David Floury: „Die Entwicklung des Oreca 07 ist weit fortgeschritten“

6 Stunden von Silverstone 2016, Manor, Oreca 05 #45; Photo © AdrenalMedia.com

Das Jahr 2017 wird für die LMP2-Teams und deren Fahrer ein ganz besonderes Jahr, denn das ab dem nächsten Jahr neu geltende LMP2-Reglement tritt in Kraft und sieht unter anderem nur noch vier Chassishersteller sowie einen Einheitsmotor in der Klasse vor. Einer der vier ausgewählten Hersteller ist der französischen Chassisbauer Oreca. Dessen Technischer Direktor David Floury stand den Kollegen von RACER.com Rede und Antwort und gewährt Einblicke in die Entwicklungsarbeit des Oreca 07 und spricht über ein mögliches IMSA-Engagement. Der Oreca 07 wird den aktuellen LMP2-Prototypen vom Typ Oreca 05 ersetzen, der aktuell in diversen Langstreckenserien und bei den 24 Stunden von Le Mans eingesetzt wird. Nach einem zögerlichen Start seitens der Teams, ist der Oreca 05 beispielsweise in der FIA WEC in diesem Jahr in der LMP2-Klasse in der Mehrheit. Einsatzteams sind aktuell, mit je zwei Fahrzeugen, Manor und Signatech Alpine, sowie G-Drive Racing. Auch bei der diesjährigen Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans, die am 18. und 19. Juni stattfinden, stieg im Vergleich zum letzten Jahr die Anzahl der Oreca 05 von zwei auf sieben Fahrzeuge.

Der Oreca 07 wird derzeit bei Oreca in Frankreich entwickelt und soll im Spätsommer erstmals für Testfahrten auf die Strecke. „Die Herstellung hat vor 90 Tagen begonnen und wir sind dabei die Bauteilgestaltung abzuschließen. Die Aerodynamik-Spezifikationen sind bereits abgeschlossen und wir beginnen mit der Bodywork-Produktion“, sagt Floury. „Man muss berücksichtigen, dass wir einige bereits bestehende und erprobte Komponenten vom Oreca 05 verwenden – deswegen sind wir im Enstehungsprozess so weit fortgeschritten. Beim Chassis und einigen mechanischen Komponenten sind wir auf bewährten Terrain, wir wissen also was wir tun. Das 05-Chassis ist das einzige Chassis, dass den P1-Crash-Test ohne Beanstandungen bestanden hat und ist für 2017 zugelassen – also werden wir es nutzen. Es erlaubt ein Upgrade vom aktuellen 05-Chassis auf das des 07“, führt der ehemlige Renningenieur von Pescarolo Sport fort. Mögliche Testfahrten der zukünftig nur noch vier verbleibenden LMP2-Hersteller Oreca, Onroak Automotive, Dallara und Riley-Multimatic können nicht ohne den zukünftigen WEC-V8-Einheitsmotor aus dem Hause Gibson Technology stattfinden. „Wir hatten keine spezielle Änderungen mit dem Gibson. Wir haben bereits in der Vergangenheit mit ihnen zusammen gearbeitet, haben eine gute Beziehung und es ist sehr einfach den Motor in das Fahrzeug zu integrieren. Die ersten Motoren werden in der zweiten Augusthälfte verfügbar sein und danach werden wir testen.“

Momentan konzentriert sich Oreca auf die WEC-Version mit Gibson-Motor, arbeitet jedoch weiterhin daran Partnerschaften mit Herstellern abzuschließen, um DPi (Daytona Prototype international) für die nordamerikanische IMSA-Serie zu entwickeln, die ein kundenspezifisches Bodywork und einen anderen Motor haben werden. Die DPi-Prototypen werden ab 2017 die stärkste Fahrzeugklasse in der IMSA-Serie und ersetzen die momentan noch eingesetzten LMP2- und Daytona-Prototypen. „Wir haben begonnen uns über das DPi-Reglement Gedanken zu machen und welches Design für den Wagen am besten ist. Wir führen mit ein paar Herstellern Verhandlungen, wovon eine oder zwei sehr fortgeschritten sind – Teile für den DPi gibt es allerdings noch nicht. „Wir erwarten, dass wir einige Wagen verkaufen und dazu wollen wir, dass der Oreca 07 bei den 24 Stunden von Daytona im Januar fährt – darauf arbeiten wir hin.“ Obwohl Floury die Gerüchte nicht bestätigen wollte, wird angenommen, dass Oreca von IMSA-Teams der PC und GT-Daytona-Klasse Anfragen bezüglich des Oreca 07 erhalten hat. Darüber hinaus hat mindestens ein Team, welches zur Zeit ein offenes Fahrzeug fährt, Oreca wegen des neuen Prototypen kontaktiert.

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