WEC: Die Balance of Performance basiert zukünftig auf Algorithmen

WEC-Prolog in Monza, Porsche GT Team, Porsche 911 RSR #91 © Porsche

Egal ob internationale Serien wie die FIA WEC oder nationale Formate wie die VLN oder das ADAC GT Masters – für einen Veranstalter ist es enorm schwierig die auf Straßenwagen basierenden Rennwagen der unterschiedlichen Hersteller auf ein Leistungsniveau zu bringen und die verschiedenen Fahrzeugkonzepte nahezu anzugleichen. In der WEC benutzte man bisher Zusatzgewichte, verschieden große Luft- und Durchflussmengenbegrenzer, eine vorgeschriebene Literzahl Sprit, eine mögliche Anpassung der Heckspoiler- und Gurney-Höhe sowie im Falle des Ferrari 488 GTE und Ford GT Anpassungen beim Ladedruck, um ein Gleichgewicht herzustellen. Die entsprechenden Anpassungen hat das FIA-Langstreckenkomitee verabschiedet. Es gab Gewinner und vor allem Verlierer der sogenannten Balance of Performance (BoP), die das auch lautstark kommunizierten und auf ihre Benachteiligung aufmerksam machten. Die BoP kam daher in den letzten Jahren enorm in die Kritik und der Konflikt flammte nach jedem Rennen erneut auf.

Ein Arbeitsgruppe, die sich zwischen Oktober 2016 und März 2017 insgesamt achtmal traf und zu der FIA, ACO, Aston Martin, Ferrari, Ford, Porsche, Corvette sowie BMW (auf Einladung, WEC-Teilnahme ab 2018) gehörten, haben nun ein auf Algorithmen basierendes System für die Balance of Performance entwickelt. Damit soll der Angleichungsprozess der Fahrzeuge weitaus ausgeglichener sein und der Faktor Mensch wird nahezu komplett gestrichen.

Die zahlreichen oben genannten Variablen werden auf Gewicht und Leistung reduziert. Das Gewicht kann um +/- 20 Kilogramm verändert werden, die Leistung um +/- 10 Kilowatt (ca. 13,6 PS). Für die Berechnung werden 60 Prozent der Renndistanz des jeweils schnellsten Wagen eines Herstellers genutzt. Mit in die Rechnung fließen nicht nur die Rundenzeiten, sondern auch die Sektorzeiten, die gemessene Höchstgeschwindigkeit sowie der Reifenverschleiß der Fahrzeuge ein. Hat ein Fahrzeug nicht genügend Runden zurückgelegt oder ist zu langsam unterwegs, werden keine Anpassungen für das nächste Rennen vorgenommen. Das gilt auch für ungewöhnliche Wetterbedingungen.

Die BoP für das Rennen in Silverstone und in Spa-Francorchamps wird noch nach der alten Variante bestimmt, die erste computergestützte Anpassung findet für das Rennen auf dem Nürburgring statt. Eine Ausnahme sind die 24 Stunden von Le Mans – hier wird der Algorithmus nicht angewendet und die BoP wird auf dem klassischen Weg bestimmt! Des Weiteren gilt die neue Prozedur nur für die LMGTE Pro-Klasse – nicht für LMGTE Am.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*