WEC 2018: LMP1-Projekt von Perrinn gestoppt, Garage 56 als neues Ziel

Perrinn LMP1 © G24 Studio / Perrinn

Für die private LMP1-Klasse, die 2018 mit Fahrzeugen von Ginetta, Dallara/BR Engineering bzw. SMP, Perrinn und ByKolles stark und vor allem mit einer fast zweistelligen Anzahl von Fahrzeugen besetzt sein sollte, gibt es nun einen Rückschlag. Perrinn Ltd. hat zwar endlich den Kunden der zwei verkauften LMP1-Prototypen verraten, jedoch konnte dieser die Fahrzeuge nicht bezahlen.

Beim Kunden handelte es sich um ART Racing Services, welches allerdings keinerlei Verbindungen zum ehemaligen französischen Mercedes-DTM-Einsatzteam ART Grand Prix hat. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass der Motor des LMP1-Fahrzeugs den Namen des rumänischen Unternehmens Dacia tragen sollten, welches zum französischen Autobauer Renault gehört. Der aus Rumänien stammende Niederländer Frank von Nunen, welcher bereits beim LMP2-Team Kruse-Schiller involviert war, war treibende Kraft hinter dem Plan, der letztlich nicht zustande kam. Die Finanzierung sollte mittels rumänischen Staatsgeldern und weiteren öffentlichen Stellen sowie Sponsoren auf die Beine gestellt werden. Laut dailysportscar.com sieht sich ART Racing Services derzeit nach weiteren Lieferanten von LMP1-Fahrzeugen um.

Nach Angaben von Nicolas Perrin starteten bereits die Arbeiten für den Aufbau der Fahrzeuge – nur das Geld dafür kam nie an. Die Deadline um das Projekt fortzuführen wurde mittlerweile überschritten. „Wir waren bereit und haben die Arbeit an den Fahrzeugen begonnen, um sie wie vereinbart auszuliefern. Leider ist das nicht passiert. Ich bleibe davon überzeugt, dass unser Open-Source-Modell viel zu bieten hat, aber für den Moment muss das auf die Zukunft verschoben werden und ich widme mich anderen Projekten“, sagte Nicolas Perrin, der beim Formel-1-Rennstall Williams als Ingenieur und Aerodynamiker aktiv war sowie bereits bei mehreren LMP1-Prototypen für das Design zuständig war. Auch beim Elektrosupersportwagen Nio EP9, der seit Mai den Nordschleifenrekord für Elektrofahrzeuge hält, war er maßgeblich beteiligt.

Le Mans 2019: Garage 56 als neues Ziel

Der Franzose strebt nun eine  Teilnahme bei den „24 Stunden von Le Mans“ 2019 an, bei denen man in der Garage 56 starten möchte. Basis soll der mittlerweile unter dem Namen „Project 424“ laufende LMP1 sein, der allerdings umgerüstet wird und dadurch vollelektrisch sowie autonom fahren soll.

Jede Stunde sollen auf der Traditionsstrecke in Le Mans drei (!) Runden absolviert werden:

  1. Outlap auf GTE-Niveau (350 kW, 280 km/h)
  2. Fliegende Runde auf LMP1-Niveau (650 kW, 325 km/h)
  3. Inlap auf GTE-Niveau und im autonomen Modus

Pro Stunde sollen somit 15 Minuten auf der Strecke verbracht werden, danach werden die Batterien 45 Minuten aufgeladen. Das nach eigenen Angaben zukünftig schnellste  Elektrofahrzeug der Welt soll 1100 kg wiegen, wovon 500 kg auf das Chassis und 600 kg auf den Antriebsstrang entfallen. Zudem soll der Wagen Allradantrieb besitzen. Der Motor wird eine Leistung von 650 kW besitzen (Vorderachse 250 kW, Hinterachse 400 kW), was etwa 880 PS entspricht. Die Batterie, die direkt hinter dem Fahrer und vor dem Motor sowie Getriebe platziert wird, hat eine Leistung von 54 kWh und wiegt 400kg. Um die Batterie unterbringen zu können, wird die Fahrzeuglänge fünf Meter betragen (+ 350 mm), die Monocoque-Länge steigt ebenfalls um 700 mm. Beim Thema Sicherheit werden die LMP1-Vorgaben für 2020 berücksichtigt, welche u.a. ein höheres und breiteres Monocoque sowie mehr Platz für Arme und Beine vorsieht. Die Technik für das Autonome Fahren wird neben dem Fahrer im Monocoque platziert. Wichtig ist bei einem Hochgeschwindigkeitsrennen mit viel Verkehr und unterschiedlich schnell Fahrzeugen die Tatsache, dass der Fahrer zu jeder Zeit eingreifen und die Kontrolle über das Fahrzeug übernehmen kann.

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