WEC: Toyota Gazoo Racing mit Doppelsieg in Spa-Francorchamps

6 Stunden von Spa-Francorchamps, Toyota TS050 - Hybrid #8, Siegerfahrzeug © Toyota Motorsport GmbH

Zweites Saisonrennen – zweiter Sieg für Toyota Gazoo Racing. Die Sieger der „6 Stunden von Spa-Francorchamps“ heißen Sebastien Buemi, Anthony Davidson und Kazuki Nakajima im Toyota TS050 – Hybrid mit der Startnummer #8. Mit nur 1,992 Sekunden Abstand folgen Mike Conway und Kamui Kobayashi im zweiten TS050, die ohne den verletzten Jose Maria Lopez antraten. Zehntausende Zuschauer (Wochenende: 61.000) sahen bei überwiegend guten Wetterbedingungen ein in allen Klassen bis zum Schluss spannendes Rennen. Leichter Regen eine Stunde vor Schluss hatte keinerlei Auswirkungen auf das Geschehen.

Beim Start sorgte Nicolas Lapierre für eine Schrecksekunde, als er sich im dritten Toyota (#9), der nur in Spa-Francorchamps und in Le Mans eingesetzt wird, an einem der beiden Porsche vorbeiziehen wollte, sich verbremste und in La Source geradeaus fuhr. Nach 25 Minuten übernahm Mike Conway die Führung von Andre Lotterer, der nun einen TS050 vor sich und zwei hinter sich hatte. Kurz danach ging Buemi am Ex-Audi-Werksfahrer vorbei. Lotterer klagte derweil unter Über- und Untersteuern sowie Reifenprobleme, Porsche zog daher einen Full Service vor. In der Folge kam es, bedingt durch die Boxenstopps und FCY-Phasen, zu diversen Positionsverschiebungen zwischen den vier in der WEC eingesetzten LMP1-Fahrzeugen. Der Porsche von Bernhard/Bamber/Hartley hatte mit einem schleichenden Plattfuß zu kämpfen, später räumte Hartley Dumas im Signatech-Wagen ab, was einen Haubentausch zur Folge hatte. Eine Strafe für das Manöver blieb dem Team aber erspart. Durch ein gutes Renntempo wurde man den Toyota’s noch gefährlich, letztlich blieb dem Trio jedoch nur der dritte Gesamtplatz – der Abstand zum Sieger betrug etwa 35 Sekunden. Der Toyota von Conway/Kobayashi war während des Rennens schneller als das Schwesterfahrzeug, hatte aber Pech mit zwei FCY-Phasen. Sieger Beumi würdigte die Leistung über Funk und teilte mit, dass in Wahrheit sie den Sieg verdient hätten. Als am Ende klar wurde, dass es auf einen Toyota-Doppelsieg hinausläuft, setzte Kobayashi noch einmal zum Angriff auf den führenden Teamkollegen Buemi an, doch die Zeit reichte nicht mehr aus. Der dritte Toyota mit der Startnummer #9 und der Le-Mans-Aerokonfiguration fiel bis auf das Anfangsmanöver kaum auf und hatte mit Reifenproblemen zu kämpfen. Mit zwei Runden Rückstand platzierten sich Sarrazin/Kunimoto/Lapierre auf dem fünften Platz. Der Porsche 919 Hybrid von Lotterer/Jani/Tandy kam hinter dem Schwesterfahrzeug auf dem vierten Platz und mit zwei Runden Abstand ins Ziel. Auch hier fiel ein Boxenstopp genau vor eine Neutralisationsphase.

Das ByKolles Racing Team lieferte in Spa eine gute Vorstellung ab und bewältigte die volle Renndistanz ohne Probleme. Dazu war das Tempo gut und man ließ das gesamte LMP2-Feld hinter sich – Oliver Webb, Dominik Kraihamer und James Rossiter fuhren als Sechster ins Ziel und können nun optimistisch in den Le-Mans-Test gehen. Der reibungslose Rennablauf kommt in Hinblick auf Le Mans zum richtigen Zeitpunkt und das Team ist auf dem richtigen Weg.

