Sieg in Austin: Porsche tätigt weiteren Schritt in Richtung WM-Titel

WEC, 6 Stunden von Austin 2017, Porsche LMP Team, Porsche 919 Hybrid #2, Siegerfahrzeug © Porsche

Im sechsten WEC-Saisonrennen baut das Porsche LMP Team seine Siegesserie aus und fährt im texanischen Austin den vierten Saisonsieg ein. Damit bleibt das Team, welches sich zum Ende der Saison aus der Langstrecken-Weltmeisterschaft zurückzieht, seit Le Mans ungeschlagen. Der Sieg in Austin geht, wie auch die vorherigen Erfolge, auf das Konto von Timo Bernhard, Earl Bamber und Brendon Hartley, welche nach 192 Runden mit 0,276 Sekunden auf das Schwesterfahrzeug die Ziellinie überquerte. Vorangegangen war ein bewusst eingeleiteter Positionswechsel mit dem Wagen von André Lotterer, Nick Tandy und Neel Jani, da das spätere Siegerfahrzeug in der WM-Wertung deutlich besser platziert ist und daher alles für den Sieg in der Fahrerwertung getan wird.

Spannende Zweikämpfe in der Spitzenklasse

In der LMP1-Klasse zog nach dem Start der von der Pole-Position startende Nick Tandy zunächst davon. Timo Bernhard wurde unterdessen von den beiden Toyota TS050 – Hybrid überholt und verlor durch den Verkehr weiter an Boden. Beim ersten Boxenstopp wechselten die Japaner zwar in beiden Wagen den Fahrer, jedoch nicht die Reifen. Die Folge war die Übernahme der Führung, da Porsche genau das Gegenteil unternahm. In den nächsten Stunden wechselten sich die beiden Werksteams an der Spitze ab und lieferten extrem spannende Duelle ab. Den wohl packendsten Kampf lieferten sich zwischenzeitlich André Lotterer und José Maria Lopez, bei dem mehrmals innerhalb weniger Runden die Position gewechselt wurde.

Das Rennen startete um 12 Uhr Ortszeit bei rund 31 Grad Celsius Außen- und 36 Grad Celsius Streckentemperatur. Im Verlauf des Rennens stiegen die Werte auf 34 Grad Celsius bzw. 44 Grad Celsius. Die erwartete Hitzeschlacht nahm an Intensität auf und man wusste im Vorfeld, dass der Porsche 919 Hybrid besser mit hohen Temperaturen zurechtkommt, als der Toyota TS050 – Hybrid. Im letzten Renndrittel verloren die beiden Toyota immer mehr an Boden und fielen nun zurück. Nach sechs Stunden musste man sich Porsche letztlich geschlagen geben. Sebastien Buemi, Kazuki Nakajima und Stephane Sarrazin, der den durch private Angelegenheiten verhinderten Anthony Davidson ersetzte, wurden mit 21,956 Sekunden Dritter. Dahinter platzierten sich mit 45,026 Sekunden Abstand Mike Conway, Kamui Kobayashi und Jose Maria Lopez.

Nach der Dominanz von Porsche im Training und Qualifying, bot Toyota im Rennen eine hervorragende Vorstellung, die unglücklicherweise nicht belohnt wurde. Dennoch ist es eine deutliche Verbesserung gegenüber dem sehr schwachen Rennen in Mexiko, in dem beide Wagen überrundet wurden. Das Agieren auf Augenhöhe lässt auf ein spannendes Rennen in Fuji hoffen.

Jackie Chan DC Racing verliert weitere wichtige WM-Punkte

In der LMP2-Klasse gewann Signatech Alpine Matmut das erste Rennen der Saison. Die Franzosen starteten von der Pole-Position aus ins Rennen und dominierten mühelos über weite Teile das Rennen. Nicolas Lapierre, Gustavo Menezes und Matthew Rao kamen mit einer Runde Vorsprung auf die Zweitplatzierten Beche/Piquet Jr./Heinemeier Hansson ins Ziel (Vaillante Rebellion #13), obwohl man 17 Minuten vor Schluss die Aufforderung bekam eines der defekten Rücklichter zu reparieren und sich sieben Minuten später dazu entschied die Box anzusteuern und die Heckpartie zu wechseln. Auf dem dritten Platz platzierten sich Canal /Prost/Senna im zweiten Oreca 07 von Vaillante Rebellion (#31). Das in der Meisterschaft führende Trio Jarvis/Laurent/Tung von Jackie Chan DC Racing (#38) wurde nur Vierter und ließ, wie bereits in Mexiko, weitere wichtige Punkte liegen. Durch den dritten Platz rückten Canal /Prost/Senna weiter auf das bis dahin mit 23 Punkten führende Fahrertrio von Jackie Chan DC Racing auf.

