Porsche verteidigt mit Sieg in Shanghai den Herstellertitel

6 Stunden von Shanghai 2016, Porsche 919 Hybrid #1 © Porsche

Beim vorletzten Saisonrennen in Shanghai gewinnt Porsche nicht nur das Rennen, sondern verteidigt mit dem Triumph auch den so wichtigen Herstellertitel in der WEC. Für das Gewinnertrio Brendon Hartley, Timo Bernhard und Werk Webber ist es bereits der vierte Saisonsieg im achten Rennen. Am Ende war es ein ungefährdeter Sieg und nur Toyota hatte die Chance Porsche einen Strich durch die Rechnung zu machen. Mike Conway im Toyota TS050 – Hybrid (#6) hatte allerdings in der Schlussphase gleich mit zwei schleichenden Plattfüßen zu kämpfen und ohne platte Reifen wäre der Rennausgang ähnlich spannend wie zwischen Toyota und Audi in Fuji geworden. Auf dem dritten Platz folgt der zweite Toyota von Davidson/Buemi/Nakajima (#5).

Beim Start setzten sich sofort die von der zweiten und dritten Position aus ins Rennen gehende Toyota-Duo sofort an die Spitze, wurden aber durch eine Safety-Car-Phase wieder eingebremst. Grund dafür war ein Zwischenfall zwischen einem der Oreca (#45) von Manor und dem Aston Martin mit Startfahrer Richie Stanaway. Mathias Beche drehte sich im Oreca, stand quer auf der Strecke und Stanaway hatte keine Chance auf ein Ausweichmanöver. Auch der zweite Aston Martin und einer der Ford GT wurden leicht berührt. Sowohl für den Oreca, als auch der Aston Martin war aufgrund schwerer Beschädigungen das Rennen beendet. Weitere Unterbrechungen oder Ausfälle gab es während des Rennens nicht. Nach der Safety-Car-Phase setzte sich Porsche an die Spitze und führte fast das gesamte Rennen über das Feld an. Audi kämpfte neben fehlendem Grip abermals mit Problemen und hatte zu keinen Zeitpunkt eine realistische Chance auf den Sieg. Beim Audi R18 von Duval/Di Grassi/Jarvis wurde durch ein technisches Problem an der Tankanlage (gelöster Verdrängungskörper) nur die halbe Menge Diesel eingefüllt. Der dadurch entstandene zusätzliche Stopp dauerte zudem durch den Defekt an der Anlage rund eine halbe Minute länger als gewöhnlich. Wenig später gerieten beide LMP1-Prototypen von Audi bei einem Überholmanöver aneinander und der Anschluss für die Luftlanze am Audi von Lotterer/Tréluyer/Fässler wurde beschädigt. Der Wagen konnte beim nächsten Boxenstopp nicht mehr angehoben werden und die Folge war eine 20-minütige Reparatur. Nach sechs Stunden belegen die Ingolstädter nur den fünften (#8) und sechsten (#7) Platz und kommen hinter dem in der Meisterschaft weiterhin führenden Porsche 919 Hybrid von Jani/Lieb/Dumas ins Ziel. Bei noch 26 zu vergebenen Punkten, fürt das Porsche-Trio mit 152 Punkten vor Sarrazin/Conway/Kobayashi (135 Pkt.).

In der privaten LMP1-Klasse konnte das ByKolles Racing Team den ersten Sieg in der Saison verbuchen. Mit einem Upgrade des AER-Motors und ohne außerplanmäßige Standzeiten setzte man sich gegenüber Rebellion Racing durch, die bedingt durch technische Probleme mit 15 Runden Abstand auf ByKolles ins Ziel kamen.


