WEC-Prolog 2018 – Freitag: Toyota deutlich vor den LMP1-Privatteams

WEC Super Season 2018/19, Prolog, Toyota Gazoo Racing, Toyota TS050 - Hybird #8 © Toyota Motor Corporation

Der WEC-Prolog auf dem Circuit Paul Ricard nahe der Ortschaft Le Castellet unterteilt sich in diesem Jahr erstmals in zwei Testmöglichkeiten für die Teams. Einerseits besteht die Möglichkeit am Freitag acht Stunden (10-18 Uhr) und am Samstag weitere sieben Stunden zu testen (9-16 Uhr), andererseits wird ein 30-Stunden-Test angeboten (Freitag 10:00 Uhr – Samstag 16:00 Uhr), der auch das Testen bei kühlen Temperaturen in der Nacht ermöglicht.

Zunächst waren 13 Fahrzeuge von elf Teams für den Ausdauertest auf der Teilnehmerliste, heute wurden noch der Ginetta G60-LT-P1 von CEFC TRSM Racing (#5) und der BR1 von DragonSpeed gemeldet. Für den Rest des Feldes ist der aktive Teil am heutigen Freitag vorbei – Zeit für ein erstes Fazit.

LMP1-Klasse

In der LMP1-Klasse dominierte das Werksteam von Toyota Gazoo Racing – und zwar deutlich! Das Ziel die beiden einzigen Hybrid-Fahrzeuge und die Privatiers ohne Hybrid-System auf ein annähernd gleiches Niveau zu bringen scheiterte. Der Toyota TS050 – Hybrid (#8) führt das Feld mit einer Rundenzeit von 1:32.662 Minuten an, die von Sebastien Buemi gefahren wurde. Dahinter platzierte Test- und Reservefahrer Anthony Davidson das Schwesterfahrzeug (#7) mit 1,993 Sekunden Abstand auf dem zweiten Rang. Auch der höchste Top-Speed geht auf das Konto von Toyota, dieser liegt bei 347,3 km/h. Des Weiteren fuhren die Werksfahrer von Toyota die mit Abstand meisten Runden in der LMP1-Klasse (#7, 212 Runden; #8 92 Runden), der beste Wert seitens der Privatiers stammt vom ByKolles Racing Team (105 Runden).

Vergleicht man die Top-Zeit mit der Rundenzeit vom WEC-Prolog von vor zwei Jahren (2017 fuhr man in Monza), stellt man eine Verbesserung von beeindruckenden 4,783 Sekunden fest. Neben dem technischen Fortschritt, spielt allerdings auch der neu verlegte Asphalt eine Rolle. Toyota verwendete für die Startnummer #7 das Low-Downforce-Paket, welches auch in Spa-Francorchamps und in Le Mans zum Einsatz kommt. Beim Schwesterfahrzeug war das High-Downforce-Paket verbaut.

Auf Seiten der Privatiers war sowohl bei der Rundenzeit, als auch bei der Höchstgeschwindigkeit und Sektorzeiten der BR1 von SMP Racing und DragonSpeed an der Spitze. Der Startnummer #11 von SMP Racing fehlten auf die Bestzeit von Toyota jedoch satte 5,466 Sekunden (1:38.128 Minuten), beim Topspeed waren es 7,7 km/h (339,6 km/h). Die beiden BR1 von SMP Racing (3./4. Platz) waren mit dem Low-Downforce-Aerodynamikpaket für Le Mans auf der Strecke, der BR1 von DragonSpeed mit dem High-Downforce-Paket. Hinter der Startnummer #11 folgt der zweite BR1 von SMP Racing (#17, + 0,058 Sek.). Beide Fahrzeuge vom russischen Team sind brandneu, das zuvor genutzte Testauto kommt im Rennen nicht zum Einsatz. Auf dem fünften Platz reihte sich der Rebellion R13 ein (+ 0,341 Sekunden auf die SMP-Zeit) – erstaunlich, wenn man bedenkt, dass das Team den Wagen erst am Wochenanfang erhielt und es, bis auf einen kurzen Shakedown, keinerlei Tests gab! Dahinter folgen DragonSpeed (+ 0,880 Sek.), CEFC TRSM Racing (#6, + 0,979 Sek.) und das ByKolles Racing Team (+ 2,222 Sek.). Die Abstände beziehen sich jeweils auf die schnellste Zeit der Privatiers (SMP Racing, 1:38.128 Minuten). Der zweite Ginetta-G60-LT-P1 (#5) wird derzeit noch aufgebaut, soll aber im Verlauf des Langstreckentests zum Einsatz kommen.

