Toyota: Bedeuten Rückschritte im LMP1-Reglement das WEC-Aus?

6 Stunden von Shanghai 2016, TS050 - Hybrid #6 © Toyota Motorsport GmbH

Um einen Le-Mans-Prototypen für die LMP1-Klasse zu bauen, benötigt man neben gut ausgebildetem Personal und der nötigen Infrastruktur vor allem eines: viel Geld. Die Programme der aktuell teilnehmenden Hersteller Porsche und Toyota verschlingen in jedem Jahr zig Millionen Euro und entsprechend abschreckend sind die benötigten finanziellen Ressourcen für potentielle Neueinsteiger. Dafür kann man sich bei der Fahrzeugentwicklung fast vollständig austoben und in keiner anderen Motorsportserie kann ein Werk dank der Freiheiten zeigen was es im Stande ist zu entwickeln und auf den Rundkurs zu schicken. Vor allem das Hybridsystem bietet eine gute Möglichkeit Technologie auf der Rennstrecke zu entwickeln und die Erkenntnisse später in Serienfahrzeuge einfließen zu lassen. Doch der durch den VW-Abgasskandal bedingten Ausstieg von Audi zeigte, wie schnell sich ein Hersteller zurückziehen kann und rückte eines der Probleme der WEC wieder in den Vordergrund. Mit drei bzw. ab 2017 nur noch zwei Herstellern und einem Privatteam, ist die LMP1-Klasse viel zu dünn besetzt. Um dieses Dilemma zu beseitigen, versucht man zum einen mehr Privatteams anzulocken und zum anderen muss man die Klasse auch für Hersteller attraktiv gestalten. Das gelingt allerdings nur, wenn man die Kosten senkt…

Nachdem man 2016 bereits beispielsweise die Stunden im Windkanal sowie die Anzahl der Motoren reduzierte und 2017 nur noch zwei Aero-Pakete zulässig sind, beschloss der ACO und die FIA im November außerdem infolge des Audi-Ausstiegs das LMP1-Reglement bis Ende 2019 einzufrieren – ein drittes Hybridsystem und die Einführung der 10-Megajoule-Klasse sind somit zunächst bis mindestens 2020 auf Eis gelegt. Dazu überlegt man die Anzahl der Hybridsysteme auf nur noch ein System zu beschränken. Mit diesem Schritt will man möglichen Herstellern die Türen möglichst weit öffnen. Vor allem Peugeot zeigt seit Jahren Interesse, pocht jedoch auf eine signifikante Kostensenkung.

Im Interview mit den Kollegen von Autosport, äußerte sich nun Pascal Vasselon, Technischer Direktor bei der Toyota Motorsport GmbH zur Zukunft von Toyota.
„Der Hauptgrund um an der WEC teilzunehmen, ist Technologie und im speziellen Hybridtechnologie zu entwickeln und es wäre für Toyota fast unmöglich einen Rückschritt zu akzeptieren. Die Entwicklung von Hybridtechnologie ist die Daseinsberechtigung für das Programm“, so Vasselon. Laut dem Franzosen ist es die Aufgabe des ACO und der FIA in Zusammenarbeit mit Porsche und Toyota einen Weg zu finden, bei dem alle Beteiligten mit einem gewünschten Aufwand gegeneinander antreten können und außerdem ein enger Wettbewerb geboten wird. Auch eine Änderung der Equivalence of Technology (EoT) könnte dabei in Erwägung gezogen werden.

Obwohl das LMP1-Engagement von den Japanern nur bis Ende 2017 bestätigt ist, gebe es allerdings derzeit keine Zeitangabe für die Beendigung des Programms.

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