Toyota: Neue Aero für 2017, drei TS050 in Le Mans?

6 Stunden von Mexiko 2015, TOYOTA GAZOO Racing, TS050 - Hybrid #5 © Toyota Motorsport GmbH

Audi und Porsche haben bereits vor einigen Wochen bekanntgegeben, dass auch 2017 kein drittes Auto in Spa-Francorchamps und beim Saisonhöhepunkt in Le Mans starten wird. Doch was macht Toyota – der Hersteller, der trotz großer Anstrengungen weiterhin keinen Gesamterfolg verbuchen kann?

Das jüngste Beispiel sind die 24 Stunden von Le Mans vom vergangenem Juni. Nur fünf bis sechs Minuten vor dem ersten Triumph an der Sarthe führte ein Defekt an einer Steckverbindung der Druckluftleitung zwischen Turbolader und Intercooler (Ladeluftkühler) zum Ausfall des in Führung liegenden Toyota TS050 – Hybrid von Kazuki Nakajima, Sébastien Buemi und Anthony Davidson. Ein ähnlich simpler Defekt führte in der Weltmeister-Saison 2014 bereits zum Ausfall des Führungsfahrzeugs. Toyota setzt seit der Rückkehr in die Prototypenszene im Jahr 2012 in jedem Jahr zwei LMP1-Prototypen ein, die Konkurrenz von Audi und Porsche zwischen 2012 und 2016 je zwei bis vier Wagen. Doch auch das zweite Fahrzeug konnte für Toyota in beiden Jahren, in dem man dem Sieg so nah wie nie zuvor war, nicht viel ausrichten. Vor zwei Jahren verunfallte der zweite Prototyp im Regen und konnte sich schwer beschädigt zur Reparatur in die Box retten, in diesem Jahr verlor das Schwesterfahrzeug Teile des Unterbodens, was zu Problemen bei der Aerodynamik führte – mehr als der zweite Platz war nicht möglich. Viele Fans stellen sich seit Langem die berechtigte Frage „Hätte ein dritter Toyota-Prototyp gewonnen?“

„Niemand hätte davon überzeugt werden müssen, dass wir mit drei Autos möglicherweise Le Mans im Jahr 2014 und 2016 gewinnen hätten können“, sagt Pascal Vasselon, Technischer Direkter bei Toyota am Wochenende zu den Kollegen von Sportscar365. „Das Problem ist ob wir die Mittel dafür beschaffen können. Ich denke die Leute sind davon überzeugt, aber haben wir die Ressourcen es zu tun? Nicht immer, genau genommen nie. Wie üblich prüfen wir den Einsatz von drei Wagen, aber die Entscheidung wird später fallen.“ Das Budget wurde zwar nach der katastrophalen Saison 2015 für das aktuelle Jahr aufgestockt, liegt jedoch noch deutlich unter den 150-200 Millionen Euro, die Audi und Porsche pro Jahr zur Verfügung stehen. Die Entwicklungsabteilungen in Köln-Marsdorf und in Japan brauchten die zusätzlichen Millionen vor allem für den Umstieg von Superkondensatoren auf Batteriezellen und vom V8 Saug- auf V6 Biturbomotor sowie die Entwicklung des Antriebsstrangs. Bleibt die Frage, ob die Führungsabteilung in Japan nach der überzeugenden, aber glücklosen Vorstellung bei der diesjährigen Ausgabe des 24-Stunden-Rennens in Le Mans, das Budget ein weiteres Mal erhöht und die Chance nutzt in der Überzahl zu starten.

Toyota TS050 – Hybrid erhält großes Update für 2017

Wie bei der Konkurrenz, wird auch die nächstjährige Version des Toyota TS050 – Hybrid rund um das alte Monocoque gebaut. Des Weiteren werden wesentliche Teile im Auto verbleiben. Neu hingegen ist eine völlige Neugestaltung des Aerodynamik-Designs, Pascal Vasselon als „große Evolution“ bezeichnet. Auch der 2,4 Liter V6 Motor und das Hybridsystem erhalten ein großes Entwicklungsupgrade. Insgesamt wird man keine kompletten Neuentwicklungen sehen, jedoch werden alle Bereiche überarbeitet. Gerüchten zufolge könnten sich die Japaner für einen größeren Hubraum entscheiden, aber laut dem 53-jährigen Franzosen ist es noch zu früh um genaue Details zu veröffentlichen. Ende Oktober oder Anfang November wird zumindest die Entscheidung getroffen werden, ob man mit drei Fahrzeugen in Le Mans antreten wird. Falls ja, soll es auch in Spa-Francorchamps zum Einsatz kommen.

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