AIM-JUDD: Neuer 5,5 Liter V10-Motor für LMP1-Privatteams angekündigt

AIM-JUDD Logo © AIM/JUDD

Nachdem sich Nissan, Audi und Porsche aus der LMP1-Klasse zurückgezogen haben bzw. es im Fall von Porsche Ende 2017 sein wird, wird die LMP1-Klasse für Chassis- und Motorenbauer zunehmend attraktiver. Ginetta, ByKolles und BR Engineering/Dallara entwickeln und testen derzeit ihre neuen Chassis für 2018, Ginetta konnte zudem Mecachrome als Motorenlieferant gewinnen und wird einen V6-Motor verbauen. Unterdessen setzten BR Engineering/Dallara bei Testfahrten in Ungarn einen 2,4 Liter V6-Motor von AER ein, ob ByKolles den ehemaligen LMP1-Motor von Nissan weiterhin einsetzt ist noch offen.

Der britische Hersteller Engine Developments Ltd. (Judd) sowie der japanische Hersteller AIM Co. Ltd. gaben nun bekannt, ihre langjährige Zusammenarbeit fortzuführen und für das kommende Jahr einen neuen Motor für LMP1-Privatteams anzubieten. Das Aggregat wir auf Leasingbasis zu Beginn der WEC Super Season 2018/2019 verfügbar sein. Bei dem Motor handelt es sich um einen 5,5 Liter V10-Saugmotor mit 72 Grad Zylinderwinkel. Dieser wird im Vergleich zu bisherigen Judd-Modellen deutlich leichter sein, eine neue Brennkammer, ein neues Kolbendesign sowie Kühlsystem und darüber hinaus ein überarbeitetes Motorsteuerungssystem haben. Gasannahme und Benzindurchfluss werden nun elektronisch gesteuert.

Nach Einführung der Fuel-Flow-Regularien zur Saison 2014, entwickelten und testete man verschiedene Motorenkonzepte, doch bei aktuellen Leistungswerten von über 700 PS und einem Fahrzeuggesamtgewicht von 850 Kilogramm, entschied man sich für einen Saugmotor, der die ideale Plattform darstellen soll. Ein Saugmotor hat im Gegensatz zu einem Turbomotor keine Probleme mit der Gasannahme, der Komplexität oder der Haltbarkeit. Dazu steht man bei der Entwicklung eines V10-Motors im Hinblick auf die Größe und das Gewicht vor weniger Herausforderungen als bei einem V8- oder V12-Saugmotor mit ähnlichem Hubraum. Des Weiteren versprachen der ACO und die FIA zuletzt, Saug- und Turbomotoren über die Equivalence of Technology (EoT) auf ein Leistungsniveau zu bringen. Diesbezüglich heißt es in der Pressemitteilung: „Wir glauben daher, dass die V10-Plattform für jedes LMP1-Team, das ernsthaft über eine problemfreie Teilnahme an den 24 Stunden von Le Mans 2018 nachdenkt, die Plattform der Wahl sein wird.“

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