Audi siegt beim WEC-Auftakt in Silverstone

Audi R18 (2016) #7 (Audi Sport Team Joest), Marcel Fässler, André Lotterer, Benoît Tréluyer © Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH

Bei Sonnenschein und einer Außentemperatur von rund sieben Grad startete die FIA WEC im englischen Silverstone in die fünfte Saison. Audi ging von der ersten Startreihe aus ins Rennen und möchte im Duell mit Porsche wieder die Oberhand gewinnen und Toyota hofft mit der Neuentwicklung Toyota TS050 wieder Anschluss zu auf die anderen beiden Werke zu finden. Auch die LMP2-Klasse verspricht in diesem Jahr spannende Duelle und besteht aus ein Feld von elf Fahrzeugen –  prominenter Neuzugang ist das Team Manor, welches gleich mit zwei Fahrzeugen angreifen möchte. In der LMGTE Pro-Klasse feiert Ford seine Europapremiere und versucht die etablierten Hersteller Ferrari, Porsche und Aston Martin zu ärgern.

Nach dem Rennstart zogen die beiden Audi R18 schnell davon und ließen eine kleine Lücke zu Porsche entstehen. Es dauerte allerdings nicht lange bis der zweitplatzierte Audi die Position an denWeltmeister-Wagen von Porsche verlor. Toyota konnte über den Winter den Abstand zu den beiden anderen LMP1-Werksteams von mehreren Sekunden auf eine halbe Sekunde bzw. teilweise wenige Zehntel verkürzen und lag lange Zeit auf Lauerstellung. Für Toyota ist die Strecke in Silverstone laut Aussagen von Alexander Wurz jedoch die schwierigste Rennstrecke im Kalender. Webber übernahm derweil nach rund 90 Minuten die Führung es sah lange Zeit für einen Reichweitenvorteil für die Benzinerfraktion gegenüber dem Dieselmotor von Audi aus, da Porsche und Toyota teilweise drei Runden länger draußen bleiben konnte. Kurz nach 15 Uhr flog Brendon Hartley im Führungsfahrzeug nach einer Kollision mit dem Porsche 911 RSR von Gulf Racing in die Streckenbegrenzung. Es war ein heftiger Unfall, bei dem sich der Porsche 919 Hybrid fast überschlagen hätte. Die Fahrer konnten die Fahrzeuge zum Glück unverletzt verlassen. Auch für Audi war die Zwei-Stunden-Marke eine Wende, als der ohnehin schon mit Hybridproblemen geplagte Audi R18 von Lucas di Grassi, in der nach dem Unfall ausgerufenen FCY-Phase, auf der Strecke stehenblieb. Nach einigen Startversuchen entstand Rauch im Cockpit und kurz nachdem der Fahrer den Wagen verlassen hatte, wurde der installierte Feuerlöscher automatisch aktiviert. Ein derweil zum Auto gefahrene Joest-Mechaniker kümmerte sich um das Hybridsystem und wenig später konnte das Fahrzeug gefahrlos geborgen werden. Nach der Aufhebung der FCY-Phase ging der noch verbliebene Audi am ebenfalls noch verbliebenen Porsche vorbei, doch nun gab es nach einem Reifenplatzer bei einem der Toyota eine Safety-Car-Phase. Beim Toyota hatte der Reifenplatzer enormen Schaden am Bodywork und anderen Teilen im hinteren Fahrzeugbereich ausgelöst, was eine länge Reparaturphase zur Folge hatte. Derweil gerät Romain Dumas beim Überrunden mit einem der Ford GT aneinander und drehte sich. Der daraus resultierende Zeitverlust war einer der Faktoren, warum Audi am Ende den Sieg einfuhr. Des Weiteren sorgte ein Reifenschaden bei Porsche für einen zusätzlichen Stopp. Am Ende siegen André Lotterer, Marcel Fässler und Benoit Tréluyer vor dem Porsche von Romain Dumas, Marc Lieb und Neel Jani sowie Toyota mit Stephane Sarrazin, Mike Conway und Kamui Kobayashi. Obwohl man das Rennen von ganz hinten starten musste, siegen in der privaten LMP1-Klasse die beiden Rebellion R-One vor dem CLM P1/01 vom ByKolles Racing Team. Beide Teams hatten im Rennen mit technischen Problemen zu kämpfen.

