Neues Reglement ab 2020: Hyper- und Supercars lösen die LMP1-Prototypen ab

24 Stunden von Le Mans 2018, Toyota Gazoo Racing, Qualifying © Toyota Motorsport GmbH

Bei der traditionellen ACO-Pressekonferenz im Rahmen des 24-Stunden-Rennens in Le Mans, wurde am heutigen Freitag das neue Reglement für die Königsklasse im Langstreckensport vorgestellt, welches ab der Saison 2020/21 in Kraft treten soll. Demnach soll eine neue, namentlich noch unbekannte Klasse mit Hyper- und Supercars das derzeitige LMP1-Reglement beerben. Derzeit stehen dafür wohl die Namen „Super Sportscar“, „GTPrototype“, „Le Mans Supercars“ und „Le Mans Hypercars“ im Raum. Über die endgültige Bezeichnung sollen die Fans in einer Umfrage abstimmen. Das Reglement soll im November 2018 verabschiedet werden und von 2020 bis 2024 gültig sein.

Die neuen Fahrzeuge werden mit nur noch einem Hybridsystem und KERS an der Vorderachse ausgerüstet sein. Diese Beschränkungen sollen vor allem die in den letzten Jahren explosionsartig gestiegenen Kosten reduzieren, die bei einem dreistelligen Millionenbetrag lagen. Demnach werden nur noch rund ein Viertel davon benötigt (25-30 Mio. Euro), um in der FIA WEC und beim Rennen in Le Mans teilnehmen zu können. Das Hybridsystem hat eine Leistung von 200 kW, was etwa einer Leistung von 5 Megajoule auf einer Runde in Le Mans entspricht (Toyota nutzt derzeit ein 8 MJ-System).

Auf Seiten des Verbrennungsmotors gibt es keinerlei Einschränkungen. Wie viele Zylinder der Motor hat, ob Saug- oder Turbo-Motor – die Entwickler haben alle Freiheiten. Lediglich die Gesamtleistung von maximal 520kW (ca. 700 PS) ist vorgeschrieben. Das Hybridsystem wird von Herstellern entwickelt und muss möglichen Privatteams zu einem festen Preis zur Verfügung gestellt werden. Mit dabei ist auch das Steuergerät.

Das Gesamtgewicht wird deutlich steigen und liegt bei 980 Kilogramm. Aktuell eingesetzte LMP1-Fahrzeuge wiegen mit Hybrid-Antrieb 878 Kilogramm, ohne Hybridsystem 833 Kilogramm. Um die Kosten zu beschränken, wird beispielsweise die Gewichsverteilung und der Kraftstoffdurchsatz begrenzt. Als Rundenzeit in Le Mans werden 3:20 Minuten angepeilt.

Die Autos werden zwei Sitze haben, ein im Vergleich zu aktuellen LMP1-Fahrzeugen größeres Cockpit, eine breitere Windschutzscheibe und eine Dachlinie, die sich mehr an den jeweiligen Straßenfahrzeugen eines Herstellers orientiert.

Des Weiteren soll es ab dem Jahr 2024 eine Klasse für wasserstoffbetriebene Autos geben, für die bereits eine ACO/FIA-Arbeitsgruppe gebildet wurde.

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