Dritter Sieg in Folge: Porsche siegt auch beim WEC-Rennen in Mexiko

WEC, 6 Stunden von Mexiko 2017, Porsche LMP Team, Siegerfahrzeug © Porsche

Bei der zweiten und vorerst letzten Ausgabe der „6 Stunden von Mexiko“, die seit 2016 im Rahmen der FIA WEC gefahren werden, konnte Toyota nicht ansatzweise mit dem Tempo von Porsche mitgehen. Um 01:00 Uhr deutscher Zeit und nach 240 gefahrenen Runden hieß der Sieger zum dritten Mal in diesem Jahr Porsche. Toyota war auf über 2.000 Höhenmetern sogar so langsam, dass die beiden Porsche die zwei Toyota TS050 – Hybrid umrundeten.

Obwohl für das Rennen mit Regenfällen gerechnet wurde, blieben diese bis zum Ende aus. Zwar zogen dichte Regenwolken auf und die Wetterspezialisten der Teams rechneten jede Minute mit Regentropfen, doch während es in der Umgebung schon regnete, blieb das Autódromo Hermanos Rodríguez verschont. Das Rennen wurde während der sechs Stunden durch zwei FCY-Phasen verlangsamt. Zunächst flog ein Baseball (!) von einem benachbarten Spielfeld auf die Strecke, später mussten Trummerteile aufgesammelt werden.

Schon nach dem Start konnte sich die von der Pole-Position startende Nummer #2 mit Startfahrer Brendon Hartley zusammen mit Nick Tandy im zweiten Porsche (#1) von den beiden Toyota absetzen. Hartley gelang es einen kleinen Vorsprung auf Tandy herauszufahren, der sich nach dem zweiten Boxenstopp vergrößerte. Grund dafür war eine Durchfahrtsstrafe für die Startnummer #1, da Tandy beim Abbiegen in die Boxengasse zu schnell unterwegs war. Erwähnenswert ist bei dem späteren Sieger, dass man zur Halbzeit bei einem Routinestopp den Fuel-Flow-Sensor wechseln musste. Ohne weiteren Vorkommnisse fuhr Porsche einen Doppelsieg ein und baute die Führung in beiden Meisterschaften aus. Auf Seiten von Toyota belegte der in der Weltmeisterschaft besser platzierte Wagen von Buemi/Davidson/Nakajima den dritten Platz, dahinter folgt das Schwesterfahrzeug von Conway/Kobayashi/Lopez. In der Hersteller-WM liegt Porsche mit 198 Punkten nun 56,5 Punkte vor Toyota, in der Fahrer-WM bauten Brendon Hartley, Timo Bernhard und Earl Bamber ihren Vorsprung ebenfalls aus. Bei noch vier Rennen, d.h. im besten Fall 104 zu vergebenen Punkten (4 Siege, 4 Pole-Positions), führt das Trio mit 41 Punkten Vorsprung (134) vor den Zweitplatzierten Anthony Davidson, Kazuki Nakajima und Sebastien Buemi (93).

Fritz Enzinger, Leiter LMP1 sagte nach dem Rennen: „Nie war der 919 Hybrid dominanter als hier. Im freien Training und Qualifying lagen wir vorn, jetzt der Doppelsieg. Wir haben eine beeindruckende Performance unseres Prototypen und eine sensationelle Teamleistung erlebt. Danke an die Mannschaft vor Ort, danke an das Entwicklungszentrum in Weissach und danke an die gesamte Porsche AG.“

„Es war ein sehr enttäuschendes Rennen. Wir kamen mit dem Ziel hierhin, zu gewinnen und unsere Chancen in der Weltmeisterschaft zu verbessern, doch wir konnten Porsche nicht gefährlich werden. Herzlichen Glückwunsch zum Sieg. Das Team und die Fahrer haben diese Woche ihr Maximum gegeben, aber wir haben nicht das gewünschte Resultat erzielt“, erklärt der erst kürzlich neu ernannte Toyota-Teampräsident Hisatake Murata nach dem 6-Stunden-Rennen. „Wir bereiten uns nun auf das nächste Rennen vor. Unseren Traum vom Gewinn der Weltmeisterschaft geben wir noch nicht auf.“