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In der Anfangsphase gab es einen sehr spannenden Kampf in der LMP2-Klasse, bei dem Pipo Derani von Extreme Speed Motorsports die Führung übernahm. Nachdem sich der inzwischen im Auto sitzende Chris Cumming gedreht hatte, übernahm G-Drive Racing die Führung und liefert sich ein Duell mit dem inzwischen auf dem dritten Platz liegenden Team RGR Sport by Morand, welches später stark von der FCY- und SC-Phase profitierte. G-Drive Racing rund um René Rast hatte rund eine Stunde vor Rennende Pech beim Nasentausch, der sehr viel Zeit kostete und am Ende eine bessere Position kostete – letztlich wurde man Dritter. Der Sieg geht an RGR Sport by Morand und das schon vor der Saison als Geheimtipp ausgemachte Fahrertrio Ricardo Gonzalez, Filipe Albuquerque und Bruno Senna. Zweiter wird Extreme Speed Motorsports, die auch durch den langen Boxenstopp von G-Drive Racing profitierten. Manor lieferte sich beim WEC-Debüt zweitweise tolle Duelle mit Signatech Alpine, hatte aber mit einigen technischen Probleme und Strafen zu kämpfen, die ein besseres Ergebnis unmöglich machten.

In der LMGTE Pro-Klasse feiert AF Corse einen Doppelsieg. Das bärenstarke Duo Sam Bird und Davide Rigon entschieden das Teamduell für sich und hatten am Ende eine Runde Vorsprung auf Giammaria Bruni und James Calado, die nach einem gestrigen Motorwechsel eine 3-minütige Stop&Go-Strafe absitzen mussten. Dritter wird die Nummer #95 von Aston Martin Racing, bei dem die drei Fahrer jeweils Glück in Gelbphasen hatten. Das Schwesterfahrzeug mit der Startnummer #97 und den Fahrern Fernando Rees und Richie Stanaway erlitt kurz vor dem Ende einen Motorschaden. Auch der Porsche 911 RSR von Dempsey – Proton Racing blieb von Problemen nicht verschont und kroch mit knapp zwei Stunden nach dem Start mit gebrochener Aufhängung an die Box. Die Mechaniker konnte den Schaden zwar reparieren, aber ein gutes Ergebnis war so oder so hinfällig. Am Ende des Rennens wurde man mit 13 Runden Rückstand Letzter. WEC-Neuling Ford legt einen soliden Auftritt ab und beansprucht die vierte und fünfte Position für sich. Aufreger war die Kollision zwischen Romain Dumas im Porsche und Mario Franchitti im Ford GT, bei der sich beide Fahrzeuge drehten und Dumas dadurch wertvolle Sekunden auf den noch verbleibenden Audi R18 verlor.

Auch in der LMGTE Am-Klasse kommt der Sieger aus dem Lager von AF Corse – Perrodo/Collard/Aguas siegen vor dem Aston Martin und der Corvette von Larbre Competition. Bei dem sehr starken Auftritt von Abu Dhabi Proton Racing und KCMG gibt es leider keinen guten Ausgang zu vermelden, da wie beim Porsche in der LMGTE Pro-Klasse, ebenfalls Aufhängungsschäden zu verzeichnen waren. Die wieder flottgemachten Wagen kommen mit vielen Runden Rückstand ins Ziel. Nach gutem Anfang ist für Gulf Racing ist die WEC-Premiere nach der Kollision mit dem Porsche 919 Hybrid im Kiesbett zu Ende.

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