FIA WEC: Le-Mans-Sieger Porsche peilt Eifel-Hattrick an

24 Stunden von Le Mans 2017, Porsche 919 Hybrid #2 © Porsche

Nach dem 19. Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans, reist das Porsche LMP Team als Führender in der Fahrer- und Herstellerwertung zum Heimrennen auf dem Nürburgring an. Timo Bernhard, Brendon Hartley und Earl Bamber übernahmen durch den Le-Mans-Sieg die Spitzenposition in der Fahrer-WM und führen nun mit 17 Punkten vor den Toyota-Werksfahrern Anthony Davidson, Kazuki Nakajima und Sebastien Buemi. Ebenso ging die Führung in der Herstellerwertung an Porsche über, in der man nun mit 28,5 Punkten Vorsprung vor Toyota liegt. Nach den Siegen im Jahr 2015 und 2016 peilt Porsche den dritten Erfolg in der Vulkaneifel an.

Das Reglement erlaubt in diesem Jahr nur noch zwei Aerodynamikkonfigurationen in der LMP1-Klasse. Porsche fuhr im Gegensatz zu Toyota die ersten drei Rennen mit der Low-Downforce-Konfiguration und nutzt das High-Downforce-Paket, welches durch mehr Anpressdruck höhere Kurvengeschwindigkeiten erlaubt, erstmals auf dem Nürburgring.

Team- und Fahrerstimmen:

Fritz Enzinger, Leiter LMP1: „Die 24 Stunden in Le Mans waren Langstreckensport mit allen Höhen und Tiefen. In der Eifel wollen wir ein blitzsauberes Sechsstundenrennen fahren und am liebsten auch hier nach 2015 und 2016 zum dritten Mal in Folge gewinnen. Unser neues Aerodynamik-Paket für hohen Abtrieb hat beim Test gut funktioniert. Jetzt geht der Kampf um die Verteidigung unserer Weltmeistertitel für Hersteller und Fahrer richtig los.“

Andreas Seidl, Teamchef: „Für die WM 2017 haben sowohl wir als auch Toyota die Grenze des technisch Machbaren erneut hinausgeschoben. Das zeigt sich einerseits an den Rundenzeiten, die trotz umfangreicher Einschränkungen durch das Reglement gesunken sind. Andererseits lässt sich auch an den Standfestigkeitsproblemen von beiden Herstellern in Le Mans ablesen, dass wir alle ans Limit gegangen sind. Für das Team ging es nach dem Erfolg in Le Mans direkt mit einem sehr positiven dreitägigen Performance-Test in Barcelona weiter. Wir fühlen uns für das Sechsstundenrennen am Nürburgring gut gerüstet. Dort tritt der 919 Hybrid mit einem neuen Gesicht und einer stark veränderten Heckpartie an: Unser neues High-Downforce-Aerodynamikpaket sieht gut aus; jetzt muss es sich auf der Rennstrecke beweisen.“

Fahrer Porsche 919 Hybrid #1

Neel Jani: „Ich bin sehr gespannt auf unser neues Aerodynamikpaket. Die Crew vom Auto Nummer 2 war in Barcelona mit Testen an der Reihe, wir vom Auto Nummer 1 sind die neuen Teile noch nicht gefahren. Der Ausfall in Le Mans – noch dazu in Führung liegend – war ein herber Rückschlag im WM-Klassement. Ich hoffe, der zweite Teil der Weltmeisterschaft steht unter einem besseren Stern für unser Trio.“

André Lotterer: „Ich freue mich sehr darauf, den Porsche 919 Hybrid erstmals mit viel Abtrieb zu fahren. Das ist grundsätzlich immer angenehmer als die Low-Downforce-Variante. In den vergangenen beiden Jahren war das Rennen am Nürburgring super besucht, und ich hoffe, es kommen auch in diesem Jahr wieder so viele Fans. So einen tollen Zweikampf wie im Vorjahr können Neel und ich uns jetzt nicht mehr liefern, dafür kämpfen wir gemeinsam gegen die starke Konkurrenz. Wir wollen ein Top-Ergebnis, auch um den Ausfall in Le Mans abzuhaken.“

Nick Tandy: „Le Mans ist vorbei. Ich schaue nach vorn und konzentriere mich auf die verbleibenden Rennen. Mehr als die Hälfte der WM ist noch zu fahren. Mit dem Nürburgring verbinde ich eine eigene Geschichte. Ich bin dort schon zu Beginn meiner Porsche-Laufbahn im Carrera-Cup recht oft gefahren. Bei meinem bislang letzten Rennen auf der Grand-Prix-Strecke habe ich die LMP2-Klasse gewonnen. Für Porsche ist es das Heimrennen des Jahres und auch deshalb für uns alle ein ganz besonders wichtiger WM-Lauf, auf den ich mich sehr freue.“

Fahrer Porsche 919 Hybrid #2

Earl Bamber: „Ich bin sehr gespannt auf den ersten Renneinsatz mit unserem neuen High-Downforce-Paket. Wir haben viel Schwung aus Le Mans mitgenommen und wollen nun um die Hersteller-Weltmeisterschaft kämpfen. Wenn wir sie gewinnen können, wollen wir den Fahrertitel anschließend auch noch. Ich habe mehr Erfahrung auf der Nordschleife als auf dem Grand-Prix-Kurs. Aber ich mag ihn und kann es kaum erwarten, dort zum ersten Mal mit dem 919 Hybrid zu fahren.“

Timo Bernhard: „Ich freue mich riesig auf den Nürburgring. Neben Le Mans ist mein Heimrennen für mich das zweite Saison-Highlight. Seit zwei Jahren gibt es das Sechsstundenrennen am Ring. Es wurde von Anfang an super angenommen. Die Atmosphäre mit vollen Rängen und sehr sachkundigem Publikum war genial. Vor dieser Kulisse haben wir 2015 und 2016 gewonnen. So kann es gerne weitergehen, der Hattrick wäre schön. Allerdings werden sowohl die Toyota als auch unser Schwesterauto sehr stark sein.“

Brendon Hartley: „Die Wochen seit dem Sieg in Le Mans waren verrückt, aber schön. Die Bedeutung dieses Erfolgs ist mittlerweile auch bei mir angekommen. Inzwischen haben wir unser Technik-Paket für viel Abtrieb getestet. Der Fokus liegt nun ganz auf der Weltmeisterschaft. In den vergangenen beiden Jahren haben wir in der Eifel gewonnen, und Earl und ich sind in der glücklichen Lage, ‚Mr. Nürburgring’ persönlich als Teamkollegen zu haben. Bei Porsche haben alle hart gearbeitet, um das neue Aeropaket am Nürburgring einsetzen zu können. Ein Heimsieg wäre nach dem Le-Mans-Erfolg das Sahnehäubchen auf dem Kuchen. Ich freue mich auf den nächsten harten Kampf!“

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