Porsche-Stimmen zum Herstellertitel

Michael Steiner, Vorstand für Forschung und Entwicklung der Porsche AG: „Der zweite WM-Titel für Porsche bestätigt erneut das mutige Konzept des 919 Hybrid. Der in Weissach entwickelte Prototyp reiht sich damit ein in die Liste bedeutsamer Porsche-Rennwagen. Ob 718 RS, 904, 917 oder 956, sie alle waren ihrer Zeit voraus. Sie haben dadurch Rennsportgeschichte geschrieben und vor allem die Serienentwicklung beflügelt. Und dies gilt auch für den 919 Hybrid. Ich bin stolz auf die ganze Mannschaft.“

Fritz Enzinger, Leiter LMP1: „Dieser große Erfolg war nur durch eine große Teamleistung möglich. Mechaniker, Ingenieure und Fahrer sowie viele weitere Menschen hinter den Kulissen haben hart dafür gekämpft und wurden jetzt zum zweiten Mal nach 2015 dafür belohnt. Das zeigt nicht nur das Potenzial des 919 Hybrid auf, sondern das der kompletten Mannschaft. Dafür möchte ich mich bei allen ganz herzlich bedanken.“


Signatech Alpine reichte in der LMP2-Klasse ein vierter Platz für den Gewinn des Teamtitels. Der Sieg geht an G-Drive Racing und Rusinov/Stevens/Brundle, die vor dem erneut starken neu zusammengestellten Trio von Extreme Speed Motorsports (#30, Giovinazzi/Blomqvist/Gelael) und RGR Sport by Morand die Ziellinie überquerten. G-Drive musste schon wie in Fuji auf Rene Rast verzichten, der vor wenigen Tagen Vater wurde (Fuji: DTM-Einsatz). Den Signatech-Piloten Lapierre/Menezes/Richelmi machten während des Rennens Setup-Probleme zu schaffen und zur Halbzeit wurde der Wagen von Bruno Senna umgedreht, der dafür eine Durchfahrtsstrafe erhielt. Auf den letzten Metern drehte zudem Wolf Henzler im KCMG-Porsche den Ligier JS P2 von RGR Sport by Morand um, um am Ferrari von AF Corse vorbeizugehen.

In der LMGTE Pro-Klasse führte an diesem Wochenende kein Weg an Ford vorbei. Die beiden Ford GT gaben klar den Ton an und wechselten untereinander nach jedem Boxenstopp die Führung. Der Sieg geht an Andy Priaulx und Harry Tincknell (#67), vor Mücke/Pla (#66, + 50,652 Sek.) und dem Ferrari 488 GTE von Bruni/Calado (+ 1:13.367 Min.). Mücke fiel zwar anfangs durch einen schleichenden Plattfuß zurück, konnte sich jedoch aufgrund der Überlegenheit des Wagens wieder durch das Feld kämpfen. Der nach dem Startunfall noch verbliebene Aston Martin von Thiim/Sörensen kommt als Vierter ins Ziel. In der Teamwertung bleibt das Duo Sörensen/Thiim in Führung (131 Pkt.), Rigon/Bird fallen vom zweiten auf den vierten Platz zurück (119 Pkt.), Tincknell/Priaulx rücken auf nur zwei Zähler an die Führenden heran (129 Pkt.). In der Herstellerwertung kann Ferrari seinen Vorsprung gegenüber Aston Martin auf zehn Punkte ausbauen (261/251 Pkt.).

Bei den Amateuren lief das Rennen zu Gunsten von Paul Dalla Lana, Pedro Lamy und Mathias Lauda im Aston Martin Vantage V8 ab, die den vierten Sieg seit Le Mans verbuchen können. Wolf Henzler im KCMG-Porsche ging in der letzten Runde mit der Brechstange ans Werk um am zu dem Zeitpunkt auf der dritten Position liegenden Ferrari von AF Corse (#83) vorbeizugehen und drehte den 458 Italia sowie den Ligier JS P2 von RGR Sport by Morand. Zum Ende als Zweiter gewertet (+ 51,837 Sek.), erhielt das Team für den Vorfall eine 10-Sekunden-Strafe, musste den zweiten Platz wieder an die Konkurrenz aus Italien abgeben und wird nun als Dritter gewertet. In der Teamwertung liegt AF Corse weiterhin an der Spitze (173 Pkt.), Aston Martin konnte in der Teamwertung den Abstand von 33 auf 25 Punkte verringern (148 Pkt.). Wie in der LMGTE Pro-Klasse, fällt auch hier die Entscheidung erst in Bahrain.

Die aktuellen Punktestände gibt es unter folgendem Link.

Als kleine Randnotiz wurde während des Wochenendes bekanntgegeben, dass die WEC drei weitere Jahre in Shanghai fahren wird. Das letzte Saisonrennen findet am 19. November in Bahrain statt – Start ist um 13:00 Uhr deutscher Zeit.

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