Glück für AF Corse, Debakel für Ford

In der LMGTE Pro-Klasse war früh klar, dass an diesem Tag kein Weg an den beiden Ferrari von AF Corse vorbeiführte. Nach Ende jeder der sechs Stunden lag mindestens einer der Ferrari 488 GTE in Führung. Nach dem Sieg auf dem Nürburgring, fuhren Alessandro Pier Guidi und James Calado im Wagen mit der Startnummer #51 den zweiten Saisonsieg ein. Am Ende spielte Glück eine entscheidende Rolle, denn elf Minuten vor Schluss hatte man in Führung liegend einen Reifenschaden, welcher vermutlich auf die extremen Temperaturen und die damit verbundene enorme Belastung zurückzuführen ist. Wenige Meter vor dem auf der zweiten Position liegende Porsche von Christensen/Estre (Porsche GT Team #92) kam man aus der Boxenausfahrt heraus und baute den Vorsprung bis zum Überqueren der Ziellinie wieder auf 5,663 Sekunden aus. Auf der dritten Position kam der Ferrari von Rigon/Bird ins Ziel. Das Duo konnte somit wichtige WM-Punkte sammeln und den Abstand auf die Führenden Priaulx/Tincknell verringern (+ 31,194 Sek.).

Für Ford war das Heimrennen in den USA eine herbe Enttäuschung, denn trotz angepasster Balance of Performance, durch die man zwei Kilogramm ausladen durfte und einen höheren Ladedruck zugestanden bekam, hatte man keinerlei Chancen auf den Sieg. Die Folge waren die letzten beiden Plätze in der Klasse. Die Startnummer #66 (Mücke/Pla) musste zudem durch die Missachtung einer roten Ampel bei einer Safety-Car-Phase eine 1-minütige Stop&Go-Strafe absitzen. Thiim/Sörensen kamen mit 34,878 Sekunden Abstand ins Ziel, die Teamkollegen Turner/Adam/Serra mit 1,50.831 Minuten. Der Porsche von Lietz/Makowiecki (6. Platz) bekam gleich zwei Strafen aufgebrummt. Eine aufgrund der Missachtung von Track Limits, eine weitere wegen eines Verstoßes bei einem Boxenstopp.

Zweiter Saisonsieg von Aston Martin, Einschlag vom Gulf-Porsche löst Safety-Car-Phase aus

Auch in der LMGTE Am-Klasse war das Pole-Fahrzeug der spätere Sieger. Mathias Lauda, Paul Dalla Lana und Pedro Lamy siegten, obwohl man nach einer Kollision mit dem Clearwater-Ferrari den Heckdiffusor tauschen musste und durch die Standzeit fünf Minuten verlor. Mit 50,059 Sekunden Rückstand kam der besagte Ferrari 488 GTE von Clearwater Racing ins Ziel – vor dem baugleichen Wagen von Spirit of Race (+ 3 Runden). Unterdessen verlor Dempsey-Proton Racing nach zwei Siegen in Folge die Führung in der Meisterschaft, da man gegen Ende durch eine defekte Antriebswelle gezwungen war die Box anzusteuern. Mit 14 Runden Abstand wurde man als Vierter gewertet. Der Porsche 911 RSR von Gulf Racing UK wurde aus dem Rennen zurückkgezogen, nachdem Nicholas Foster heftig in die Begrenzung einschlug. Mit Beschädigungen am Wagen konnte er sich zwar in die Box retten, eine Reparatur war allerdings nicht möglich. Die Folge des Unfalls war eine 10-minütige Safety-Car-Phase, um die Bande instand zu setzen.

Highlights der „6 Stunden von Austin“ 2017

Das siebte Saisonrennen der FIA WEC startet am 15. Oktober im japanischen Fuji.

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