Paukenschlag in der WEC: Audi steigt Ende 2016 aus!

Audi R18 #8, 6 Stunden von Fuji 2016 © Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH

Paukenschlag in der FIA WEC! Gründungsmitglied Audi zieht den Stecker und beendet sein LMP1-Programm zum Saisonende. Ganze 18 Jahre lang waren die Ingolstädter mit einem LMP1-Prototyopen in verschiedenen Langstreckenserien und in Le Mans unterwegs – fünf Jahre davon in der WEC.

Audi wird seine Motorsportstrategie neu ausrichten und sich stattdessen werksseitig auf die Formel E konzentrieren. Grund für den Ausstieg sind die „aktuellen Belastungen“ durch den Dieselskandal. Das gab Audi-Vorstandschef Rupert Stadler am Morgen vor rund 300 Mitarbeiten bekannt. Wichtig sei es sich auf das zu fokussieren, was Audi in den nächsten Jahren wettbewerbsfähig halte. „Das Rennen um die Zukunft tragen wir elektrisch aus“, sagt Stadler. „Wenn unsere Serienautos mehr und mehr elektrisch werden, müssen das unsere Motorsportwagen als technologische Speerspitze von Audi erst recht sein.“ Audi befindet sich in der größten Transformationsphase in der Unternehmensgeschichte und die Formel E passt perfekt zur Strategie, ab 2018 im Jahrestakt rein batterie-elektrische Modelle anzubieten. Das Programm startet bereits ab 2017 – schon im laufenden Jahr intensivierte man die Zusammenarbeit mit Team ABT Schaeffler Audi Sport und greift nun voll in die Entwicklung mit ein.

In 18 Jahren konnte man 13 Mal Le Mans gewinnen – nie hat ein Hersteller in kürzerer Zeit mehr Siege eingefahren. Zwar liegt Porsche mit 18 Siegen an der Spitze, jedoch gewann man die Titel innerhalb von 46 Jahren. Darüber hinaus holte Audi den ersten Sieg mit TFSI-Motor (2001), den ersten Erfolg eines Rennwagens mit TDI-Motor (2006) sowie den ersten Triumph eines Sportwagens mit Hybridantrieb (2012). In 185 Rennen konnte man 106 Siege einfahren, holte 80 Pole-Positions und fuhr 94 Mal die schnellste Rundenzeit.  Zweimal konnte man den Herstellertitel in der FIA WEC gewinnen (2012, 2013). Des Weiteren gewann man zwischen 2000 und 2008 neunmal in Folge den Titel in der American Le Mans Series (ALMS) und gewann elfmal beim 12-Stunden-Rennen in Sebring. In den letzten zwei verbleibenden WEC-Rennen in Shanghai und Bahrain, kann Audi noch Hersteller- und Fahrertitel gewinnen und mit zwei Siegen die eindrucksvolle Bilanz weiter verbessern.

„Nach 18 für Audi außergewöhnlich erfolgreichen Jahren im Prototypen-Rennsport fällt uns der Abschied extrem schwer“, sagt Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich. „Das Audi Sport Team Joest hat die WEC in dieser Zeit geprägt wie kein anderes Team. Ich möchte mich bei unserer Mannschaft, bei Reinhold Joest und seinem Team, den Fahrern, Partnern und Sponsoren für diese extrem erfolgreiche Zusammenarbeit bedanken. Das war eine tolle Zeit!“

Das Engagement in der DTM ist nicht betroffen und wird weitergeführt. Darüber hinaus wird geprüft, ob man sich mehr in die FIA-Rallycross-Weltmeisterschaft (World RX) einbringt, in der man bereits das private Team von Mattias Ekström unterstütze. Die Mitarbeiter im Audi-Sport-Zentrum Neuburg und in Neckarsulm sollen ihr Expertenwissen im Motorsport und teilweise in der Serien-Entwicklung einbringen. Was aus dem Einsatzteam Joest Racing wird, ist derweil noch nicht bekannt.

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