WEC: Porsche gewinnt spektakuläre Premiere in Mexiko

6 Stunden von Mexiko 2016, Porsche 919 Hybrid #1 © Porsche

Die amtierenden WEC-Champions Mark Webber, Timo Bernhard und Brendon Hartley feiern trotz einer Durchfahrtsstrafe im Autódromo Hermanos Rodríguez ihren zweiten Saisonsieg und bescheren Porsche bei der WEC-Premiere in Mexiko den ersten Sieg auf neuem Boden. Das Rennen bot mit zahllosen Führungswechseln, Ausrutschern, Drehern, Einschlägen, technischen Problemen und mehreren Regenschauen viel Action für die Fans vor Ort und am heimischen Bildschirm. Die Zuschauerzahl lag bei 38.000. Der zweite Porsche 919 Hybrid von den Le-Mans-Siegern Dumas/Lieb/Jani hatte im Rennen nicht so viel Glück, verlor durch eine Kollision mit einem der Alpine A460 Teile des Hecks und musste unfreiwilligerweise die Box ansteuern. Des Weiteren verlor man mit den Hybridreifen von Michelin auf abtrocknender Strecke viel Zeit. Für Audi, die momentan die Verfolgerrolle innehaben, lief das Rennen mehr als unglücklich. Zu Beginn übernahm André Lotterer die Führung vom Schwesterfahrzeug, musste jedoch früh in die Box, da die Reifen abbauten. Wenig später schlug einer der BR01 von SMP Racing in die Mauer ein, was zu der ersten Full-Course-Yellow-Phase (FCY) führte, die die anderen Werksprototypen nutzten um ihren ersten Boxenstopp zu absolvieren. Zwischenzeitlich rollte Marcel Fässler mit leerem Tank in der Boxengasse aus – die heraneilenden Mechaniker konnte den Zeitverlust zumindest etwas verringern. Nach einem Renndrittel und einem erneuten Regenguss konnte André Lotterer dank perfekter Reifenstrategie mehrere Sekunden pro Runde auf den Führenden aufholen. Ein Bremsdefekt stoppte jedoch die Aufholjagd – letztlich beendete man das Rennen auf dem zweiten Rang. Das in der Meisterschaft besser platzierte Schwesterfahrzeug hatte noch mehr Pech und wurde durch einen Hybrid-, Radlager- und Hydraulikdeffekt deutlich zurückgeworfen. Di Grassi/Duval/Jarvis beendeten das Rennen auf dem siebten Platz in der LMP1-Klasse (Gesamtrang 27). Die Startnummer #5 von TOYOTA GAZOO Racing verabschiedete sich mit einem Schaden am Hybridsystem schnell aus dem Rennen und wurde zurückgezogen, der zweite TS050 – Hybrid lag lange Zeit nur auf dem fünften Rang. Dank einer starken Vorstellung von Stéphane Sarrazin, der bei rutschigen Verhältnissen regelrecht über den Kurs flog, beendeten die Japaner das Rennen auf dem dritten Rang. Sarrazin/Conway/Kobayashi zogen durch den Podiumsplatz in der Meisterschaftswertung am Audi-Trio Duval/Di Grassi/Jarvis vorbei und liegen nun hinter Jani/Lieb/Dumas auf dem zweiten Rang.

In der privaten LMP1-Klasse geht der Sieg erneut an Rebellion Racing. Zu Beginn des Rennens staunten die Fans, als Pierre Kaffer im CLM P1/01 vom ByKolles Racing Team an Rebellion und auch beiden Toyota TS050 – Hybrid vorbeizog und die Führung gegenüber dem Schweizer Team vorerst verteidigen konnte. Nach rund einer Stunde gab es allerdings Probleme mit dem AER-Motor, was einen längeren Boxenaufenthalt zur Folge hatte und einen Kampf um den Sieg unmöglich machte.

In der LMP2-Klasse passierte etwas, was in die Geschichtsbücher der Sportwagenrennen eingehen wird. Nachdem die Langstreckenweltmeisterschaft erstmals seit 1991 wieder in Mexiko Halt machte und RGR Sport by Morand als erstes mexikanisches Team in dieser Saison in der FIA WEC debütierte, siegt genau dieses Team vor heimischem Publikum. In einem Herzschlagfinale setzten sich Rennorganisator und Teambesitzer Ricardo Gonzalez, Audi-Werksfahrer Filipe Albuquerque und Bruno Senna mit nur 1,985 Sekunden Vorsprung vor Signatech Alpine durch, die rund eine Stunde vor Schluss noch eine Durchfahrtsstrafe aufgrund eines Verstoßes beim Boxenstopp kassierten. G-Drive Racing sah lange Zeit als sicherer Sieger aus, jedoch brach 35 Minuten eine der vorderen Bremsscheiben – am Ende nur der achte Platz. Extreme Speed Motorsports (#31) komplettierte, wie bereits am Nürburgring, das Podium. Gaststarter Greaves Motorsport mit dem älteren Bruder des LMP2-Klassensiegers Gonzalez als Fahrer wurde Fünfter.

In der LMGTE Pro-Klasse hatten Ferrari und Ford, wie bereits im Training und im Qualifying, gegenüber Aston Martin Racing das Nachsehen. Der Sieg geht an Marco Sörensen und Darren Turner, die lange Zeit hinter dem Schwesterfahrzeug von Thiim/Sörensen lagen, das jedoch durch einen Fahrfehler von Thiim Plätze verlor. Das dänische Duo erreichte das Ziel als Dritte, Bruni/Calado im Ferrari 488 GTE von AF Corse wurden trotz einer Durchfahrtsstrafe für das Missachten der Streckenbegrenzungen Zweiter. Der Abstand zum Sieger lag nur bei 9,437 Sekunden. Neben Aston Martin hat auch Dunlop Grund zur Freude – für den Reifenlieferanten ist es der erste Sieg in der LMGTE Pro-Klasse.

In der LMGTE Am-Klasse kam Abu Dhabi-Proton Racing ohne Probleme durch das 6-Stunden-Rennen und fuhr den Klassensieg ein. Der lange Zeit in Führung liegende Aston Martin von Dalla Lana/Lamy/Lauda flog durch eine Kollission mit einem Ford von der Strecke und schlug in der Mauer ein. Am Ende sprang für die vor dem Rennen in der Meisterschaft Zweitplatzierten nur der fünfte Platz raus. AF Corse konnten hingegen mit einem zweiten Platz die Meisterschaftsführung ausbauen, das Team KCMG freute sich über den dritten Platz auf dem Podium.

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