Porsche: Marc Lieb und Romain Dumas verlassen das LMP1-Team

Romain Dumas und Marc Lieb, 6 Stunden von Fuji 2014 © Porsche

Das Gerücht, welches schon vor Monaten auftauchte, hat sich nun bestätigt. Neben Mark Webber, der sich aus dem aktiven Motorsport zurückzog, werden auch Marc Lieb und Romain Dumas das LMP1-Projekt von Porsche verlassen. Damit muss Porsche drei der sechs Plätze neu besetzen – die besten Chancen werden Nick Tandy, Earl Bamber und André Lotterer eingeräumt.

Lieb und Dumas waren seit Beginn des Porsche-LMP1-Projekts im Jahr 2014 feste Größen bei Porsche und konnten beim letzten Saisonrennen 2014 in Sao Paulo den ersten Sieg für das Porsche Team einfahren. Darüber hinaus holte man 2015 und 2016 die prestigeträchtigen Pole-Positions beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans. Der größte Erfolg des Trios Marc Lieb, Romain Dumas und war jedoch der Le-Mans-Sieg 2016 und der vor wenigen Tagen gewonnene WEC-Fahrertitel. Dumas hat für Porsche allein acht Gesamtsiege bei internationalen 24-Stunden-Rennen erzielt, bei Lieb (36) sind es sechs. Beide Fahrer bleiben bei Porsche unter Vertrag.

Marc Lieb wurde zwar bereits mit 20 Jahren Porsche-Werksfahrer (2003), doch ihm war bewusst, dass er sich nicht nur auf den Sport und das Fahren konzentrieren kann und studierte daher an der Fachhochschule Esslingen Fahrzeugtechnik. Der „rasende Ingenieur“ war selbst an der Entwicklungsarbeit seines nun ehemaligen Rennwagens Porsche 919 Hybrid beteiligt. „Ich hatte mir immer vorgestellt, dass das LMP1-Programm meine letzte Station als Werksfahrer wird“, sagt Lieb, „und ich konnte die Weichen für meine weitere Laufbahn außerhalb des Cockpits bei Porsche früh stellen. Für all die Möglichkeiten, die mir Porsche über so viele Jahre geboten hat, bin ich dankbar. Und dankbar bin ich vor allem auch meiner Familie, die mich über zwei Jahrzehnte im aktiven Rennsport unterstützt hat. Das war oft schwer, und ich möchte jetzt etwas zurückgeben. Den Wechsel in den Bereich internationaler Kundensport bei Porsche als Le-Mans-Sieger und Weltmeister vollziehen zu können, bedeutet mir unheimlich viel.“

Der aus Südfrankreich stammende Romain Dumas ist seit 2003 Porsche-Werksfahrer und seit einiger Zeit ein eigenes Team im Rallyesport sowie beim Internationalen Pikes Peak Bergrennen in den USA, das er 2014 und 2016 selbst gewinnen konnte.„Ich denke an viele tolle Jahre und großartige Rennwagen zurück. Wir haben oft Rennsport-Geschichte geschrieben, beispielsweise in Spa oder auf der Nordschleife mit dem 911 GT3, und natürlich in Sebring mit dem RS Spyder. Die drei Jahre mit dem Porsche Team in der LMP1-Klasse waren höchstes professionelles Niveau. Dies war ein unglaublich starker Wettkampf und auch technisch sehr herausfordernd. Mit dem Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans ist für mich ein Traum wahr geworden und ich bin stolz auf all das was wir alle gemeinsam erreichen konnten. Ich war aber immer offen für Herausforderungen und nehme jetzt eine neue an.“ Dumas ist im Gegensatz zu Lieb bereits zweimaliger Le-Mans-Sieger. Den ersten Gesamtsieg sicherte der sich damals an Audi ausgeliehene Franzose 2010, als er mit Mike Rockenfeller und Timo Bernhard im Audi R15 plus das Rennen gewann und gleichzeitig einen bis heute gültigen Distanzrekord von 5410,713 Kilometern aufstellte.

24 Stunden von Le Mans 2016, Porsche 919 Hybrid, Box
24 Stunden von Le Mans 2016 © Porsche

„Das LMP1-Programm hat sehr von Marcs und Romains Erfahrung profitiert, das gilt insbesondere für die Aufbauphase und die Le-Mans-Einsätze. Wir haben in den vergangenen Jahren einige Höhen und Tiefen zusammen erlebt. Ich freue mich, dass beide diesen Teil ihrer langen Karriere als Le-Mans-Sieger und Weltmeister abschließen können. Ich danke Marc und Romain von Herzen für ihre sportliche Leistung, ihren hohen Einsatz und ihre Loyalität“, sagt Fritz Enzinger, Leiter LMP1.
Michael Steiner, Vorstand für Forschung und Entwicklung der Porsche AG ergänzt: „Marc und Romain haben Großartiges für unser Unternehmen geleistet. Sowohl hinter dem Lenkrad als auch bei vielen anderen internationalen Auftritten. Sie stehen für den Sportsgeist und die Werte der Marke.“

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