Hattrick: Porsche gewinnt erneut das WEC-Rennen auf dem Nürburgring

WEC, 6 Stunden vom Nürburgring 2017, Gesamtsieger auf dem Podium © Porsche

Porsche hat beim vierten WEC-Saisonrennen und der dritten Auflage der „6 Hours of Nürburging“ mit einem Doppelsieg einen lupenreinen Hattrick in der Eifel eingefahren. Am Wochenende strömten 52.000 Zuschauer in die Eifel um sich eine neue Auflage des LMP1-Kampfes „Porsche vs. Toyota“ sowie die anderen Klassenkämpfe anzuschauen. Die Zuschauerzahl lag damit deutlich weniger als noch 2015 (62.000) oder 2016 (58.000) – mögliche Gründe könnten der Ausstieg von Audi oder der verregnete Morgen sein, der Zuschauer von außerhalb abgeschreckt haben könnte. Im Verlauf des Morgens hörte der Regen jedoch auf und hatte keinen Einfluss auf das Renngeschehen.

Für Toyota begann das Rennen mit einem heftigen Rückschlag, als der in der Weltmeisterschaft besser platzierte Toyota TS050 – Hybrid von Buemi/Davidson/Nakajima mit einer defekten Benzinpumpe viel Zeit in der Box verlor und das Rennen schließlich mit fünf Runden Rückstand auf dem vierten Gesamt- und Klassenplatz beendete. Der Toyota von Conway/Kobayashi/Lopez, der von der Pole-Position startete, lag rund 90 Minuten in Führung und wehrte zahlreiche Angriffe der beiden Porsche 919 Hybrid ab – doch letztlich konnte Porsche über die Renndauer gesehen ein höheres Tempo vorlegen. Zudem hatte man bei ansteigender Temperatur Probleme mit der Haltbarkeit der Reifen. Die beiden Porsche wechselten oft die Führung, doch als klar wurde, dass der Sieg für Lotterer/Jani/Tandy in greifbare Nähe rückt, wandte man Stallorder an und ließ den in der WM besser platzierten Wagen von den Le-Mans-Siegern Bernhard/Bamber/Hartley an dem Schwesterfahrzeug vorbeigehen. „Unser Auto hätte ebenso gewinnen können, aber wir haben mit Blick auf die WM-Situation Teamarbeit geleistet“, sagte André Lotterer nach dem Rennen. Teamchef Andreas Seidl brachte es letztlich auf den Punkt: „Die Reihenfolge zum Ende des Rennens ist für beide Meisterschaftswertungen ideal. Das steht für Porsche im Vordergrund.“

Das ByKolles Racing Team schaffte es derweil mit 22 Runden Rückstand auf den LMP1- und 9 Runden auf den LMP2-Klassensieger nur auf den 14. Gesamtplatz. In der LMP2-Klasse konnte sich erneut der Oreca 07 mit der Startnummer #38 (Jarvis/Tung Laurent) von Jackie Chan DC Racing durchsetzen, der zuletzt die Klasse in Le Mans gewann. Zu verdanken ist es vor allem Laurent und Tung, die neben dem Profi Jarvis eine starke Vorstellung ablieferten und besser waren als die „Nicht-Profis“ der anderen Teams. Auf dem zweiten Platz folgt der Oreca 07 von Canal/Senna/Albuquerque (Vaillante Rebellion #31), auf dem dritten Platz Lapierre/Menezes/Rao im baugleichen, aber umbenannten Alpine A470 von Signatech Alpine Matmut. Beide haben eine Runde Rückstand.

Nachdem das GTE-Werksteam von Porsche bei der Nürburgring-Premiere 2015 den Klassensieg einfahren konnte, klappte es dieses Mal nicht. Zu stark war der Ferrari 488 GTE von Calado und Pier Guidi. Nach sechs Stunden sprangen nur der zweite (#91, Lietz/Makowiecki) und dritte (#92 Christensen/Estre) heraus. Auf das Siegerfahrzeug hatte man 50,076 bzw. 58.836 Sekunden Abstand. Ford spielte in der stets spannenden Klasse keinerlei Rolle (5./6. Platz). Aston Martin platzierte sich auf dem vierten (#95) und 7. Platz (#97). Der 71er Ferrari hatte Getriebeprobleme und wurde Letzter. In der LMGTE Am-Klasse feierte Dempsey-Proton Racing den Klassensieg. Besonders gefreut hat sich Marvin Dienst, der in seiner Premierensaison ausgerechnet beim Heimrennen siegen konnte. Miguel Molina kam in den Schlussminuten im Ferrari von „Spirit of Race“ zwar auf knapp sechs Sekunden heran, doch die Zeit reichte letztlich nicht mehr für einen Angriff. Der ehemalige Audi-DTM-Fahrer wurde mit seinem Teamkollegen Thomas Flohr und Francesco Castellacci nur Zweiter. Komplettiert wurde das Podium von Paul Dalla Lana, Pedro Lamy und Mathias Lauda im Aston Martin.

Das fünfte Saisonrennen findet am 03. September in Mexiko statt.

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