WEC-Reglement 2017/18: Zukünftige Eckpunkte in der Übersicht

ByKolles Racing Team, 6 Stunden von Spa-Francorchamps 2016 / Photo © AdrenalMedia.com

Auf der traditionellen Pressekonferenz vor den 24 Stunden von Le Mans präsentierte der ACO zahlreiche Reglement-Änderungen die vor allem die privaten LMP1-Teams näher an die Werke bringen sollen. Trotz zahlreicher Beschränkungen werden die Werksteams immer schneller und von einer anvisierten Rundenzeit von 3:30-Minuten ist man in Le Mans Welten entfernt. Zum Vergleich: Neel Jani’s Bestzeit in der gestrigen Abendsitzung betrug 3:19.733 Minuten und wird sich bei guten Wetterverhältnissen wohl noch um einige Sekunden reduzieren. Die privaten LMP1-Team entfernen sich immer mehr von den Herstellern und spannende Kämpfe, wie es sie beispielsweise vor gut zehn Jahren zwischen dem Privatteam von Henri Pescarolo und Audi gab, sind heute nicht mehr denkbar. Rebellion Racing fehlten gestern rund sieben Sekunden auf die Bestzeiteit vom Porsche.

Folgende Punkte sollen die Situation der privaten LMP1-Teams verbessern:

Ab 2017

  • Die Heckflügel der Privatteams wachsen auf zwei Meter Breite an und ragen über die Seiten hinaus
  • Breitere Frontpartie, Auto wird insgesamt auch breiter
  • Leistungskontrolle nur noch über das Fuel Flow Meter, Hubraumbegrenzung entfällt
  • Das Mindestgewicht wird um 25kg auf 830kg gesenkt
  • Unbegrenzte Anzahl von Motoren

Ab 2018

  • DRS-System

Auch für die Werks-LMP1 wurde einige Veränderungen vorgestellt:

Ab 2017

  • Kleinerer Heckdiffusor
  • Frontpartie wird um 15mm angehoben

Ab 2018

  • Mehr Platz (+ 80mm) zwischen Fahrerhelm und Dach, dadurch veränderte Sitzposition (Sitzwinkel-Minimum: 55°)
  • Hybridkomponenten und Fahrer sind getrennt untergebracht
  • 10MJ-Klasse
  • Bis zu drei ERS-Systeme dürfen zum Einsatz kommen
  • Treibstoffreduzierung um 8%
  • Zylon-Platte unter dem Fahrer (z.B. seit 2008 in der F1 als seitlicher Aufprallschutz vorgeschrieben)
  • Seitliche Crash-Strukturen
  • Die Wagen müssen rein elektrisch durch die Boxengasse bewegt werden

Zukunftspläne

In der Zukunft, dessen Zeitraum nicht näher definiert wurde, sollen in der FIA WEC und bei den 24 Stunden von Le Mans neue Technologien eingesetzt werden können. Gemeint sind beispielsweise vollelektrische Antriebe oder Antriebe mit einer Brennstoffzelle, Biogas oder Solarenergie.

LMP2

Auf der Pressekonferenz wurde auch erstmals der LMP2-Einheitsmotor von Gibson präsentiert. Es handelt sich dabei um einen 4,2-Liter-V8-Saugmotor mit 600PS, der die Typenbezeichnung GK428 trägt. Für die Teams erfreulich ist der Punkt, dass die Kosten pro Stunde  durch den neuen Motor von 1300€ auf 1250€ sinken. Im Leasingvertrag mit Gibson Technology ist auch technischer Support enthalten. Ab August wurde die ersten Motoren an die vier Einheitschassishersteller Oreca, Onroak Automotive, Dallara und Riley/Multimatic ausgeliefert.

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