FIA WEC: Alonso/Buemi/Nakajima bauen nach Sieg in Silverstone WM-Führung aus

WEC, 6 Stunden von Silverstone 2018, Toyota Gazoo Racing, Toyota TS050 - Hybrid #8 © Toyota Motorsport GmbH

Toyota Gazoo Racing dominierte auch im dritten Saisonrennen der FIA WEC das Geschehen und fuhr bereits zum drittem Mal einen zu keiner Zeit gefährdeten Sieg nach Hause. Die Sieger Fernando Alonso, Sebastien Buemi und Kazuki Nakajima lieferten abermals einen fehlerfreien Job ab und standen nach dem Rennen in Spa-Francorchamps und Le Mans nun auch in Silverstone auf der höchsten Stufe des Siegertreppchens. Das Schwesterauto von Conway/Kobayashi/Lopez wurde Dritter, der Abstand betrug 19,264 Sekunden. Die beiden Toyota TS050 – Hybrid waren auf unterschiedlichen Reifenstrategien unterwegs, weswegen es mehrmals Führungswechsel innerhalb des Teams gab. Gegen Ende sah es nach einem Sieg der Startnummer #7 aus, doch Kobayashi musste seinen Markenkollegen Buemi aufgrund eines Problems mit dem Unterboden vorbeiziehen lassen.

Trotz angepasster Equivalence-of-Technology (EoT) hatte Toyota erneut keine echten Gegner auf der Strecke. Das beste LMP1-Privatteam Rebellion Racing sicherte sich mit Beche/Laurent/Menezes (#3) und Jani/Lotterer (#1) den dritten und vierten Platz. Der Rückstand von vier bzw. fünf Runden macht die Dominanz von Toyota mehr als deutlich. Zwar hatte das Team auch mit kleineren Problemen zu kämpfen und tauschte beispielsweise mehrmals die Front- oder Heckpartie der beiden Rebellion R13, doch auch ohne diese Vorkommnisse würde die Differenz mehrere Runden betragen. Die Fahrer Orduschew/Sarrazin platzierten ihren BR1 (#17) von SMP Racing auf dem fünften Platz. Das Schwesterfahrzeug von Aleshin/Petrov/Button fiel bereits in der 24. Runde mit Motorschaden aus. Der baugleiche LMP1-Prototyp von DragonSpeed hatte teils erhebliche technische Gebrechen, das Team wurde immerhin noch mit 32 Runden Rückstand als Sechster gewertet. Das ByKolles Racing Team fiel nach rund einem Drittel Renndistanz aus und sorgte für einen Full-Course-Yellow-Phase (FCY), als Rene Binder von der Strecke flog.

In der LMP2-Klasse hatte alle Teams mit kleineren oder größeren Problemen zu kämpfen, doch relativ früh war vorherzusehen, dass der Sieger vom Team Jackie Chan DC Racing kommen wird. In einem teils spannenden Teamduell setzten sich Tung/Aubry/Richelmi (#38), trotz einer Durchfahrtsstrafe für einen Frühstart, gegenüber dem von der Pole-Position startenden Schwesterfahrzeug von Jaafar/Tan/Jeffri (#37) durch. Jaafar konnte die 5-Sekunden-Lücke nach dem letzten Boxenstopp zwar Stück für Stück schließen, am Ende fehlten jedoch die entscheidenden 1,9 Sekunden. Dritter wurde Signatech Alpine Matmut – das Team aus Frankreich hatte jedoch satte zwei Runden Rückstand. Grund hierfür ist u.a. eine 75-Sekunden-Strafe, die man aufgrund eines Vergehens während der Safety-Car-Phase bekommen hat.

Spannend war das Rennen nur in den LMGTE-Klassen. In der Pro-Klasse lieferten sich die Hersteller spannende Kämpfe, zur Halbzeit waren neun der zehn Fahrzeuge innerhalb einer Runde. Der von der Pole-Position startende Ford GT von Mücke/Pla (#66) wurde vom DragonSpeed-Oreca abgeräumt und fiel weit zurück, im späteren Verlauf schloss die Fahrertür nicht mehr und musste ausgetauscht werden. Porsche profitierte von dem insgesamt sehr hektischen Start, bei dem auch anderen Fahrzeuge kolliderten. Reifenprobleme bei Porsche brachten jedoch wieder Ford (#67) und Ferrari in Schlagdistanz. Kurz vor der Halbzeit sorgte der #71er-Ferrari von Rigon/Bird für eine Safety-Car-Phase, weil ein defekter Reifen das halbe Heck zerfetzte und eine Vielzahl von Trümmerteilen auf der Strecke lag. Der Sieger hieß am Ende AF Corse, denn Pier Guidi/Calado waren letztlich effizienter als die Konkurrenz und lieferten einen fehlerfreien Job ab. Zweiter wurde der Porsche 911 RSR von Lietz/Bruni (#91, + 14,351 Sek.), Dritter der #67er-Ford (+ 35,710 Sek.).

Aston Martin zeigte eine solide Leistung, Lynn/Martin (#97) wurden beim Heimspiel Fünfter. Das Schwesterfahrzeug hatte nach sechs Stunden aufgrund von Getriebeproblemen 17 Runden Rückstand, wurde aber noch gewertet. Auf einem ähnlichen Niveau agierte BMW. Tomczyk/Catsburg (#81) wurden Sechster, der zweite BMW M8 GTE fiel mit einer gebrochenen Aufhängung aus.

Ebenfalls sehenswert war die LMGTE Am-Klasse, in der sich das Team Project 1 aus dem niedersächsischen Lohne und TF Sport ein extrem spannendes und langanhaltendes Duell lieferten. Die Deutschen starteten in ihrem dritten WEC-Rennen erstmals von der Pole-Position aus ins Rennen, Gentleman-Fahrer Egidio Perfetti lieferte eine an diesem Tag eine bärenstarke Leistung ab und hielt das Fahrzeug auf Siegkurs. Zwei Dinge führten jedoch dazu, dass das Team nur Dritter wurde. Zunächst verlor Patrick Lindsey zwischenzeitlich deutlich an Boden, später stoppte man während der Safety-Car-Phase, weswegen meine eine 75-Sekunden-Strafe bekam. Diese Strafe musste auch TF Sport absitzen, die am Ende Zweiter wurden. Profiteur der Strafen war Dempsey-Proton Racing – Ried/Andlauer/Campbell (#77) nutzen ihre Chance, setzten sich an die Spitze des Feldes und fuhren den Sieg nach Hause.

Das nächste WEC-Rennen findet am 21. Oktober in Fuji statt.

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