WEC: Porsche gewinnt in Austin, Audi erneut mit viel Pech

6 Stunden von Austin 2016, Porsche 919 Hybrid #1 © Porsche

Nach der überlegenen Vorstellung in Mexiko, konnte Audi im Training und auch im Qualifying zum 6-Stunden-Rennen in Austin überzeugen – im Rennen kehrte jedoch, wie in Mexiko, das Pech zurück und verhinderte den Sieg. In der Anfangsphase eilten die Ingolstädter bei Temperaturen weit über 30 Grad der Konkurrenz von Porsche und Toyota davon, bauten den Vorsprung schnell auf fast eine Minute aus und vieles deutete auf den ersten Sieg seit Spa-Francorchamps hin. Eine bessere Reifenwahl führte zu schnelleren Rundenzeiten, doch zur Halbzeit begannen die Probleme.

Völlig unerwartet rollte der in Führung liegende Audi R18 von Duval/Jarvis/Di Grassi (#8) mit Elektronikproblemen aus, doch Duval konnte nach einem Systemreset weiterfahren. Durch den Vorfall verlor man jedoch mehr als 50 Sekunden. Das Schwesterfahrzeug (#7, Lotterer/Fässler/Tréluyer) ging derweil in Führung und fuhr wenig später planmäßig die Box an um neuen Sprit aufzunehmen. Eine kurze Zeit danach ausgerufene FCY-Phase spielte jedoch der Konkurrenz in die Karten, die nun unter Gelb stoppen konnten. Von da an übernahm Porsche das Zepter. Rund 100 Minuten vor Schluss kollidierte die Startnummer #7 noch mit dem Ford GT von Olivier Pla und schlug in die Streckenbegrenzung ein. Die Bergung und die anschließende Reparatur in der Box reduzierten die Siegchancen auf Null. Hinter dem Siegerfahrzeug von Brendon Hartley, Mark Webber und Timo Bernhardd, wurde es jedoch zum Ende hin noch einmal spannend. Nachdem man einen zusätzlichen Stopp aufgrund einer offenen Tür einlegen musste, lieferte sich der Audi mit der #8 einen Kampf mit dem Toyota TS050-Hybrid von Sarrazin/Conway/Kobayashi um die zweite Position, den man letztlich für sich entschied. Der Abstand zum Toyota betrug nach dem Schwenken der Zielflagge jedoch nur noch 2,455 Sekunden. Auf den vierten Platz fuhr der zweite Porsche 919 Hybrid, der durch einen Reifenschaden einen zusätzlichen Stopp einlegen musste. Der Toyota von Buemi/Nakajima/Davidson wurde nach Problemen mit dem Ablassventil am Turbolader und einer 10-Sekunden-Standstrafe Fünfter, dahinter folgt der R18 mit der Nummer #7.

„Es ist kaum zu glauben, wie viel im Lauf von sechs Rennstunden schiefgehen kann“, sagte Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich. „Unsere Fahrer haben eine tolle Vorstellung abgegeben und sich im Audi R18 sehr wohl gefühlt. Wir waren in allen Sessionen schnell, auch im Rennen fuhr niemand schnellere Rundenzeiten als wir. Die Rückschläge haben uns hart getroffen, denn heute war ein Doppelsieg möglich. Da ist Platz zwei nur ein schwacher Trost.“ In der privaten LMP1-Klasse gewann abermals Rebellion Racing das Rennen – Trummer/Webb folgen im CLM P1/01 von ByKolles mit vier Runden Abstand. Durch den Sieg übernehmen Tuschér/Kraihamer/Imperatori die Führung in der Wertung für Privatiers vom Schwesterfahrzeug, das nach dem Nürburgring aus der WEC zurückgezogen wurde.

In der LMP2-Klasse fuhr Signatech Alpine einen ungefährdeten Klassensieg ein. Schon einige Minuten nach Beginn übernahmen die Franzosen die Führung, die sie bis zum Ende behielten, da kein Konkurrenzteam eine wirkliche Gefahr darstellte. Auf dem zweiten Rang folgen die Mexiko-Sieger von RGR Sport by Morand, dahinter kam G-Drive Racing ins Ziel. Da im Qualifying alle Zeiten von Alex Brundle gestrichen wurden, musste das russische Team mit englischem Einsatzteam vom Ende des Feldes starten, jedoch kämpften sich Rusinov/Brundle/Rast schnell durch das Feld und setzten sich unter den Top-3 fest.

Auch in der LMGTE Pro-Kategorie entwickelte sich das Rennen schnell zu Gunsten eines Teams: Aston Martin Racing. Nicki Thiim und Marco Sörensen starteten von der Pole-Position ins Rennen und setzten sich in der Hitze von Texas gegenüber Ferrari und Ford durch. Nach der ersten Pole-Position der Saison, feiert das Dänen-Trio nun also auch den ersten Sieg. James Calado und Gianmaria Bruni wurden mit 11,486 Sekunden Abstand im Ferrari 488 GTE von AF Corse Zweiter, das Schwesterfahrzeug von Rigon/Bird Dritter. Es folgen Ford (#67), der zweite Aston Martin Vantage GTE von Turner/Rees und der Porsche von Dempsey-Proton Racing. Für den Ford GT mit der Startnummer #66 lief das US-Heimrennen alles andere als befriedigend – zunächst verlor man fast eine halbe Stunde aufgrund von Problemen mit der Klimaanlage an der Box, später landete man durch eine Berührung mit einem LMP2-Prototypen im Kies und sorgte für eine FCY-Phase und rund zwei Stunden vor Schluss kollidierte man mit dem Audi R18 von Lotterer/Fässler/Tréluyer. Zu allem Überfluss belegte die Rennleitung das Team mit einer Strafe, da man mehr als die zugeteilten Reifen benutzte.

Wirklich spannend war es auch in der LMGTE Am-Klasse nicht – auch hier dominierte Aston Martin Racing und konnte letztlich auch den Sieg für sich verbuchen. Für Paul Dalla Lana, Pedro Lamy und Mathias Lauda war es nach den Siegen in Spa-Francorchamps und am Nürburgring der dritte Sieg in der Saison. Durch den sechsten und somit letzten Platz vom in der Meisterschaft führenden Team AF Corse, rücken die Engländer nun wieder näher an die Spitze. Auch der fünfte Platz von Abu Dhabi-Proton Racing spielt dem englischen Team in die Karten. Den zweiten Platz belegt in Austin KCMG, dahinter folgt Larbre Competition mit dem WEC-Debütanten Lars Viljoen.

Das nächste WEC-Rennen findet am 16. Oktober in Fuji statt. Der Start ist um 04:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

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