Joest Racing: Wagen auf R18-Basis und private LMP1-Klasse?

Ralf Jüttner, Joest Racing © AUDI AG

Als Audi Sport vor weniger Tagen den Ausstieg aus der FIA WEC und das Ende des LMP1-Programms bekannt gab, kam schnell die Frage auf, was aus dem Einsatzteam Joest Racing werden würde und welche Zukunftspläne das seit 1978 bestehene Team mit 45 Mitarbeitern hat.

Noch gibt es dazu noch keinerlei Informationen, doch Teamdirektor und Geschäftsführer Ralf Jüttner schloss gegenüber den Kollegen von sportscar365 ein privates LMP1-Programm nicht aus. Als Basis könnte möglicherweise das Chassis des nächstjährigen Audi R18 dienen, der intern als RP7 bezeichnet wird.

„Natürlich ist es ein großartiges Team – es ist eines der besten auf der Welt“, sagt der 59-Jährige, der seit 1992 bei Joest Racing arbeitet. „Wir haben uns nun der schwierigen Aufgabe zugewandt kurzfristig etwas zu finden. Wir sind uns darüber bewusst, dass auch ohne den kurzen Zeitrahmen ein Programm wie wir es mit Audi in den letzten 18 Jahren hatten, sich momentan nicht abzeichnet. Das ist nur bei LMP1 und in der Formel 1 möglich, was aber keine echte Alternative für uns ist. Alles andere sind kleinere Dinge. Wir müssen wahrscheinlich in kleinere Programme schauen, aber dafür in zwei oder drei. Es wird eine schwierige Herausforderung. Wenn du Ende Oktober die Nachricht bekommst, ist es sehr spät. Wir haben erst letzte Woche damit angefangen uns alles anzuschauen.“

Eine echte Alternative wäre es das Chassis des Audi R18 für 2017 als Basis zu nehmen, den Dieselmotor sowie das Hybridsystem auszubauen und einen Kundenmotor einzubauen. Der neue R18 soll zum Zeitpunkt der Bekanntgabe des WEC-Ausstiegs bereits annähernd fertig gewesen sein. „Sollte es eine geeignete Lösung geben es zu bekommen, wäre es etwas worüber man nachdenken könnte. Man braucht aber Geld für den Einsatz. Wahrscheinlich würde man nicht mit dem Motor fahren, da man dafür zu viel Hilfe von Audi Sport benötigt und das gleiche gilt für das Hybridsystem. Der RP6 ist der Wagen den wir jetzt haben und der RP7 ist fast fertig. Man kann das Hybridsystem und den Motor ausbauen“, so Jüttner. Als Problem würde sich laut Jüttner die Tatsache erweisen, dass das Auto um den, im Vergleich zur Benziner-Konkurrenz, kleineren Dieseltank herumgebaut wurde und man nicht einfach einen größeren Tank einbauen kann. In Anbetracht des kurzen Zeitraumes ist es ein sehr großes Projekt und daher eher ein potentielles Projekt für 2018.

Eine ähnliche Situation gab es bereits vor der Audi-Ära, als Joest Racing den TWR Porsche WSC-95 einsetzte. 1997 hatte man keine Einnahmen, aber man hatte den WSC, mit dem man ein Jahr zuvor das Rennen in Le Mans gewann. Den Wagen hatte man von Porsche bekommen, durch eigene Entwicklungsarbeit weiterentwickelt und erneut den Langstreckenklassiker gewonnen. Trotz des Zieles eine neue Partnerschaft mit einem Hersteller einzugehen, prüfe man alle Optionen im Motorsport – auch einen möglichen DPi-Einsatz in der IMSA-Serie.

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