WEC 2017: Titelverteidiger Porsche stellt den 919 Hybrid vor

Porsche 919 Hybrid (2017) © Porsche

Nachdem Toyota bereits am Morgen seinen überarbeiteten TS050 – Hybrid vorgestellt hat, zog Porsche am Nachmittag nach und präsentierte ebenfalls seinen weiterentwickelten Porsche 919 Hybrid. Etwa 60 bis 70 Prozent des Fahrzeugs sind Neuentwicklungen und vor allem die Bereiche Motor, Fahrwerk und Aerodynamik erhielten ein Update. Bis auf das Monocoque, wurden alle Bauteile auf ihr Optimierungspotenzial überprüft. Im Bereich Design, weisen der Porsche 919 Hybrid und der Porsche 911 RSR in der LMGTE Pro-Klasse dasselbe Farbschema auf. Die Grundfarben sind Weiß, Schwarz und Rot. Auch 2014, beim Comeback in der LMP1-Klasse, waren die Designs identisch.

Um die LMP1-Prototypen einzubremsen sowie die Sicherheit zu erhöhen, wurde das Reglement angepasst. Kernpunkte sind vor allem ein 15 Millimeter höherer Frontsplitter sowie ein schmalerer Heckdiffusor. Auch die Anzahl der Aerodynamikpakete wurde von drei auf zwei Pakete reduziert. Eines davon ist schwerpunktmäßig für Le Mans gedacht, da der Fokus, bedingt durch die langen Geraden, auf einem möglichst geringen Luftwiderstand liegt. Beim zweiten Paket hat man einen höheren Luftwiderstand, gewinnt dadurch aber Abtrieb für kurvigere Rennstrecken. An der Front fallen vor allem die höheren, breiteren und längeren Radhäuser ins Auge. Seitlich wurden die hinteren Lufteinlässe für die Kühler angepasst und ein Durchlass vom Monocoque zum Radhaus hinzugefügt. In Le Mans rechnet man durch die reglementbedingten aerodynamischen Einbußen mit einem Anstieg der Rundenzeiten von drei bis vier Sekunden. Auffallend ist auch, dass der überarbeitete Porsche 919 Hybrid erstmals keine klassischen Rückspiegel hat, die auf der Karosserie montiert sind. Die Spiegel finden sich nun oberhalb des P1-Symbols an der Seite unter einer durchsichtigen Abdeckung (siehe letztes Bild in der Galerie).

Im Bereich Antrieb überarbeiteten die Porsche-Ingenieure in Weissach die Getriebe an Vorder- und Hinterachse, den Verbrennungsmotor, die E-Maschine und die Rückgewinnungssysteme. Das eigentliche Antriebskonzept mit einem Zweiliter-V4-Verbrennungsmotor sowie die Nutzung von Bremsenergie von der Vorderachse und Abgasenergie, blieb unverändert. Zudem vertraut man weiterhin auf Lithium-Ionen-Batterien und tritt erneut in der 8 Megajoule-Klasse an.

Neben mechanischen Weiterentwicklungen des Fahrwerks, sollen Software-Neuerungen im Bereich Traktionskontrolle und Hybridmanagement, zu einer besseren Fahrbarkeit des LMP1-Prototypens führen, was auch Einfluss auf die Haltbarkeit der Reifen hat. Reifenmanagement ist in diesem Jahr von entscheidender Bedeutung, da den LMP1-Teams pro Rennwochenende und pro Auto nun drei Reifensätze weniger zur Verfügung stehen. „Zusammen mit unserem Partner Michelin haben wir uns intensiv vorbereitet, damit wir das Tempo auch bei Doppelstints bis zum Schluss hoch halten können. Denn die Rennen, ob sechs oder 24 Stunden, werden auch 2017 Sprintcharakter haben.“ In der Nacht von Le Mans, also bei kühleren Temperaturen, werden sogar Vierfachstints mit einem Reifensatz gefahren“, sagt Teamchef Andreas Seidl, der auch weiterhin kommissarisch das Amt des Technischen Direktors übernimmt.

Im Gegensatz zu Toyota, wird Porsche während der gesamten WEC-Saison nur zwei Wagen einsetzen. Den Rennwagen mit der Startnummer #1 teilen sich Jani/Lotterer/Tandy, das Schwesterfahrzeug mit der Nummer #2 wird von Bernhard/Bamber/Hartley pilotiert.

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