LMP1-Rückkehr von Peugeot scheitert derzeit am Budget

ILMC, 6 Stunden von Zhuhai 2011, Peugeot 908 #7 © Jean-Michel Le Meur / DPPI

Peugeot hat eine Rückkehr auf die große Langstreckenbühne nicht kategorisch ausgeschlossen. Die Franzosen haben jedoch zugegeben, dass im Moment kein ausreichendes Budget beschafft werden kann, um einen Prototypeneinsatz auf höchstem Niveau stemmen zu können.

In einem Interview mit den Kollegen von Endurance-Info, sagte Sportdirektor Bruno Famin, der gestern in der Box von Signatech Alpine gesehen und fotografiert wurde, dass die explodierenden Kosten einen Einsatz in der LMP1-Klasse der FIA WEC nicht möglich machen würden. „Das Budget ist das Problem“, sagt Famin. „Der PSA-Präsident träumt von einer Rückkehr zu den 24 Stunden von Le Mans und allgemein zu Langstreckenrennen. Momentan ist es nur eine Idee und ein Ziel am Horizont.“ Peugeot war zuletzt zwischen 2007 und 2011 mit dem Peugeot 908 in der Langstreckenszene vertreten. Nachdem mit der FIA WEC die erste Langstreckenweltmeisterschaft seit 1992 vor der Tür stand, geriet der Konzern in finanzielle Schräglage und zog den Stecker für das Werksprogramm. Die Franzosen sollten, zusammen mit Audi, die ersten zwei Hersteller in der FIA WEC sein, doch nun blieben nur noch die Ingolstädter übrig. Da das erste Jahr der neuen Motorsportserie wohl in einem eintönigen Trauerspiel geendet wäre, wurde Toyota überredet das LMP1-Programm vorzuziehen und auszubauen. Statt an nur ausgewählten Saisonrennen teilzunehmen, wollten die Japaner nun ab dem Rennen in Spa-Francorchamps ein fester Teil der FIA WEC werden. Ein Testunfall verhinderte einen Einsatz jedoch und das Debüt erfolgte erst bei den 24 Stunden von Le Mans 2012. Seit einiger Zeit geht es Peugeot glücklicherweise wesentlich besser, die Verkaufs- und Umsatzzahlen steigen und es werden Gewinne eingefahren. Da Audi und Porsche jedoch mehr als 200 Millionen Euro im Jahr in das LMP1-Programm investieren und auch Toyota das bereitgestellte Geld auf annähernd 100 Millionen Euro für 2016 erhöhte, ist Peugeot außer Stande ganz oben mitzumischen.

„Die FIA WEC ist eine großartige Meisterschaft mit schönen Autos“, führt Famin fort. „Die Serie ist für Hersteller ideal, dazu wesentlich besser als die Formel 1 und die Technologie sowie das Format sind interessant. Die Hersteller kämpfen gegeneinander und im Nachhinein erinnern wir uns, mit einigen Ausnahmen, mehr an die Hersteller als an die Fahrer. Wir können nur an die FIA und den ACO appellieren, die Kosten zu senken. Zwei-Drittel der Formel-1-Teams würden gerne das Budget der großen LMP1-Teams haben. Es ist eher symbolisch anzusehen, dass die Deutschen ihr Le-Mans-Programm auf zwei Fahrzeuge reduziert haben.“

Famin gab außerdem bekannt, dass Peugeot über einen Einsatz in der sogenannten „Garage 56“ in Le Mans nachgedacht hat, aber sich letztendlich dagegen entschied. „Die Garage 56 ist für uns sehr interessant und wir haben, nachdem wir das 908-Programm beendet haben, darüber nachgedacht. Momentan muss sie als Sprungbrett für den LMP1-Einstieg herhalten. Peugeot wird an dem Tag in den Langstreckensport zurückkehren, an dem wir die Möglichkeit haben etwas handfestes auf die Beine zu stellen.“

Quelle, Quelle

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.