Rückschlag für LMP2-Tabellenführer, Manor mit bester Saisonleistung

Für das in der Meisterschaft deutlich führende Trio Thomas Laurent, Oliver Jarvis und Ho-Pin Tung (Jackie Chan DC Racing #38) war das Rennen in Mexiko eine herbe Enttäuschung. Das Rennen war nach rund 100 Minuten bereits gelaufen, als der Wagen aufgrund eines Kupplungschadens in die Garage geschoben werden musste und sich nach erfolgter Reparatur aussichtslos am Ende des Feldes wiederfand. Letztlich wurde man nur Neunter und damit Letzter in der Klasse. Der Vorsprung in der LMP2-Team- sowie Fahrermeisterschaft sank von komfortablen 46 Punkten auf nur noch 23 Punkte. Die direkten Verfolger Julien Canal, Nicolas Prost und Bruno Senna im Oreca 07 (#31) von Vaillante Rebellion gewannen das Rennen, nachdem man am Anfang einen packenden Kampf mit G-Drive Racing beobachten konnte. Durch eine der zwei FCY-Phasen verlor das Trio jedoch die Führung an den Manor-Oreca von Matthew Rao, Ben Hanley und Jean-Eric Vergne, dessen erster WEC-Sieg in greifbarer Nähe rückte. Rebellion wechselte jedoch beim letzten Boxenstopp keine Reifen und übernahm wieder die Führung. Mit Siebenmeilenstiefeln rückte Ben Hanley jedoch näher und halbierte den Abstand von 15 Sekunden auf die Hälfte. Im umgebauten Stadion passierte es jedoch – Hanley mit einem Dreher, was Signatech Alpine ausnutzte und auf die zweite Position vorfuhr. Manor wurde für eine überzeugende Leistung immerhin noch mit dem letzten Podiumsplatz belohnt.

LMGTE Pro: Aston Martin vs. Ferrari. LMGTE Am: Porsche vs. Aston Martin

In der LMGTE Pro-Klasse hieß das Fernduell „Ferrari vs. Aston Martin“ oder genauer gesagt „Rigon/Bird vs. Thiim/Sörensen“. Immer wieder wechselten die Führungen und die Abstände blieben meistens im einstelligen Sekundenbereich. Zwanzig Minuten nach der zweiten FCY-Phase, die rund 65 Minuten vor Schluss ausgerufen wurde, bekam Davide Rigon im Ferrari aufgrund eines Geschwindigkeitsverstoßes in der FCY-Phase eine 10-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt. Der Italiener Rigon überquerte zwar die Ziellinie vor dem Dänen Thiim, doch reichte der Vorsprung nicht für einen Sieg – den erbte nun Aston Martin.

Zu Beginn lagen die beiden Ford GT auf der dritten und vierten Position, nach zwei Stunden schob sich jedoch der zweite Ferrari 488 GTE (#51) zwischen die beiden Ford. Nach dreieinhalb Stunden kollidierten jedoch die Startnummer #51 von James Calado und der Ford (#66) von Olivier Pla nach dem Überholmanöver eines LMGTE Am-Wagen im Stadion. Der Ford hatte einen Aufhängungsschaden davongetragen, der Ferrari einen Reifenschaden hinten rechts. Die Rennkommissare sprachen Pla schuldig und verdonnerten ihn zu gleich zwei Durchfahrtsstrafen. Einmal für die Kollision und ein weiteres Mal für das Überfahren der weißen Linie an der Boxeneinfahrt. Nachdem man später auf der dritten Position liegend zweitweise nur noch den ersten Gang zur Verfügung hatte, wurde der Ferrari Sechster. Der doppelt bestrafte Ford (#66) wurde Siebter. Der Aston Martin von Turner/Adam/Serra hatte früh mit erheblichen Bremsproblemen zu kämpfen und musste nach einigen Reparaturversuchen zurückgezogen werden. Für Christensen/Estre im 911 RSR mit der Startnummer #92 war trotz einer Doppelstint-Strategie, die man nach einer durch Mok im Clearwater-Ferrari verursache Kollision wählte, nicht mehr als der fünfte Platz möglich. Dritte in der Klasse werden Lietz/Makowiecki im zweiten Porsche 911 RSR (#91), Priaulx/Tincknell im Ford werden Vierter.

In der LMGTE Am-Klasse siegte nach bereits überzeugender Leistung in Training und Qualifying Dempsey-Proton Racing (Ried/Cairoli/Dienst). Für Marvin Dienst es damit der zweite Sieg in Folge, nachdem er auf dem Nürburgring seinen ersten WEC-Sieg einfuhr. Lange Zeit duellierten sich der Proton-Porsche und der Aston Martin Vantage GTE von Dalla Lana/Lamy/Lauda, dieser verlor jedoch vor allem unter Dalla Lana viel Zeit und wurde nur Zweiter. Der dritte Platz ging an Gulf Racing UK.

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