Aus der extrem hart umkämpften aber spannenden LMP2-Klasse ging G-Drive Racing als Sieger hervor. Vor allem der Oreca von Vaillante Rebellion (#31) hatte Siegchancen, doch eine 10-Sekunden-Strafe für die Kollision mit einem Ford und die Reparatur der Dachantenne kosteten wertvolle Zeit. Der 36er-Wagen von Signatech Alpine Matmut wurde von Hartley gedreht, dazu fiel früh die Traktionskontrolle aus. Das Schwesterfahrzeug wurde von Jackie Chan DC Racing (#38) abgeräumt und blieb fast eine Minute kurz vor der eigenen Garage stehen. Der zwischenzeitlich in Führung liegende zweite Wagen von DC Racing (#37) verlor in einer FCY-Phase enorm viel Zeit, flog dazu 90 Minuten vor Schluss von der Strecke ab, strandete wenig später erneut und konnte den Sieg abschreiben. Der Oreca 07 von TDS Racing, der ebenso wie Gaststarter Tockwith Motorsports gestern eine verbotene Messeinrichtung für die Fahrzeughöhe verbaut hatte, musste eine Durchfahrtsstrafe absolvieren, rutschte etwa zwei Stunden vor Schluss in den Reifenstapel was eine FCY-Phase auslöste. Auf dem zweiten Platz platzierten sich Canal/Prost/Senna im Vaillante Rebellion (#31), Silverstone-Sieger Tung/Jarvis/Laurent (#38, Jackie Chan DC Racing) komplettierten das Podium.

In der LMGTE Pro-Klasse konnte AF Corse mit den zwei eingesetzten Ferrari 488 GTE einen Doppelsieg einfahren. Als Sieger gingen Sam Bird und Davide Rigon im Ferrari mit der Nummer #71 hervor, mit einer Runde Abstand folgen James Calado und Alessandro Pier Guidi. Vorangegangen waren aufreibende Positionskämpfe zwischen den beiden Ferraris und dem Ford GT von Mücke/Pla/Johnson, die den dritten Platz belegten. Die Ferrari wechselten untereinander immer wieder die Positionen und konnten sich mit der Zeit vom Ford absetzen. Wie eng es intern teilweise zuging, zeigt das unten stehende Kurzvideo, das die Spannung der ansatzweise vermitteln kann. Der Ford GT von Priaulx/Tincknell/Derani stand nach gut einer Stunde für fast zwei Minuten in der Eau Rouge – ein Reset der Elektronik half jedoch und man konnte, nun mit reichlich Abstand auf die Spitze, weiterfahren. Zwar fuhr man lange dem Feld hinterher, doch nach verbissenen Zweikämpfen mit den Porsche 911 RSR sicherte man sich noch den vierten Platz. Porsche und Aston Martin hatten keine Chancen auf das Podium und belegten den 5./6. Platz (je 2 Runden Abstand) und den 7./8. Platz (je 3 Runden Abstand).

Besser lief es für Aston Martin Racing in der LMGTE Am-Klasse, in der man den Klassensieg einfuhr. Nachdem man den wohlverdienten Sieg in Silverstone auf den letztern Metern durch eine Kollision mit dem Ferrari von Spirit of Race verlor, klappte es für Paul Dalla Lana, Pedro Lamy und Mathias Lauda nun in Spa-Francorchamps. Das Team Dempsey-Proton Racing platzierte sich mit 31,110 Sekunden Differenz auf dem zweiten Platz, Dritter wurde die Mannschaft von Clearwater Racing. Die Klasse dezimierte sich nach rund der Hälfte des Rennens, als sich Nick Foster in der Bus-Stop-Schikane dreht und an der Boxenmauer stehenblieb. Die Folge war die ersten von zwei FCY-Phasen, die insgesamt sechs Minuten dauerte. Glücklicherweise hielt Foster direkt vor einem Tor in der Mauer.

Im WEC-Kalender geht es am 04. Juni mit dem offiziellen Test in Le Mans weiter, am 17./18. Juni folgt mit den „24 Stunden von Le Mans“ das Saisonhighlight mit doppelter Punktzahl.

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