Zum Abschluss der LMP1-Zusammenfassung sollte jedoch erwähnt werden, dass es sich bei den Prototypen der Privatteams nahezu vollständig um Neuentwicklungen handelt. Der Fokus liegt daher im Hinblick auf den Saisonauftakt in Spa-Francorchamps und dem 24-Stunden-Rennen in Le Mans zunächst auf der Zuverlässigkeit und der Datenerfassung. Ein Kampf um die schnellste Gesamtrunde ist daher zunächst nicht angedacht. Hier wird, auch wenn die Kinderkrankheiten der Privatiers ausgemerzt sind, Toyota in Front liegen.

LMP2-Klasse

In der LMP2-Klasse waren die Oreca 07 gegenüber der Konkurrenz von Dallara und Onroak Automotive wieder einmal überlegen. Die Bestzeit von 1:40.771 Minuten geht auf das Konto von DragonSpeed und wurde von WEC-Neuling und Ex-Formel-1-Fahrer Pastor Maldonado gefahren. Dahinter folgten TDS Racing (+ 0,456 Sek.) und Signatech Alpine Matmut (+ 1,072 Sek.). Die drei Fahrer vom Racing Team Nederland platzierten ihren Dallara P217 auf dem vierten Platz (+ 1,089 Sek.) – knapp hinter dem Alpine A460. WEC-Rückkehrer Larbre Competition platzierte sich mit dem Ligier JS P217 auf dem letzten Platz (+ 2,670 Sek.), davor lagen die beiden Oreca 07 von Jackie Chan DC Racing (#37, + 1,107 Sek.; #38 + 1,150 Sek.). Am 30-Stunden-Test nimmt kein LMP2-Team teil.

LMGTE Pro-Klasse

Die Augen waren in dieser Klasse auf WEC-Neueinsteiger BMW und Aston Martin gerichtet, die den neuen Vantage GTE erstmals unter Wettkampfbedingungen einsetzten. Das Fazit fällt am Freitag durchwachsen aus – beide platzierten sich nur auf den hinteren Plätzen. Die Bestzeit geht auf das Konto von Richard Lietz und Gianmaria Bruni im Porsche 911 RSR mit der Startnummer #91 (1:51.650 Minuten). Dahinter platzierten sich die beiden Ford GT (#67, + 0,360 Sek.; #66, + 0,468 Sek.) und der zweite Porsche (#92, + 1,005 Sek.). GT-Weltmeister Ferrari reiste mit zwei überarbeiteten Ferrari 488 GTE EVO an die Strecke, nach acht Stunden schloss man den Test auf dem fünften (#51, + 1,600 Sek.) und siebten Platz (#71, + 1,912 Sek.) ab. Die Aston-Martin-Werkspiloten drehten mit den brandneuen Vantage GTE zusammengerechnet 314 Runden, letztlich platzierte man sich jedoch nur auf dem sechsten (#97, + 1,794 Sek.) und neunten Platz (#95, + 2,649 Sek.) ab. Nach dem der BMW M8 GTE in der IMSA-Serie bereits zwei Rennen fuhr, kam die Neuentwicklung erstmals in Europa zum Einsatz. Das BMW Team MTEK hat mit insgesamt 383 Runden die mit Abstand höchste Anzahl von Runden auf dem Konto. Beim Thema Rundenzeit war man jedoch nicht an der Spitze, denn auf die Porsche-Zeit fehlten satte 2,051 (#82) bzw. 2,715 Sekunden (#81).

Beim 30-Stunden-Test nehmen beide Porsche 911 RSR, ein BMW M8 GTE (#82) sowie ein Aston Martin Vantage GTE (#95) teil.

LMGTE Am

In der LMTGTE Am-Klasse dominierten die Porsche 911 RSR (2017) das Geschehen, denn hier lagen vier Porsche vor zwei Aston Martin Vantage GTE und drei Ferrari 488 GTE. Die Bestzeit geht an Dempsey-Proton Racing (#77, 1:53.515 Minuten), vor Gulf Racing UK (+ 0,254 Sek.) und dem zweiten 911er von Dempsey-Proton Racing (+ 0,514 Sek.). Das deutsche Project-1-Team platzierte sich auf einem guten vierten Platz (+ 0,681 Sekunden). Die Mannschaft aus Lohne fuhr bis 18 Uhr insgesamt 141 Runden – Bestwert in der Amateur-Klasse. Der bestplatzierteste Aston Martin Racing GTE ist der Wagen von Dalla Lana/Lamy/Lauda, der nur 0,005 Sekunden hinter dem Project-1-Porsche liegt. Spirit of Race stellt den schnellsten Ferrari (+ 0,776 Sek.).

Beim 30-Stunden-Test nehmen die drei Ferrari von Clearwater Racing, MR Racing, Spirit of Race und das Team Project 1 teil.

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