Spa: Porsche und Toyota im ersten und zweiten Training vorn

6 Stunden von Spa-Francorchamps 2016, Toyota TS050 - Hybrid #6 © Toyota Motorsport GmbH

Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen von rund 17 Grad gingen heute erstmals die Prototypen und GTE-Wagen der FIA WEC auf die Strecke von Spa-Francorchamps um das erste und zweite Training zu absolvieren. Nachfolgend eine Zusammenfassung der ersten drei Trainingsstunden.

LMP1

Die Weltmeister Timo Bernhard, Mark Webber und Brendon Hartley legten im ersten Training die Messlatte sehr hoch (1:58.012 Minuten) und hatten auf den besten Toyota (#6) einen Abstand von 1,417 Sekunden, auf den bestplatzierten Audi mit der Nummer #7 sogar 1,971 Sekunden. Das Schwesterfahrzeug, das den Sieg von Silverstone vom disqualifizierten Audi erbte, landete hinter dem Weltmeisterwagen, aber vor der Konkurrenz von Toyota und Audi, auf dem zweiten Platz. Der Porsche 919 Hybrid (#2) hatte im ersten Training allerdings mehrfach Probleme mit der FIA-Telemetrie. Später gab es noch eine Warnung im Hybridsystem, weshalb man dazu entschloss die Hochvolt-Batterie zu wechseln. Der Audi R18 mit der Startnummer #8 hatte sich am Mittag einen Schaden an der Antriebswelle zugezogen und nahm nicht am zweiten Training teil. Toyota konnte in der zweiten Trainingssitzung den ersten und zweiten Platz für sich beanspruchen, eine Zeitenverbesserung sprang allerdings dabei nicht heraus (1:58.556 Minuten). Dahinter folgen die beiden Porsche und der noch verbliebene Audi R18. Die Zeiten der LMP1-Werksteams sind jedoch noch weit von der letztjährigen Qualifikationszeiten entfernt, die im 1:54er-Bereich lagen. Wer wo geblufft hat, wird sich spätestens morgen Nachmittag im Qualifying zeigen. Porsche und Audi setzten heute erstmals die Aerodynamik-Pakete für Le Mans ein, die besonders wenig Abtrieb erzeugen. Beide Teams müssen jedoch noch Abstimmungsarbeit leisten um die Balance der Fahrzeuge zu verbessern. Bei den privaten LMP1-Teams hatte das ByKolles Racing Team erneut mit technischen Problemen zu kämpfen und absolvierte im ersten Training nur fünf Runden. Die Bestzeit fuhren Mathéo Tuscher, Dominik Kraihamer und Alexandre Imperatori im Rebellion R-One mit der Startnummer #13 (2:04.157 Minuten) vor dem Schwesterfahrzeug (+ 2,757 Sekunden) und ByKolles (+ 11,430 Sekunden). In der zweiten Sitzung waren die Probleme bei ByKolles behoben und es reichte für einen zweiten Platz (+ 0,881 Sekunden) hinter dem Rebellion R-One (#12, 2:04,850 Minuten).

LMP2

In der kleinen Prototypenklasse setzten die zuletzt starken Fahrer der Nummer #31 von Extreme Speed Motorsports mit einer Zeit von 2:08.974 Minuten die Bestmarke im ersten Training. Knapp dahinter folgten jedoch schon G-Drive Racing (+ 0,055 Sekunden) und Signatech Alpine (+ 0,135 Sekunden). Der zweite Wagen von G-Drive Racing, welcher nur als Gaststarter gelistet ist, schwächelte am Anfang, landete jedoch am Abend auf dem zweiten Rang hinter WEC-Neuzugang Manor. Matthew Rao, Richard Bradley und Roberto Merhi lagen mit dem Oreca 05 von Manor deutlich vor dem erwähnten zweiten Wagen von G-Drive Racing (+ 0,854 Sekunden) und Sigantech Alpine (+ 0,855 Sekunden). RGR Sport by Morand, Klassensieger in Silverstone, platzierte sich jeweils auf dem neunten Platz.

LMGTE Pro

In der LMGTE Pro-Klasse zeigte die geänderte Balance of Performance Wirkung. Der von der BoP-Änderung betroffene Aston Martin lag im ersten Training auf dem ersten Platz in der Klasse (2:19.296 Minuten), die zuletzt bärenstarken Ferrari 488 GTE gut 0,5 Sekunden dahinter. Im zweiten Training drehte sich das Bild zugunsten von Ferrari (2:18.494 Minuten), doch der Abstand zu Aston Martin blieb gleich. Ford fuhr in beiden Sitzungen hinterher und konnte am Abend nur geringe Rundenzeitenverbesserungen verzeichnen. Hinter Ford platzierte sich in beiden Trainingssitzungen der einzige Porsche 911 RSR im Feld von Dempsey – Proton Racing.

LMGTE Am

Verkehrte Welt in der Amateur-Klasse: den Spruch „Die Letzten werden die Ersten sein“ nahm AF Corse wörtlich und münzte einen letzten Platz aus der ersten Sitzung in einen ersten Platz in der zweiten Sitzung um. Die Spitzenzeit im ersten Training wurde vom Aston Martin mit der Nummer #98 gefahren (2:19.748 Minuten), welcher jedoch nicht von den BoP-Änderungen betroffen ist. Die drei Porsche 911 RSR von Abu Dhabi – Proton Racing, Gulf Racing und KCMG platzierten sich anfangs im Mittelfeld und landeten, bis auf Gulf Racing (2. Platz), am Abend am Ende des Feldes. Larbre Competition hatte heute teilweise mit technischen Problemen zu kämpfen und der Wagen rollte einmal aus, doch es reichte zuächst für den zweiten Platz. Kurz vor 18 Uhr flog Yutaka Yamagishi im zweiten Traning jedoch mit der Chevrolet Corvette C7 ab, was für einen Trainingsabbruch führte.

Die dritte Trainingseinheit findet morgen ab 11:10 Uhr statt. Das Qualifying für die beiden LMGTE-Klassen folgt dann um 16:05 Uhr, das der beiden Prototypenklassen um 16:40 Uhr. Das Qualifying kann im offiziellen WEC-Stream mitverfolgt werden.

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