA GAZOO Racing und das Audi Sport Team Joest (+2,191 Sekunden). Der Audi R18 absolvierte nur vier Runden und rollte zu Beginn der fünften in der ersten Kurve aus. André Lotterer konnte den Wagen jedoch wieder starten und fuhr zurück in die Box, in der der Wagen auch bis zum Ende blieb. Ob technische Probleme eine Weiterfahrt verwehrten, ist derzeit nicht bekannt. Bei den privaten Teams gab es im Vergleich zu den ersten beiden Sitzungen keine Überraschungen, da Rebellion Racing erneut vor dem By Kolles Racing Team lag. Dieses Mal aber mit einem deutlichen größeren Abstand von 3,768 Sekunden. In der LMP2-Klasse setzte sich mit einer Zeit von 1:47.782 Minuten erstmals Signatech Alpine an die Spitze. Knapp dahinter folgt RGR Sport by Morand (+ 0,039 Sekunden) und Extreme Speed Motorsports mit Pipo Derani (+ 0,076 Sekunden). Dahinter folgten die beiden BR01 von SMP Racing, der zweite Ligier JS P2 von ESM und WEC-Neuling Manor.

In der LMGTE Pro-Klasse gab es keine Veränderungen gegenüber den ersten Sitzungen – Ferrari vor Ford und Aston Martin. Die Bestzeit von heute Morgen konnte nicht geknackt werden. In der LMGTE Am-Klasse nahmen mit Aston Martin Racing und Gulf Racing nur noch zwei Fahrzeuge teil. Der mit Dunlop-Reifen ausgestattete Aston Martin Vantage V8 lag 0,164 Sekunden vor dem Porsche 911 RSR. Beide Team fuhren mit 23 bzw. 22 Runden die nahezu identische Anzahl.

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