Project 424: Perrinn strebt Rekordfahrten mit Elektrofahrzeug an

Perrinn "Project 424" © Perrinn

Nachdem der Verkauf von zwei LMP1-Protypen aufgrund nicht gezahlter Rechnungen seitens des Kunden ART Racing Services platzte, konzentriert sich das in Yorkshire ansässige Unternehmen Perrinn Ltd. nun auf einen vollständig elektrifizierten Prototypen. Zu dem unter dem Namen „Project 424“ laufenden Vorhaben gibt es nun neue Informationen.

Nach dem Scheitern des ursprünglichen Projekts, sah der Plan zunächst vor, 2019 in der Garage 56 beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans zu starten. Die Basis sollte der bereits entwickelte LMP1-Prototyp sein, der vollkommen autonom und vollelektrisch fahren sollte. Pro Stunde strebte man drei Runden an, die anschließende Ladezeit sollte in etwa 45 Minuten betragen.

  1. Runde: Outlap auf GTE-Niveau (350 kW, 280 km/h)
  2. Runde: Fliegende Runde auf LMP1-Niveau (650 kW, 325 km/h)
  3. Runde: Inlap auf GTE-Niveau und im autonomen Modus

 

Diese Pläne liegen jedoch nun auf Eis – laut dem ehemaligen Formel-1-Ingenieur Nicolas Perrin war es zu früh an Le Mans oder die Garage 56 zu denken! Das Unternehmen möchte stattdessen auf einigen der prestigeträchstigsten Rennstrecken die Rekorde für elektrische Fahrzeuge brechen. Zu den Strecken gehören die Nordschleife (Rekord: 6:45.90 Minuten), der Circuit Paul Ricard (Rekord: 1:52.78 Minuten), der Circuit of the Americas (Rekord: 2:11:30 Minuten [Fahrer], 2:40.33 Minuten [Autonom]) und der Shanghai International Circuit (Rekord: 2:01.11 Minuten). Als langfristiges Ziel setzt man sich dennoch den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans!

„Wir planen den Bau des schnellsten Elektro-Rennwagens der Welt und beweisen dies auf verschiedenen Rennstrecken wie beispielsweise der Nürburgring-Nordschleife“, teilt Nicolas Perrin den Kollegen von Autosport.com mit. „Ziel ist es, das Auto nächstes Jahr weiterzuentwickeln und im Jahr 2019 Rekorde aufzustellen. Wir wollen zeigen, dass ein Elektroauto genauso so schnell sein kann wie ein LMP1.“

Angesprochen auf die Garage 56 bzw. auf die Meldung eines Elektofahrzeugs, fügt er hinzu: „Ich denke nicht, dass das in den nächsten Jahren möglich sein wird. Deshalb haben wir uns entschieden, in diese Richtung zu gehen. Es wird Zeit brauchen, bis ein Elektroauto in Le Mans startet, aber wir wollen für diesen Moment bereit sein. Die Leistung ist bereits vorhanden und die Industrie drängt darauf, die Geschwindigkeit der Batterieladung zu erhöhen, die es Elektroautos erlauben würde, in Le Mans zu fahren. Es wird nicht zehn Jahre dauern – ich bin optimistisch, dass es in fünf Jahren passieren könnte, aber es könnte ein bisschen länger dauern.“

Nach Projektstart im Spätsommer 2017, soll in der Le-Mans-Woche 2018 ein 1:1-Replica des 424 vor Ort ausgestellt werden. Ende 2018 folgen der Aufbau des ersten 424 sowie Testfahrten, im Jahr 2019 beginnen die Rekordfahrten. Das nach eigenen Angaben zukünftig schnellste Elektrofahrzeug der Welt soll 1100 kg wiegen, wovon 500 kg auf das Chassis und 600 kg auf den Antriebsstrang entfallen. Das Fahrzeug soll neben einen autonomen Modus auch Allradantrieb besitzen, der Motor wird eine Leistung von etwa 880 PS haben (Vorderachse 250 kW, Hinterachse 400 kW). Die Gesamtlänge beträgt fünf Meter, die Breit liegt bei zwei Meter.

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